Auf dem Computex 2026 in Taipeh hat UL Solutions einen Ausblick auf den nächsten großen 3DMark-Benchmark gegeben. Der noch namenlose Test soll vollständiges Path Tracing in nativer 4K-Auflösung kombinieren – und damit die bisherigen Raytracing-Tests der Suite deutlich überbieten. Zu sehen war die Demo am Stand von Thermal Grizzly, das als erster offizieller Sponsor des neuen Benchmarks bestätigt wurde.
Was steckt hinter dem neuen Test?
Der neue Benchmark hebt sich in zwei wesentlichen Punkten von den bisherigen 3DMark-Raytracing-Tests ab. Erstens arbeitet er mit vollständigem Path Tracing statt selektivem Raytracing. Zweitens läuft er in nativer 4K-Auflösung (3840×2160 Pixel) – während die aktuellen Flaggschiff-Tests Port Royal und Speed Way beide auf 2560×1440 setzen. Diese Kombination erhöht die Rechenlast für GPUs erheblich und dürfte selbst aktuelle High-End-Grafikkarten ins Schwitzen bringen.
Hinzu kommt ein weiterer Aspekt: Der Benchmark soll explizit KI-basiertes Upscaling sowie Frame Generation als Testmodus einschließen. Damit lässt sich künftig standardisiert messen, wie viel eine GPU durch Technologien wie DLSS, FSR oder PSSR herausholen kann – und wie sich verschiedene Lösungen im direkten Vergleich schlagen. Das gezeigte Material trägt den Hinweis „Work in Progress“; als Testszene dient ein Sci-Fi-Korridor mit stark reflektierenden Oberflächen und direkter Beleuchtung. Einen Namen, ein Release-Datum oder einen Preis hat UL Solutions bisher nicht kommuniziert.
Was ist 3DMark – und warum ist das relevant?
3DMark ist seit fast drei Jahrzehnten das meistgenutzte Benchmark-Werkzeug für PC-Grafikkarten. Entwickelt von UL Solutions (ehemals Futuremark), dient es Enthusiasten, Reviewern und Hardwareherstellern gleichermaßen als Referenz für GPU-Leistungsvergleiche. Wer wissen will, wie eine neue Grafikkarte im Vergleich zum Vorgänger oder zur Konkurrenz abschneidet, greift meist zu 3DMark – die Ergebnisse sind reproduzierbar, weit verbreitet und ermöglichen plattformübergreifende Vergleiche. Mehr zu den technologischen Grundlagen wie Raytracing und Upscaling findet ihr in unseren Erklärartikeln.
Aktuell umfasst die Suite unter anderem Steel Nomad als schwersten Nicht-Raytracing-Test in nativer 4K-Auflösung, Speed Way als DirectX-12-Ultimate-Benchmark mit Raytracing in QHD sowie Port Royal als klassischen Raytracing-Test. Der neue Path-Tracing-Benchmark würde sich oberhalb von Speed Way einordnen – als neues Maß für das, was kommende GPU-Generationen leisten müssen.
Was bedeutet das für PC-Spieler?
Kurzfristig: wenig. Kein Name, kein Preis, kein Termin. Mittelfristig ist der neue Benchmark jedoch ein Hinweis darauf, wohin die GPU-Entwicklung geht. Natives 4K Path Tracing ohne KI-Hilfe bleibt selbst für aktuelle Flaggschiff-GPUs eine extreme Last – ein Benchmark auf diesem Niveau gibt künftigen Grafikkarten einen glaubwürdigen Stresstest an die Hand. Interessant wird vor allem der Vergleichsmodus für Upscaling und Frame Generation: Er könnte endlich eine einheitliche Grundlage schaffen, um DLSS, FSR und PSSR objektiv gegenüberzustellen.
