Was steckt hinter dem Patent?
Was klingt wie ein Gimmick aus einem Sci-Fi-Film, ist ein ernsthaftes Sony-Patent: Der PlayStation-Hersteller hat ein Gamepad-Konzept zum Schutz eingereicht, bei dem sich die Tasten des Controllers während des Spielens physisch verändern – von butterweich bis steinhart, in Echtzeit.
Das Patent wurde bereits im November 2024 bei der World Intellectual Property Organization (WIPO) eingereicht und tauchte im Mai 2026 öffentlich auf, nachdem es von Cheat Happens entdeckt worden war. Der etwas sperrige offizielle Titel lautet „Operation Device, Information Processing Apparatus, Control Method Thereof, and Program“ – dahinter verbirgt sich die Idee eines Controllers, dessen Bedienoberflächen auf das Spielgeschehen reagieren.
Magnetisches Elastomer statt starrer Plastiktaste
Für den Effekt setzt Sony auf ein sogenanntes magnetoviskoelastisches Elastomer – ein spezieller Kunststoff, der auf Magnetfelder reagiert. Im Ruhezustand verhält sich die Taste wie gewohnt. Schaltet der Controller einen Elektromagneten im Inneren ein, wird das Material innerhalb kürzester Zeit zäh, schwerfällig oder im Extremfall bretthart. Sobald das Magnetfeld wieder abfällt, wird die Taste sofort wieder leichtgängig. Als zweite Variante nennt das Patent flüssigkeitsgefüllte Membranen unter den Knöpfen, bei denen ein elektronisch gesteuertes Ventil bestimmt, wie viel Widerstand die Taste gibt.
Der praktische Nutzen ist naheliegend: Eine Taste, die sich nicht drücken lässt, weil eine Fähigkeit im Spiel noch nicht aufgeladen ist. Ein Analogstick, der bei Schlamm oder Treibsand schwerer zu bewegen wird. Waffenwechsel, die sich je nach Ausrüstungsgewicht unterschiedlich anfühlen.
Der „Finger Grab“-Effekt
Noch interessanter – und zugegeben etwas unheimlicher – ist ein weiterer Mechanismus, den das Patent beschreibt: der sogenannte „Finger Grab“-Effekt. Dabei gibt eine Taste zunächst nach, sodass der Finger leicht einsinkt. Anschließend verhärtet sich das Material um die Fingerkuppe herum und hält sie kurz fest. Sony nennt als Anwendungsbeispiel Szenarien, in denen die Spielfigur von einem Gegner gepackt oder im Sumpf festgehalten wird – der Controller würde das dann buchstäblich nachbilden.
Weniger dramatisch: Das weiche Material passt sich zunächst an die Fingerform an und verhärtet dann, um einen besseren Halt zu gewährleisten und Abrutschen zu verhindern. Sony erwähnt in diesem Zusammenhang auch mögliche Vorteile für die Barrierefreiheit – Spielerinnen und Spieler könnten die benötigte Druckkraft individuell an ihre motorischen Fähigkeiten anpassen.
Nächste Stufe nach dem DualSense
Der DualSense der PS5 war bei seinem Launch ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Haptisches Feedback und adaptive Trigger, die den Widerstand beim Spannen eines Bogens oder das Verklemmen einer Waffe physisch simulieren, haben die Messlatte für Controller-Immersion merklich angehoben. Das neue Patent wäre die logische Eskalation dieser Idee – weg von reinen Triggern, hin zu Tasten und Sticks, die ebenfalls auf das Spielgeschehen reagieren.
Ob daraus jemals ein echtes Produkt wird, ist offen. Sony hat in der Vergangenheit zahlreiche Controller-Konzepte patentiert, die nie in den Handel kamen – erst kürzlich machte ein Patent für einen vollständig tastenlosen Touchscreen-Controller die Runde. Sollte Sony die Technologie tatsächlich zur Marktreife bringen, dürfte das frühestens mit der nächsten PlayStation-Generation um 2028/2029 der Fall sein.

