6 Siege Brettspiel

6: Siege Brettspiel: KI-Fotos erschüttern das Vertrauen der Backer — das darf nicht sein

Für viele Backer des 6: Siege Brettspiels war die Nachricht wie ein Schlag in die Magengrube. Steamforged Games veröffentlichte am 21. Mai auf der Gamefound-Projektseite ein Produktions-Update mit vermeintlichen Behind-the-Scenes-Fotos aus der Fabrik — und die Community deckte innerhalb von Stunden auf, dass die Bilder KI-generiert waren.

Für alle, die den Weg dieses Projekts von Anfang an mitgemacht haben, war das ein besonders bitterer Moment.

Ein langer Weg voller Enttäuschungen

Wer das ursprüngliche Crowdfunding bei Mythic Games mitgemacht hat, kennt dieses Gefühl bereits. Das Mythic-Fiasko hat Hunderte von Backers echtes Geld gekostet — Geld, das nie in Form des versprochenen Spiels zurückgekehrt ist. Für viele war die Ankündigung des Steamforged-Reprints daher ein vorsichtiger Hoffnungsschimmer. Steamforged ist kein Mythic. Das Studio hat mit dem Dark Souls Brettspiel, der ELDEN RING-Umsetzung und Dutzenden weiteren Projekten bewiesen, dass es verlässlich liefern kann.

Und dennoch: Wer einmal von einem Crowdfunding-Projekt betrogen wurde, trägt diese Erfahrung mit sich. Das Vertrauen ist nicht unendlich regenerierbar. Jede Unregelmäßigkeit, jedes fragwürdige Update, jede ungeklärte Verzögerung trifft den wunden Punkt. Und jetzt das.

Was passiert ist

Das Update vom 21. Mai trug den Titel „Print production is well and truly underway“ und zeigte mehrere Fotos der Spielkomponenten in verschiedenen Produktionsstadien. Fans auf Reddit und Social Media erkannten die Bilder sofort als KI-generiert: unsinnige Beschriftungen, inkonsistente Beleuchtung, fehlerhafte Schriftzüge. Das entlarvendste Detail war ein Foto, auf dem eine Charge Boards mehrfach größer wirkt als die andere. Reddit-User u/Orbidsku brachte es trocken auf den Punkt: „AFAIK there is no travel version of the game.“

Steamforged hatte damit — ob gewollt oder nicht — KI-Bilder als echte Produktionsnachweise präsentiert. Für eine Community, die bereits einmal echtes Geld in ein nie geliefertes Spiel investiert hat, ist genau das der schlimmste anzunehmende Vertrauensbruch.

Die Reaktion von Steamforged

CEO und Mitgründer Rich Loxam meldete sich umgehend zu Wort. Seine Erklärung: Die Bilder stammten nicht von Steamforged selbst, sondern von ihrem Produktionspartner — der sie seinerseits von einem Subunternehmer erhalten hatte. Dieser Prozess habe in zehn Jahren und hunderten von Kampagnen nie Probleme verursacht.

„We are extremely disappointed, frustrated, and unhappy to now find those images appear to have been edited using AI. This is something we were not told, do not condone, and would never have approved. We absolutely understand why our backers are concerned and we wholeheartedly share their concern. It is unacceptable.“

Als Beleg für den tatsächlichen Produktionsfortschritt verwies Loxam auf ein früheres Update, in dem echte Fotos fertiger Miniaturen gezeigt worden waren. Steamforged arbeitet nun daran, verifizierte Produktionsfotos schnellstmöglich nachzuliefern. Ein Folge-Update mit dem Titel „A message to our community“ erschien tags darauf mit einer weiteren Entschuldigung.

Vertrauen ist keine Selbstverständlichkeit

Man kann Loxams Erklärung für plausibel halten — und sie ist es, zumindest technisch gesehen. Dass ein Subunternehmer KI-Bilder einreicht, ohne den Auftraggeber zu informieren, ist keine völlig abwegige Situation in einer Branche, die noch keine klaren Standards für solche Fälle hat. Steamforged hat nachweislich Miniaturen produziert. Die Produktionsmeldungen der letzten Monate waren real.

Und trotzdem: Für Backer, die Mythic Games erlebt haben, reicht „plausibel“ nicht. Diese Community hat gelernt, dass gut klingende Erklärungen manchmal genau das sind — gut klingend. Das Steamforged hier schnell und transparent reagiert hat, ist positiv. Dass es überhaupt so weit kommen musste, ist es nicht.

Was jetzt zählt, ist das Einzige, das im Crowdfunding am Ende wirklich zählt: Die Spiele müssen ankommen. Ab Juli 2026, wie versprochen. Alles andere ist Lärm.

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