Ratchet & Clank: Rift Apart

Ratchet & Clank: Rift Apart im Test: Next-Gen-Premiere mit Dimensionssprüngen

Acht Jahre sind eine lange Zeit in der Videospielbranche. So lange mussten Fans der Ratchet & Clank-Serie auf einen richtigen neuen Hauptteil warten, nachdem Into the Nexus im November 2013 für die PlayStation 3 erschienen war. Zwar gab es 2016 ein gelungenes Remake des allerersten Teils für die PlayStation 4, das als filmbegleitendes Reboot konzipiert war, doch eine wirklich neue Geschichte mit frischen Ideen und Charakteren blieb aus. Mit Rift Apart ändert sich das grundlegend, denn Insomniac Games liefert nicht nur eine würdige Fortsetzung der Serie ab, sondern präsentiert gleichzeitig den vielleicht beeindruckendsten technischen Showcase der PlayStation 5 bisher.

Die Rückkehr nach acht Jahren: Warum die Pause sich gelohnt hat

Das 2016er-Remake als Brücke

Das 2016 erschienene Ratchet & Clank für die PlayStation 4 war kein wirklich neues Spiel im eigentlichen Sinne, sondern vielmehr ein aufwendiges Remake des allerersten Teils aus dem Jahr 2002. Es wurde parallel zum gleichnamigen Kinofilm entwickelt und sollte als spielbare Begleitung zum Film fungieren. Das Projekt war durchaus ambitioniert: komplett überarbeitete Grafik, neu aufgenommene Dialoge, zusätzliche Level und moderne Gameplay-Mechaniken aus den späteren Serienteilen machten es zu einem rundherum gelungenen Paket. Kritiker und Fans waren gleichermaßen begeistert, und das Spiel verkaufte sich mit über 5 Millionen Exemplaren hervorragend für ein Platformer im Jahr 2016.

Doch so schön das Remake auch war, es fehlte der kreative Mut und die narrative Freiheit eines völlig neuen Abenteuers. Die Geschichte war jedem Serienkenner bereits bekannt, die Charaktere etabliert, die Überraschungen begrenzt. Fans sehnten sich nach etwas Neuem, nach frischen Welten, nach Charakteren, die sie noch nicht kannten, nach Gameplay-Innovationen, die über ein grafisches Upgrade hinausgehen würden.

Into the Nexus: Der letzte richtige Hauptteil

Into the Nexus, der im November 2013 für die PlayStation 3 erschien, war der bislang letzte originäre Hauptteil der Serie vor Rift Apart. Es war ein vergleichsweise kompaktes Spiel mit etwa sechs bis acht Stunden Spielzeit, das als Budget-Titel zum Preis von nur 29,99 Euro angeboten wurde. Trotz des reduzierten Umfangs und Preises bot es klassisches Ratchet & Clank-Gameplay auf hohem Niveau, experimentierte mit Dimensionsrissen als Gameplay-Mechanik und erzählte eine durchaus solide Geschichte über Vertrauen und Verrat.

Die kritische Rezeption war positiv, und Fans schätzten die Rückkehr zu den Wurzeln nach dem etwas experimentelleren All 4 One und Full Frontal Assault. Doch kommerzielle Zahlen wurden nie offiziell veröffentlicht, und die PlayStation 3 stand bereits am Ende ihres Lebenszyklus. Into the Nexus fühlte sich wie ein würdiger Abschluss der PS3-Ära an, aber gleichzeitig war klar, dass die Serie mehr Potenzial hatte, wenn sie die Möglichkeiten neuer Hardware voll ausschöpfen könnte.

Die PlayStation 5 als Gamechanger

Mit der Ankündigung der PlayStation 5 und deren revolutionärer SSD-Technologie wurde schnell klar, dass Ratchet & Clank die perfekte Serie wäre, um diese neue Hardware zu demonstrieren. Die SSD der PS5 ist nicht einfach nur schneller als herkömmliche Festplatten oder selbst SATA-SSDs in PCs, sondern durch ihre direkte Integration in die System-Architektur und ihre spezialisierte Datenverarbeitung in der Lage, Daten mit bis zu 5,5 Gigabyte pro Sekunde zu laden. Das bedeutet in der Praxis: keine Ladebildschirme mehr, keine engen Korridore als versteckte Ladepausen, keine Fahrstuhlfahrten als Zeitschinder. Und genau diese Technologie macht Rift Apart erst möglich.

Insomniac Games erkannte das enorme Potenzial dieser Hardware-Innovation und baute ein komplettes Spielkonzept darum herum. Das Ergebnis ist ein Spiel, das ohne die PlayStation 5-SSD in dieser Form technisch schlichtweg nicht realisierbar gewesen wäre. Rift Apart ist damit nicht nur ein gutes Ratchet & Clank-Spiel, sondern der erste echte Beweis, dass Next-Gen mehr bedeutet als nur schönere Grafik und höhere Frameraten.

Ratchet & Clank Rift Apart

Das Rift Tether: Wenn SSD-Technologie zum Gameplay wird

Instant-Teleportation ohne Ladezeiten

Die zentrale Innovation von Rift Apart ist das sogenannte Rift Tether, ein Werkzeug, das es erlaubt, durch dimensionale Risse nahezu instantan über große Distanzen zu teleportieren. Das klingt zunächst nach einem netten Gimmick, das man aus anderen Spielen in ähnlicher Form kennt. Doch der entscheidende Unterschied liegt im Detail: Die Teleportation erfolgt ohne jegliche merkbare Ladezeit, ohne Fade-to-Black, ohne irgendeine Form von Unterbrechung des Spielflusses. Man zielt auf einen Riss, drückt die Taste, und ist sofort am Ziel, selbst wenn dieser Zielort eine komplett andere Welt mit völlig anderen Assets, Texturen, Lichtberechnungen und Umgebungsgeometrie ist.

Technisch ist das eine Meisterleistung, die nur durch die SSD-Geschwindigkeit der PlayStation 5 möglich wird. Das System muss in Sekundenbruchteilen die aktuelle Welt aus dem Arbeitsspeicher entfernen, die neue Welt komplett laden, alle Assets initialisieren, die Physik-Engine anpassen und das Rendering nahtlos fortsetzen. Auf einer herkömmlichen Festplatte oder selbst einer durchschnittlichen SATA-SSD würde dieser Vorgang mehrere Sekunden dauern, was den Spielfluss komplett ruinieren würde. Die PS5-SSD macht es nahtlos.

Dimensionswechsel als Kernmechanik

Das Rift Tether wird nicht nur für spektakuläre Momente eingesetzt, sondern ist fundamentaler Bestandteil des Level-Designs, der Kämpfe und der Rätsel. In vielen Kampfsituationen muss man geschickt zwischen verschiedenen Dimensionen hin- und herspringen, um Gegner zu flankieren, Deckung zu suchen oder Boss-Attacken auszuweichen. Einige Bosskämpfe nutzen die Mechanik besonders kreativ, indem sie den Spieler zwingen, in Sekundenbruchteilen zu entscheiden, in welche Dimension sie springen müssen, um zu überleben.

Die Level-Designer haben sich mit sichtbarer Freude ausgetobt und Szenarien erschaffen, die in früheren Konsolengenerationen schlichtweg unmöglich gewesen wären. Es gibt Sequenzen, in denen man innerhalb weniger Sekunden durch fünf oder sechs verschiedene Dimensionen springt, jede mit völlig unterschiedlicher Ästhetik, Umgebung und Feinden. Der nahtlose Fluss dieser Momente ist atemberaubend und fühlt sich selbst nach Stunden noch beeindruckend an.

Mehr als nur ein Tech-Demo-Feature

Was Rift Apart von einer reinen Tech-Demo unterscheidet, ist die intelligente Integration des Rift Tethers in die Spielmechanik. Es fühlt sich nie aufgesetzt oder erzwungen an, sondern ist organischer Bestandteil des Gameplays. Die Entwickler haben verstanden, dass revolutionäre Technologie nur dann wirklich beeindruckt, wenn sie dem Gameplay dient und nicht umgekehrt. Das Rift Tether ist kein Gimmick, das nach zwei Stunden nervig wird, sondern ein fundamentales Werkzeug, das bis zum Ende frisch und spannend bleibt.

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Waffenarsenal der Extraklasse: 20 Waffen, null Langeweile

Die Tradition der abgedrehten Waffen

Ratchet & Clank war schon immer für sein kreatives und oftmals völlig absurdes Waffenarsenal bekannt. Wo andere Shooter mit Pistolen, Maschinengewehren und Raketenwerfern arbeiten, bietet die Serie Waffen, die Gegner in Schaffe verwandeln, schwarze Löcher erzeugen oder winzige explosive Mr. Zurkon-Klone auf Feinde loslassen. Rift Apart setzt diese stolze Tradition nicht nur fort, sondern perfektioniert sie mit insgesamt 20 spielbaren Waffen, von denen jede einzelne einzigartig ist und ihren ganz eigenen Platz im taktischen Arsenal hat.

Von der Burst Pistol bis zum RYNO 8

Die Burst Pistol ist die solide Einstiegswaffe, die schnelle präzise Schüsse abgibt und sich perfekt für kleinere Gegner eignet. Die Enforcer ist die klassische Schrotflinte für Nahkampfsituationen, die bei voller Aufwertung ganze Gegnergruppen mit einem Schuss eliminieren kann. Der Shatterbomb-Werfer erzeugt kristalline Explosionen, die sich durch Kettenreaktionen vervielfachen und besonders gegen gepanzerte Feinde effektiv sind.

Das Lightning Rod ist eine der kreativsten Waffen im Spiel und erzeugt elektrische Kugeln, die zwischen Gegnern hin- und herspringen und ganze Gruppen gleichzeitig schädigen. Der Topiary Sprinkler verwandelt Gegner in harmlose Pflanzen, was nicht nur witzig aussieht, sondern auch taktisch wertvoll ist, um gefährliche Feinde temporär auszuschalten. Die Blackhole Storm erzeugt ein Portal, das alle Gegner in der Nähe einsaugt und massiven Schaden verursacht.

Die Mr. Fungi-Waffe beschwört einen pilzartigen Begleiter, der automatisch auf Gegner schießt und als mobile Ablenkung fungiert. Glove of Doom schleudert kleine explosive Roboter, die selbstständig auf Feinde zulaufen und spektakulär explodieren. Der Negatron Collider ist eine Art futuristische Railgun, die Gegner durchschlägt und besonders gegen größere Feinde verheerend ist.

Die absolut kultigste Waffe der Serie kehrt ebenfalls zurück: Das RYNO 8 (Rip Ya a New One). Diese legendäre Superwaffe zerreißt nicht nur Gegner mit absurder Feuerkraft, sondern beschwört zusätzlich zufällige Objekte aus anderen Dimensionen, die auf das Schlachtfeld fallen. Darunter befinden sich Easter Eggs aus anderen PlayStation-Spielen wie ein Turm aus Jak and Daxter oder ein Wumpa-Frucht aus Crash Bandicoot. Es ist absurd, übertrieben und genau das, was Ratchet & Clank ausmacht.

Waffen-Leveling und taktische Tiefe

Jede Waffe kann durch Nutzung aufgewertet werden und erhält bei jedem Level-Up neue Fähigkeiten oder verbesserte Werte. Auf maximaler Stufe schaltet man die Omega-Version frei, die noch stärkere Varianten mit zusätzlichen Spezialfähigkeiten bietet. Zusätzlich gibt es ein Raritanium-System, mit dem man Waffen individuell modifizieren kann: Mehr Schaden, höhere Feuerrate, größere Explosionsradien oder zusätzliche Effekte wie Feuer- oder Giftschaden.

Diese Tiefe sorgt dafür, dass man auch nach Stunden noch Spaß daran hat, verschiedene Waffen auszuprobieren und zu optimieren. Es gibt keine einzige Universalwaffe, die alle anderen obsolet macht. Stattdessen hat jede Waffe ihre spezifischen Stärken und Schwächen, und die besten Spieler wechseln dynamisch zwischen ihnen, abhängig von der Situation.

Ratchet & Clank: Rift Apart

DualSense-Integration: Haptisches Feedback, das begeistert

Adaptive Trigger pro Waffe

Der DualSense-Controller der PlayStation 5 war eine der größten Überraschungen der neuen Konsolengeneration, und Rift Apart gehört zu den Spielen, die dessen Potenzial am besten ausschöpfen. Jede einzelne der 20 Waffen hat ihr eigenes, individuelles Trigger-Verhalten. Die Burst Pistol hat einen leichten, knackigen Widerstand bei jedem Schuss. Die Enforcer-Schrotflinte erfordert einen kräftigen Druck, bevor sie mit spürbarem Rückstoß abfeuert. Die Shatterbomb-Granaten haben einen Zwei-Stufen-Trigger: Halb durchdrücken lädt die Granate auf, voll durchdrücken wirft sie.

Das Lightning Rod gibt ein pulsierendes Feedback, wenn die elektrischen Kugeln zwischen Gegnern springen. Das RYNO 8 vibriert wild und chaotisch, passend zu seiner absurden Zerstörungskraft. Diese Details klingen in der Beschreibung vielleicht nebensächlich, machen aber im Spielerlebnis einen enormen Unterschied. Man spürt den Unterschied zwischen den Waffen nicht nur visuell und akustisch, sondern auch physisch in den Händen.

Haptisches Feedback für Umgebungsinteraktion

Doch die DualSense-Integration beschränkt sich nicht nur auf Waffen. Auch die Umgebung wird fühlbar: Wenn man über verschiedene Oberflächen läuft, gibt der Controller unterschiedliches Feedback. Metall fühlt sich hart und kalt an, Gras weich und federnd, Wasser spritzig und leicht. Wenn man die Hover Boots benutzt, spürt man das Gleiten über den Boden als sanftes Vibrieren. Explosionen erzeugen kräftige Schockwellen im Controller, die sich anders anfühlen als Gewehrfeuer oder Nahkampfangriffe.

Insomniac Games hat verstanden, dass haptisches Feedback kein simples Gimmick ist, sondern eine zusätzliche Ebene der Immersion bietet, wenn es intelligent und zurückhaltend eingesetzt wird. Es wird nie aufdringlich oder störend, sondern bereichert das Spielerlebnis subtil und kontinuierlich.

Rivet: Mehr als nur Ratchets weibliche Version

Einführung einer neuen Protagonistin

Rivet ist die vielleicht größte narrative Bereicherung, die Rift Apart der Serie hinzufügt. Sie ist nicht einfach nur „Ratchet, aber weiblich“, sondern ein eigenständiger Charakter mit eigener Persönlichkeit, eigener Hintergrundgeschichte und eigener Charakterentwicklung. Sie stammt aus einer alternativen Dimension, in der die Geschichte der Serie anders verlaufen ist, und kämpft dort als Widerstandskämpferin gegen den tyrannischen Imperator Nefarious.

Rivet ist härter, zynischer und misstrauischer als Ratchet, was durch ihre traumatische Vergangenheit in einer von Nefarious unterdrückten Welt begründet ist. Sie hat durch einen Kampf ihren linken Arm verloren und trägt stattdessen eine cyberpunk-artige Prothese. Ihre Narben sind nicht nur physisch, sondern auch emotional, und es ist faszinierend zu beobachten, wie sie im Verlauf der Geschichte lernt, wieder zu vertrauen und Hoffnung zu schöpfen.

Jennifer Hale als Stimme

Die englische Synchronsprecherin Jennifer Hale, bekannt für ihre ikonische Rolle als Commander Shepard in Mass Effect, liefert eine herausragende Performance ab. Sie verleiht Rivet eine Mischung aus Stärke und Verletzlichkeit, Kampfgeist und unterdrückter Angst. Die deutschen Sprecher leisten ebenfalls solide Arbeit, doch Hales Performance hat eine Intensität und Nuanciertheit, die schwer zu überbieten ist.

Rivet ist nicht nur ein spielbares Tutorial-Level oder eine kurze Abwechslung, sondern spielt etwa die Hälfte des Spiels als vollwertige Co-Protagonistin. Man wechselt zwischen Ratchet und Rivet, und beide haben gleichermaßen wichtige Momente in der Story. Diese Gleichberechtigung der Charaktere ist erfrischend und zeigt, dass Insomniac Games nicht einfach nur eine Frau ins Spiel geworfen hat, um eine Checkbox abzuhaken, sondern sie als vollwertigen Teil der Erzählung verstehen.

Chemie zwischen den Charakteren

Die Dynamik zwischen Rivet und ihrem Begleiter Kit (einem alternativen Dimensionen-Clank) ist genauso charmant wie die zwischen Ratchet und Clank. Rivet und Kit haben ihre eigenen Konflikte und Versöhnungsmomente, die unabhängig von der Haupthandlung funktionieren. Die Szenen, in denen Rivet und Ratchet sich zum ersten Mal begegnen und vorsichtig Vertrauen aufbauen, gehören zu den emotionalsten Momenten des Spiels.

Präsentation: Pixar-Qualität trifft auf Raytracing-Magie

Grafik, die an Animationsfilme heranreicht

Rift Apart sieht aus wie ein spielbarer Pixar-Film, und das ist keine Übertreibung. Die Charaktermodelle sind unglaublich detailliert, mit individuellen Pelzhaaren, die sich im Wind bewegen, und Gesichtsanimationen, die selbst subtile Emotionen glaubwürdig darstellen. Die Umgebungen sind atemberaubend vielfältig, von futuristischen Neonmetropolen über üppige Dschungelwelten bis hin zu interdimensionalen Raumstationen voller verrückter Details.

Die Farbpalette ist leuchtend und gesättigt, ohne kitschig zu wirken. Jede Welt hat ihre eigene visuelle Identität, und die Liebe zum Detail ist in jedem Frame spürbar. Es gibt unzählige kleine Animationen und Hintergrunddetails, die man erst beim zweiten oder dritten Durchlauf bemerkt: fliegende Fahrzeuge in der Ferne, NPCs mit eigenen kleinen Animationsroutinen, dynamische Wettereffekte, die sich auf das Licht auswirken.

Raytracing als visueller Quantensprung

Rift Apart nutzt Raytracing für Reflexionen und Lichtberechnung, und der Unterschied ist beeindruckend. Spiegelnde Oberflächen reflektieren akkurat die Umgebung, Wasseroberflächen zeigen realistische Lichtbrechungen, und Glasfassaden spiegeln die Stadt dahinter pixelgenau wider. In einem Spiel mit so vielen metallischen und glänzenden Oberflächen macht Raytracing einen enormen Unterschied und sorgt für eine visuelle Glaubwürdigkeit, die ohne diese Technologie nicht möglich wäre.

Die Beleuchtung ist dynamisch und reagiert auf alle Ereignisse im Spiel. Explosionen werfen orange-rote Schatten, Mündungsfeuer leuchtet Gesichter kurz auf, und die Dimensionsrisse erzeugen verzerrte Lichteffekte, die an die Gravitationslinsenwirkung schwarzer Löcher erinnern. Technisch ist das eine Meisterleistung, die zeigt, wozu die PlayStation 5 in den Händen talentierter Entwickler fähig ist.

Performance-Modi und ihre Unterschiede

Rift Apart bietet drei Performance-Modi: Fidelity-Modus mit nativer 4K-Auflösung und 30fps, Performance-Modus mit dynamischer 4K-Auflösung und 60fps ohne Raytracing, sowie Performance RT-Modus mit 60fps und Raytracing bei reduzierter Auflösung zwischen 1440p und 1800p. Die eindeutige Empfehlung lautet: Performance RT-Modus. Er kombiniert die flüssigen 60fps mit den visuellen Vorteilen von Raytracing, und die Auflösungsreduktion fällt im normalen Spielbetrieb kaum auf.

Der Fidelity-Modus sieht auf Screenshots beeindruckend aus, aber nach einigen Minuten bei 60fps fühlen sich 30fps einfach träge und schwerfällig an, besonders in einem so temporeichen Action-Spiel. Der Performance-Modus ohne Raytracing ist ebenfalls flüssig, aber der visuelle Unterschied durch fehlendes Raytracing ist spürbar. Performance RT ist der ideale Kompromiss zwischen Bildqualität und Spielbarkeit.

Story: Dimensionen, Freundschaft und Vertrauen

Die Handlung in Kürze

Die Geschichte beginnt mit einer Parade zu Ehren von Ratchet und Clank, die von Dr. Nefarious angegriffen wird. Nefarious stiehlt den Dimensionator, ein Gerät, das Portale zwischen Paralleluniversen öffnen kann, und will es nutzen, um in eine Dimension zu reisen, in der er gewonnen hat. Der Plan geht schief, die Dimensionen kollabieren, und Ratchet wird von Clank getrennt. Er landet in einer alternativen Dimension, wo er auf Rivet trifft, während Clank auf den Imperator Nefarious und dessen Schergen stößt.

Die beiden Handlungsstränge entwickeln sich parallel: Ratchet und Rivet müssen zusammenarbeiten, um die Dimensionen zu reparieren und ihre Freunde zu retten, während Clank und Kit ihre eigene Reise durchlaufen. Die Story ist familienfreundlich, aber nie kindisch, mit echten emotionalen Momenten und überraschend viel Tiefe in der Charakterentwicklung.

Themen: Vertrauen, Verlust und Identität

Rift Apart behandelt Themen, die über die übliche „Böse-Bösewicht-muss-gestoppt-werden“-Prämisse hinausgehen. Es geht um Vertrauen nach Verrat, um den Umgang mit Verlust, und um die Frage, ob man durch seine Vergangenheit definiert wird oder sich selbst neu erfinden kann. Rivet kämpft mit ihrem Misstrauen gegenüber anderen nach Jahren im Widerstand. Ratchet kämpft mit der Frage nach seiner Herkunft und seinem Platz in der Welt. Kit kämpft mit ihrer Schuld über vergangene Fehler.

Diese Themen werden nie plump oder pädagogisch vermittelt, sondern organisch in die Handlung eingewebt. Die Entwickler vertrauen darauf, dass sowohl Kinder als auch Erwachsene diese emotionalen Ebenen verstehen, ohne dass alles explizit ausgesprochen werden muss.

Vorhersehbarkeit und Twists

Die Haupthandlung ist größtenteils vorhersehbar für erfahrene Spieler. Die Twists sind sichtbar, die Bösen sind offensichtlich böse, und das Gute siegt am Ende. Aber das ist kein Fehler, sondern bewusste Genreentscheidung. Ratchet & Clank war nie eine Serie, die mit schockierenden Plot-Twists oder düsteren Wendungen operiert hat. Es ist ein optimistisches, hoffnungsvolles Abenteuer, das man gemeinsam mit Familie und Freunden genießen kann, und in diesem Kontext ist die Vorhersehbarkeit eher ein Feature als ein Bug.

Gameplay: Bewährtes perfektioniert

Die klassische Formel bleibt unangetastet

Gameplay-technisch bleibt Rift Apart der bewährten Formel treu: Third-Person-Shooter-Action kombiniert mit Platforming-Einlagen, Sammelobjekten, Rätseln und gelegentlichen Minispielen. Man durchläuft verschiedene Planeten und Dimensionen, bekämpft Horden von Gegnern, schaltet neue Waffen frei, sammelt Bolts (die Währung), Raritanium (für Upgrades) und zahlreiche Sammelobjekte wie Goldschrauben und Spybots.

Die Kampfmechanik ist flüssig und befriedigend. Man kann zwischen allen 20 Waffen mit dem Waffenrad blitzschnell wechseln, Nahkampfangriffe mit dem Omniwrench ausführen, Dash-Moves zur Verteidigung nutzen, und Phantomdash für schnelle Repositionierung einsetzen. Die Kämpfe sind dynamisch und belohnen aggressives Spiel mit konstantem Waffenwechsel.

Plattforming und Rätsel

Die Plattforming-Abschnitte sind präzise und fair. Ratchet und Rivet bewegen sich geschmeidig, Sprünge fühlen sich gut an, und die Wallruns und Schienengrinds sind spektakulär inszeniert. Es gibt keine frustrierenden Präzisionssprünge, die dutzende Versuche erfordern, aber auch genug Herausforderung, dass es sich lohnend anfühlt, wenn man einen schwierigen Abschnitt meistert.

Die Rätsel sind größtenteils einfach gehalten und dienen eher als Tempowechsel denn als echte Herausforderung. Es gibt Hacking-Minispiele, in denen man als Clank oder Kit Energieleitungen verbinden muss, Glitch-Challenges mit 2D-Retro-Optik, und gelegentliche Umgebungsrätsel. Nichts davon ist besonders anspruchsvoll, aber es lockert die Action auf und verhindert, dass das Spiel zu eintönig wird.

Schwierigkeitsgrad und Zugänglichkeit

Rift Apart bietet fünf Schwierigkeitsgrade von „Story“ bis „Renegade Legend“, wobei die mittleren Stufen für die meisten Spieler ideal sind. „Story“ ist extrem einfach und macht praktisch unverwundbar, perfekt für jüngere Spieler oder Menschen, die nur die Geschichte erleben wollen. „Renegade Legend“ erfordert taktisches Spiel, Waffenwechsel und Ausnutzung der Umgebung und bietet eine ordentliche Herausforderung für Genre-Veteranen.

Die Accessibility-Optionen sind umfangreich und vorbildlich. Es gibt Optionen für Farbenblindheit, Untertitel-Anpassungen, Button-Remapping, Gameplay-Assistenten wie automatisches Zielen oder Slow-Motion während des Zielens, und vieles mehr. Insomniac Games hat verstanden, dass Spiele für möglichst viele Menschen zugänglich sein sollten, ohne die Integrität des Kernerlebnisses zu gefährden.

Umfang und Wiederspielwert

Hauptstory: 10-12 Stunden

Die Hauptstory ist mit 10-12 Stunden relativ kurz, besonders im Vergleich zu modernen Open-World-Monstern, die gerne 60-80 Stunden für die Hauptgeschichte veranschlagen. Das ist jedoch kein Nachteil, sondern eine bewusste Entscheidung. Rift Apart ist straff inszeniert, ohne Füller-Missionen oder künstliche Verlängerung. Jede Mission, jedes Level, jeder Boss hat einen klaren Zweck und trägt zur Geschichte bei. Es gibt kein Fett, das man wegschneiden könnte.

Für manche Spieler mag der Preis von 69,99€ für 10-12 Stunden hoch erscheinen, besonders wenn man es mit Spielen vergleicht, die dutzende oder hunderte Stunden Content bieten. Doch Qualität sollte über Quantität stehen, und Rift Apart bietet 10-12 Stunden exzellenten, polierten Content ohne eine einzige langweilige Minute.

Nebenmissionen und Sammelobjekte

Zusätzlich zur Hauptstory gibt es zahlreiche Nebenmissionen: Spybot-Sammelquests, die Hintergrundgeschichten der Dimensionen erzählen; Glitch-Challenges, die plattforming-fokussierte Retro-Einlagen sind; Zurpstein-Challenges in goldenen Arenen; und verschiedene Sammelaufgaben. Mit all diesen Inhalten kommt man auf 15-18 Stunden, für 100% Completion eher 20-30 Stunden.

Die Sammelobjekte sind sinnvoll eingebaut. Goldschrauben schalten cheats und besondere Belohnungen frei, Raritanium ist essentiell für Waffen-Upgrades, und die Rüstungen bieten nicht nur kosmetische Veränderungen, sondern auch teilweise kleine Gameplay-Boni. Die Spybot-Sammelquest erzählt interessante Nebengeschichten über die Dimensionen und ihre Bewohner.

Challenge-Modus und Endgame

Nach Abschluss der Story schaltet man den Challenge-Modus frei, der im Prinzip ein New Game Plus ist. Man startet die Geschichte mit allen gesammelten Waffen und Upgrades neu, Gegner sind stärker, und man kann Omega-Versionen der Waffen freischalten. Zusätzlich gibt es die Golden Arena Cups, schwierige Kampf-Challenges mit Leaderboards.

Für Completionisten und Trophy-Jäger gibt es genug zu tun, ohne dass es überwältigend oder frustrierend wird. Die Platinum-Trophäe ist anspruchsvoll, aber fair und ohne nervige Online-Komponente oder extreme Grinding-Anforderungen.

Für wen ist Rift Apart geeignet?

Familien und jüngere Spieler

Rift Apart ist mit seiner USK-6-Freigabe perfekt für Familien geeignet. Es gibt keine Gewalt gegen Menschen, nur gegen Roboter und cartoonartige Aliens, kein Blut, kein Fluchen, und der Humor ist sauber und familienfreundlich. Die anpassbare Schwierigkeit bedeutet, dass selbst jüngere Kinder mit den Assistenzfunktionen erfolgreich sein können, während ältere Geschwister oder Eltern auf höheren Schwierigkeitsgraden gefordert werden.

Die Geschichte behandelt Themen wie Freundschaft, Vertrauen und Mut auf eine Weise, die Kinder verstehen können, aber nie herablassend oder vereinfachend wirkt. Es ist eines der wenigen modernen Spiele, die Erwachsene und Kinder gleichermaßen unterhalten können, ohne Kompromisse bei der Qualität zu machen.

Genre-Fans und PlayStation-Enthusiasten

Für Fans von Third-Person-Action-Adventures ist Rift Apart ein Pflichtkauf. Die Mischung aus Shooting, Platforming und Sammeln funktioniert hervorragend, und die 20 Waffen bieten genug Abwechslung für dutzende Stunden. Fans der Serie werden die Rückkehr geliebter Charaktere und die vielen Easter Eggs zu schätzen wissen, während Neueinsteiger problemlos einsteigen können.

PlayStation 5-Besitzer, die ein Spiel suchen, das die Fähigkeiten ihrer Konsole wirklich ausreizt, finden hier das beste Beispiel. Das Rift Tether, die DualSense-Integration, die Raytracing-Grafik und die null Ladezeiten sind Features, die nur auf der PS5 in dieser Form funktionieren. Rift Apart ist der Showcase-Titel, den man seinen Freunden zeigt, um zu demonstrieren, warum man sich eine neue Konsole gekauft hat.

Nicht geeignet für

Spieler, die Open-World-Freiheit, hunderte Stunden Content oder hochkomplexe RPG-Systeme suchen, werden hier nicht glücklich. Rift Apart ist ein lineares Spiel mit klarer Level-Struktur, das zwar Exploration innerhalb der Levels ermöglicht, aber keine riesige offene Welt bietet. Die Story ist familienfreundlich und optimistisch, nicht düster oder moralisch ambivalent.

Hardcore-Shooter-Fans, die auf kompetitiven Multiplayer oder extreme taktische Tiefe Wert legen, werden ebenfalls enttäuscht. Es gibt keinen Multiplayer, keinen Koop-Modus, und die Kämpfe sind eher arcade-artig als simulativ oder taktisch komplex.

Technische Performance und Stabilität

Null nennenswerte technische Probleme

Rift Apart ist technisch nahezu makellos. In über 20 Stunden Spielzeit gab es keinen einzigen Absturz, keine eingefrorenen Bildschirme, keine Grafikfehler oder Clipping-Probleme. Die Framerate ist im Performance RT-Modus stabil bei 60fps ohne merkbare Einbrüche, selbst in den chaotischsten Kampfszenen mit dutzenden Gegnern, Explosionen und Partikeleffekten gleichzeitig auf dem Bildschirm.

Die Ladezeiten sind tatsächlich quasi nicht existent. Schnellreise zwischen Planeten dauert 2-3 Sekunden, Respawn nach dem Tod ist instant, und das Starten des Spiels vom Dashboard aus dauert etwa 10 Sekunden bis zum Spielmenü. Verglichen mit den oft minutenlangen Ladezeiten der PS4-Generation ist das ein Quantensprung.

PC-Version: Technisch anspruchsvoll

Die im Juli 2023 erschienene PC-Version ist deutlich anspruchsvoller als das PS5-Original. Um die gleiche Qualität und Performance zu erreichen, braucht man High-End-Hardware: Eine RTX 4070 oder besser für 60fps mit Raytracing in 1440p, und selbst dann erreicht man nicht ganz die Effizienz der PS5-Version. DirectStorage hilft bei den Ladezeiten, ist aber nicht ganz so schnell wie die proprietäre PS5-Lösung.

Die PC-Version bietet dafür höhere Auflösungen, Ultrawide-Support und unbegrenzte Framerates für Besitzer entsprechender Hardware. Wer einen absolut leistungsfähigen PC besitzt, bekommt die technisch beste Version, aber die PS5-Version bleibt das optimierte Erlebnis, für das das Spiel ursprünglich entwickelt wurde.

FAQ: Die wichtigsten Fragen zu Ratchet & Clank: Rift Apart

Brauche ich Vorkenntnisse der Serie?

Nein, überhaupt nicht. Rift Apart ist als Standalone-Story konzipiert, die auch ohne jegliche Vorkenntnisse funktioniert. Es gibt natürlich Callbacks und Referenzen für langjährige Fans, bekannte Charaktere kehren zurück, und die Beziehung zwischen Ratchet und Clank baut auf ihrer gemeinsamen Geschichte auf. Aber die Handlung wird so erzählt, dass Neueinsteiger alle wichtigen Informationen bekommen, ohne von Referenzen erschlagen zu werden.

Wer Into the Nexus aus dem Jahr 2013 oder das 2016er-Remake gespielt hat, wird einige narrative Verbindungen erkennen und mehr emotionale Resonanz mit bestimmten Momenten haben. Aber es ist definitiv nicht nötig. Das Spiel richtet sich bewusst auch an eine neue Generation von Spielern, die mit der PlayStation 5 ihre erste Sony-Konsole bekommen haben.

Wie lange dauert das Spiel?

Die reine Hauptstory dauert etwa 10 bis 12 Stunden, wenn man zügig durchspielt und sich nicht zu sehr mit Nebensachen aufhält. Wer ein paar Nebenmissionen mitnimmt und etwas sammelt, kommt auf etwa 15 bis 18 Stunden. Ein vollständiger Completionist-Run, bei dem man alle Sammelgegenstände findet, alle Waffen maximal aufwertet, alle Nebenmissionen abschließt und sämtliche Trophäen freischaltet, dauert etwa 20 bis 30 Stunden.

Der Challenge-Modus verlängert die Spielzeit zusätzlich, da man im New Game Plus die Omega-Waffen freischalten und an den Arena-Challenges teilnehmen kann. Wer das Spiel wirklich ausreizen will, kann durchaus 40 Stunden oder mehr damit verbringen.

Welcher Grafikmodus ist der beste?

Die klare Empfehlung lautet: Performance RT-Modus. Er kombiniert flüssige 60 Bilder pro Sekunde mit aktiviertem Raytracing und bietet damit das beste Gesamterlebnis aus Optik und Spielgefühl. Die Auflösung schwankt zwischen 1440p und 1800p, was beim normalen Spielen kaum auffällt, besonders nicht auf einem typischen Fernseher mit zwei bis drei Metern Abstand.

Der Fidelity-Modus mit nativer 4K-Auflösung und 30fps sieht auf Screenshots beeindruckend aus und ist perfekt für den Fotomodus, aber im normalen Spielbetrieb fühlen sich 30fps nach einigen Minuten bei 60fps einfach träge und schwerfällig an. Die zusätzliche Schärfe ist den Verlust an Flüssigkeit nicht wert.

Der Performance-Modus ohne Raytracing bietet ebenfalls 60fps, verzichtet aber auf die Raytracing-Effekte, was gerade in einem visuell so beeindruckenden Spiel schade ist. Die Reflexionen sind dann weniger akkurat, und Beleuchtung wirkt flacher. Performance RT ist der ideale Mittelweg.

Ist das Spiel kinderfreundlich?

Absolut ja. Rift Apart hat eine USK-6-Freigabe und ist durch und durch familienfreundlich. Es gibt keinerlei Gewalt gegen Menschen oder realistische Wesen, nur gegen Roboter und cartoonartige Aliens, die eher lustig als bedrohlich wirken. Es gibt kein Blut, keine Verstümmelungen, keine grafischen Gewaltdarstellungen. Der Humor ist sauber und clever, ohne auf Fäkalhumor oder zweideutige Witze zurückzugreifen.

Die Story behandelt Themen wie Freundschaft, Vertrauen, Mut und Zusammenhalt auf eine Weise, die Kinder verstehen und aus der sie etwas lernen können, ohne dass es pädagogisch oder moralisierend wirkt. Der Schwierigkeitsgrad ist vollständig anpassbar, sodass selbst jüngere Kinder mit den Assistenzfunktionen Erfolg haben können.

Wichtig zu betonen: Kinderfreundlich bedeutet nicht „nur für Kinder“. Erwachsene haben ebenso viel Spaß am Spiel. Es ist eine dieser seltenen Produktionen, die wirklich alle Altersgruppen ansprechen können.

Gibt es Multiplayer oder Koop?

Nein, Ratchet & Clank: Rift Apart ist ein reines Singleplayer-Erlebnis. Es gibt keinen Multiplayer-Modus, keinen Koop-Modus und keine Online-Komponente. Man wechselt zwar zwischen Ratchet und Rivet als spielbare Charaktere, aber diese Wechsel sind story-bedingt und nicht frei wählbar. Man kann nicht zu zweit auf einer Couch spielen.

Das ist eine bewusste Designentscheidung, die es den Entwicklern erlaubt hat, sich vollständig auf ein perfekt inszeniertes Singleplayer-Abenteuer zu konzentrieren, ohne Kompromisse für Multiplayer-Features eingehen zu müssen.

Lohnt sich die Deluxe Edition?

Die Digital Deluxe Edition kostet 79,99€ statt 69,99€ für die Standard Edition und enthält fünf zusätzliche Rüstungssets (Carbonox, Pixelizer, Retro, Bomber Legendary und Wasteland Gear), 20 Raritanium zum Aufrüsten von Waffen, ein digitales Artbook, den Soundtrack und zusätzliche Fotomodus-Sticker.

Für Hardcore-Fans der Serie oder Menschen, die Artbooks und Soundtracks schätzen, kann sich das lohnen. Die Rüstungen sind rein kosmetisch und haben keinen Gameplay-Einfluss. Das Raritanium ist nett für den Start, aber man findet im Spiel genug davon. Die Standard Edition ist für die allermeisten Spieler völlig ausreichend, und die zusätzlichen 10€ sind eher eine Fan-Service-Investition als eine spielerische Notwendigkeit.

Fazit: Der definitive PlayStation 5-Showcase

Ratchet & Clank: Rift Apart ist weit mehr als nur ein weiterer Teil einer etablierten Serie. Es ist der erste echte Beweis, dass die PlayStation 5 tatsächlich Next-Gen ist und nicht nur eine grafisch aufgemotzte PlayStation 4 Pro. Die SSD-Integration ist revolutionär und öffnet Türen für Game-Design-Möglichkeiten, die vorher schlichtweg nicht realisierbar waren. Das Rift Tether ist kein Marketing-Gimmick, sondern fundamentaler Bestandteil des Gameplays, der bis zum Ende frisch und spektakulär bleibt.

Die 20 einzigartigen Waffen bieten mehr Abwechslung als die meisten modernen Shooter, die sich auf realistische Waffenarsenale beschränken. Die DualSense-Integration ist vorbildlich und zeigt, was möglich ist, wenn Entwickler sich wirklich die Zeit nehmen, Controller-Features sinnvoll zu nutzen. Rivet ist eine hervorragende Bereicherung für die Serie und weit mehr als nur ein weiblicher Ratchet-Klon.

Grafisch ist das Spiel atemberaubend und erreicht Animationsfilm-Qualität, die man sonst nur von Pixar oder Dreamworks kennt. Die Performance ist makellos, die technische Umsetzung nahezu perfekt. Die Story ist familienfreundlich ohne kindisch zu sein, emotional ohne kitschig zu werden, und optimistisch ohne naiv zu wirken.

Die Kritikpunkte sind minimal: Die Hauptstory ist mit 10-12 Stunden relativ kurz, Nebenmissionen können etwas repetitiv werden, und die Linearität wird manche Spieler stören, die offene Welten bevorzugen. Doch diese Schwächen sind marginal im Vergleich zu den zahlreichen Stärken.

Ratchet & Clank: Rift Apart ist ein Pflichtkauf für jeden PlayStation 5-Besitzer. Es ist das Spiel, das man seinen Freunden zeigt, wenn sie fragen: „Warum hast du dir eine PS5 gekauft?“ Es ist der Beweis, dass Next-Gen mehr bedeutet als nur schönere Grafik. Es ist ein Meisterwerk moderner Spieleentwicklung.

Wertung

9,0 / 10

Pro:

  • SSD-Integration als Gameplay-Element revolutionär
  • Rift Tether ermöglicht spektakuläre Momente
  • 20 abgedrehte Waffen, alle einzigartig
  • DualSense-Features perfekt implementiert
  • Rivet brillante neue Protagonistin
  • Grafik auf Pixar-Niveau
  • Null merkbare Ladezeiten
  • Performance RT-Modus balanciert Schönheit und Flüssigkeit perfekt
  • Familienfreundlich ohne kindisch zu sein
  • Umfangreiche Accessibility-Optionen

Contra:

  • Hauptstory mit 10-12 Stunden relativ kurz
  • Nebenmissionen manchmal repetitiv
  • Sammeln kann für Completionisten nervig werden
  • Story gelegentlich vorhersehbar
  • Linearität (keine Open World)
  • Schwierigkeitsgrad eher leicht
  • Keine echten Schwachpunkte, aber auch keine Überraschungen außerhalb der Technik

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