Resident Evil ist nicht nur eine der wichtigsten Spielereihen im Horror-Genre — das Franchise hat auch auf der Kinoleinwand und beim Streaming eine lange Geschichte hinter sich. Die ist allerdings durchwachsen: Während die Spiele kontinuierlich besser wurden, war der Weg zur überzeugenden Verfilmung steinig. Ein Überblick über alle Filme, Serien und Animationsproduktionen.
Wer zunächst einen Überblick über die Spielereihe selbst sucht, findet ihn in unserem Artikel Resident Evil – Die Spielreihe erklärt.
Die Milla-Jovovich-Reihe (2002–2016)
Die bekanntesten Resident Evil-Verfilmungen stammen von Regisseur Paul W.S. Anderson und sind gleichzeitig die umstrittensten. Sechs Kinofilme zwischen 2002 und 2016, alle mit Milla Jovovich als Protagonistin Alice — einer Figur, die in den Spielen nicht existiert.
Mit einem weltweiten Einspielergebnis von über 1,2 Milliarden US-Dollar gilt die Reihe als kommerziell erfolgreichste Videospielverfilmung. Kritisch gesehen haben die Filme mit der Vorlage allerdings wenig gemein: Alice ist eine übermenschliche Actionheldin, die Atmosphäre der Spiele fehlt weitgehend. Als Popcorn-Horror-Action funktionieren die Filme trotzdem — besonders die ersten beiden Teile.
Alle sechs Teile im Überblick:
| Titel | Jahr |
|---|---|
| Resident Evil | 2002 |
| Resident Evil: Apocalypse | 2004 |
| Resident Evil: Extinction | 2007 |
| Resident Evil: Afterlife | 2010 |
| Resident Evil: Retribution | 2012 |
| Resident Evil: The Final Chapter | 2016 |
Welcome to Raccoon City (2021)
Nach dem Ende der Jovovich-Reihe folgte 2021 ein erster Reboot-Versuch von Regisseur Johannes Roberts. Welcome to Raccoon City orientierte sich deutlich stärker an den Spielen — mit klassischen Schauplätzen wie dem Spencer-Anwesen und dem Raccoon City Police Department — und wurde von Fans der Vorlage wärmer empfangen. Kommerziell blieb der Film hinter den Erwartungen zurück, eine Fortsetzung wurde nie realisiert.
Die Animationsfilme — näher an den Spielen
Parallel zu den Kinofilmen veröffentlichte Capcom vier CGI-Animationsfilme, die direkt im Spieluniversum angesiedelt sind und als offiziell kanonisch gelten:
| Titel | Jahr | Einordnung in die Spielreihe |
|---|---|---|
| Resident Evil: Degeneration | 2008 | Zwischen RE4 und RE5 |
| Resident Evil: Damnation | 2012 | Zwischen RE5 und RE6 |
| Resident Evil: Vendetta | 2017 | Zwischen RE6 und RE7 |
| Resident Evil: Infinite Darkness | 2021 | Zwischen RE4 und RE5 |
Diese Animationsproduktionen orientierten sich nicht nur enger an den Spielen, sondern sind sogar in derselben Welt angesiedelt. Wer also tiefer in die Lore einsteigen will, sind die CGI-Filme die bessere Wahl gegenüber den Kinofilmen mit Jovovich.
Infinite Darkness erschien 2021 als vierteilige Animationsserie auf Netflix mit Leon S. Kennedy und Claire Redfield im Mittelpunkt — nach der ersten Staffel beendete Netflix die Serie, eine zweite Season wird es nicht geben.
Die Netflix Live-Action-Serie (2022)
2022 versuchte Netflix außerdem eine eigenständige Live-Action-Serie, die sich nur lose an der Spielvorlage orientierte. Die Serie wurde nach einer Staffel abgesetzt und gilt als künstlerischer Tiefpunkt der gesamten Franchise-Geschichte außerhalb der Spiele.
Das Reboot 2026 — endlich der richtige Horror?
Schon seit längerem werkelt Barbarian– und Weapons-Regisseur Zach Cregger an einer neuen Adaption von Resident Evil. Das Ergebnis startet am 18. September 2026 in den deutschen Kinos.
Der Film folgt einem Kurierfahrer namens Bryan (Austin Abrams), der einen wichtigen Transport übernimmt und dabei mitten in einen viralen Ausbruch gerät — und eine Nacht lang ums Überleben kämpfen muss. Hinter der Kamera stehen erfahrene Produzenten wie Roy Lee (Barbarian, Minecraft) sowie Constantin Film und PlayStation Productions.
Cregger hat mit Barbarian gezeigt, dass er klaustrophobischen Horror mit echtem Spannungsaufbau versteht — die Erwartungen sind entsprechend hoch. Ob der Film das einlöst, was Fans seit Jahren von einer Resident Evil-Verfilmung fordern, zeigt sich im Herbst.
Fazit: Welche Produktionen lohnen sich?
Wer Resident Evil als Fan der Spiele entdecken will, sind die CGI-Animationsfilme der beste Einstieg — sie spielen im gleichen Universum und setzen die Atmosphäre der Vorlage deutlich besser um. Die Jovovich-Reihe funktioniert als eigenständige Zombie-Action, sollte aber nicht als Spieladaption betrachtet werden. Auf das Reboot 2026 darf man gespannt sein.


