Dragon Age: The Veilguard

Dragon Age: The Veilguard im Test – BioWares Rückkehr nach Thedas

Zehn Jahre sind vergangen. Zehn lange Jahre, in denen Fans auf eine Fortsetzung warteten. Mit Dragon Age: The Veilguard liefert BioWare nun endlich den vierten Teil der beliebten Reihe.

Kann das Studio nach der durchwachsenen Resonanz auf Anthem und Mass Effect Andromeda überzeugen?

Story: Die Welt steht am Abgrund

Die Geschichte knüpft an den Trespasser-DLC von Dragon Age: Inquisition an – mit einem Zeitsprung von neun Jahren.

Solas und die Götter

Wir schlüpfen in die Rolle von Rook und versuchen gemeinsam mit Varric und Harding, Solas aufzuhalten. Der Wolfsgott plant die Zerstörung des Schleiers – jener magischen Barriere zwischen physischer Welt und dem Nichts.

Durch Rooks Eingreifen werden jedoch zwei mächtigere elfische Götter befreit: Elgar’nan und Ghilan’nain. Diese mit der Verderbnis infizierten Gottheiten planen die Zerstörung Thedas‘.

Intimere Geschichte

BioWare macht klar: Dies ist kein gewöhnliches Dragon Age. Statt an der Spitze einer mächtigen Organisation konzentriert sich The Veilguard auf eine intimere Geschichte. Rook ist kein Anführer von Armeen, sondern kämpft mit seinen engsten Vertrauten.

Charaktererstellung: Ein Highlight

BioWare hat einen der besten Editoren in einem modernen Rollenspiel geschaffen:

  • Hunderte von Optionen
  • Detaillierte Gesichtszüge
  • Verschiedene Körpertypen
  • Diverse Geschlechtsidentitäten
  • Verbessertes Beleuchtungssystem
  • Nachträgliche Anpassung im Leuchtturm möglich

Die drei Klassen

Klasse Waffen Ressource
Krieger Schwert/Schild oder Zweihand Wut
Schurke Dolche oder Bogen Dynamik
Magier Stab oder Klingenmagier Mana

Fraktionen

Die Wahl beeinflusst Hintergrundgeschichte und Dialoge:

  • Graue Wächter
  • Schattendrachen
  • Krähen von Antiva
  • Und weitere…

Die Schleierwacht: Sieben Begleiter

Statt der gewohnten Dreier-Gruppe kann Rook nur zwei Gefährten mitnehmen. Insgesamt stehen sieben Companions zur Verfügung:

Neve Gallus: Privatdetektivin und Eismagierin aus Minrathous

Davrin: Elfischer Monsterjäger der Grauen Wächter mit Greif Assan

Emmrich Volkarin: Höflicher Nekromant mit Skelett-Assistent Manfred

Romanzen

Mit jedem Companion ist eine Romanze möglich – unabhängig vom Geschlecht. Neu: Gefährten können auch untereinander Beziehungen eingehen.

Kritik an den Begleitern

Die Companions sind sympathisch und gut inszeniert, aber vorhersehbarer als Morrigan, Alistair oder Solas. Es fehlt manchmal die Tiefe und Komplexität früherer Teile.

Kampfsystem: Action statt Taktik

Das kontroverseste Element: BioWare hat den taktischen Ansatz hinter sich gelassen und setzt auf schnelles, actionreiches Gameplay à la Final Fantasy VII Remake.

Die Grundlagen

  • Springen
  • Ausweichen
  • Leichter Angriff
  • Schwerer Angriff (aufladbar, verursacht Taumeln)

Combo-System

Vorbereiter- und Detonations-Fähigkeiten wie in Mass Effect. Geschicktes Koordinieren der Begleiter über das Fähigkeitsrad erzielt verheerende Schadensspitzen.

Klassenbalancing

  • Krieger: Zugänglichste Wahl, verzeiht Fehler
  • Schurke: Erfordert Geschick, Dynamik geht bei Treffern verloren
  • Magier: Problematisch – Parieranzeige in späteren Kämpfen kaum erkennbar

Kritik am Kampfsystem

  • Begegnungen oft simpel strukturiert
  • Feinde mit nur 1-2 Mechaniken
  • Bosskämpfe spektakulär, aber selten herausfordernd
  • Veteranen vermissen taktische Tiefe
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Die Welt: Schön, aber linear

Die Frostbite Engine zaubert eine beeindruckende Fantasy-Welt:

  • Neon-beleuchtete Straßen von Minrathous
  • Mystische Elfenwälder Arlathans
  • Düstere Große Nekropole

Der Stil ist stilisierter als in Inquisition und erinnert an Fable.

Linearität

Die Gebiete sind visuell distinct, aber deutlich linearer als Inquisition. Viele Quests folgen dem Muster „Folge dem Marker, kämpfe, führe Gespräch“.

Spielzeit

Spielstil Dauer
Nur Hauptstory 30-40 Stunden
Mit Nebenquests 70-100 Stunden

Sound: Solide, aber ohne Highlights

Die deutsche Synchronisation ist gelungen. Die Umgebungsgeräusche tragen zur Atmosphäre bei.

Fehlende musikalische Momente

Trotz Hans Zimmer und Lorne Balfe fehlen ikonische Stücke wie „The Dawn Will Come“. Der Soundtrack bleibt zu sehr im Hintergrund – ein Wehrmutstropfen.

Story-Kritik: Gut, aber nicht großartig

Die Hauptstory ist spannend mit überraschenden Wendungen. Aber:

Was fehlt

  • Moralische Grauzonen
  • Schwierige Entscheidungen wie in Origins
  • Subtile, versteckte Konsequenzen à la Baldur’s Gate 3

Die Entscheidungen sind meist klar erkennbar und vorhersehbar.

Begleiterquests als Highlight

Die persönlichen Questlines gehören zu den besten, die BioWare je geschrieben hat. Wer sie vernachlässigt, erlebt im Finale drastische Konsequenzen.

Technik: Solide Umsetzung

  • Stabil und nahezu ohne Ladezeiten
  • Gelegentliche kleine Grafikfehler
  • Flüssige Performance auf PS5/Xbox Series X|S
  • Kritik: Minimap-Gestaltung suboptimal, Händler nicht benannt

Fazit

Dragon Age: The Veilguard ist ein solides Fantasy-Rollenspiel, das in vielen Bereichen überzeugt, aber auch Schwächen zeigt.

BioWare ist es gelungen, ein zugängliches Action-RPG zu schaffen. Das Kampfsystem ist temporeich, die Begleiter sympathisch, die technische Umsetzung gelungen.

Dennoch hinterlässt das Spiel gemischte Gefühle:

  • Geschichte gut, aber nicht herausragend
  • Entscheidungen erkennbar, aber wenig subtil
  • Kampfsystem dynamisch, aber manchmal zu simpel
  • Welt hübsch, aber linear

Es fehlen die ikonischen Momente und moralischen Dilemmata, die frühere Teile auszeichneten. The Veilguard ist ein gutes Spiel in einer Reihe großartiger Spiele – und das ist sein größtes Problem.

Für Fans ist The Veilguard trotz Kritik ein Muss. Nach zehn Jahren Wartezeit findet man hier seine Rückkehr nach Thedas. BioWare hat bewiesen, dass das Studio noch immer fesselnde Charaktere und spannende Geschichten schreiben kann.

Nach den Turbulenzen der letzten Jahre hat BioWare ein Spiel abgeliefert, das Hoffnung macht.


Bewertung: 8/10

Stärken:

  • Hervorragender Charakter-Editor
  • Nachträgliche Anpassung möglich
  • Sympathische Begleiter
  • Starke persönliche Questlines
  • Dynamisches Action-Kampfsystem
  • Befriedigende Combo-Mechaniken
  • Technisch solide Umsetzung
  • Starke Grafikpräsentation
  • Frostbite Engine beeindruckend
  • 30-100 Stunden Spielzeit
  • Keine spielbrechenden Bugs
  • Alle Romanzen für alle Geschlechter
  • Begleiter können untereinander Beziehungen eingehen
  • Gelungene deutsche Synchronisation
  • Rückkehr nach Thedas nach 10 Jahren

Schwächen:

  • Linearere Level als Inquisition
  • Kampfsystem teilweise zu simpel
  • Bosskämpfe selten herausfordernd
  • Magier-Klasse frustrierend
  • Fehlende ikonische Musikmomente
  • Hans Zimmer/Lorne Balfe untergenutzt
  • Entscheidungen vorhersehbar
  • Moralische Grauzonen fehlen
  • Rook als Protagonist blass
  • Minimap-Navigation umständlich
  • Begleiter weniger komplex als früher

Technische Daten:

  • Entwickler: BioWare
  • Publisher: Electronic Arts
  • Genre: Action-RPG
  • Plattformen: PC, PlayStation 5, Xbox Series X/S
  • Release: 31. Oktober 2024
  • Vorgänger: Dragon Age: Inquisition (2014)
  • Engine: Frostbite
  • Spielzeit: 30-100 Stunden
  • Altersfreigabe: USK 16

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