Xbox plant massive Entlassungen – CEO Asha Sharma kündigt offenen „Reset“ an
Microsoft Gaming steuert auf eine der größten Umstrukturierungen seiner Geschichte zu. Neue Xbox-CEO Asha Sharma hat in einem internen Schreiben eingeräumt, dass die Spielesparte des Konzerns finanziell unter Druck steht – und gleichzeitig angekündigt, die Division grundlegend neu aufzustellen. Laut einem Bericht von Bloomberg sollen die damit verbundenen Entlassungen bereits im Juli 2026 folgen, kurz nach dem Ende des Microsoft-Geschäftsjahres am 30. Juni.
Das Ausmaß der geplanten Stellenstreichungen ist bislang nicht öffentlich bekannt. Bloomberg berichtet jedoch unter Berufung auf nicht namentlich genannte Quellen, dass neben Personalabbau auch die Marketing-Budgets und weitere Geschäftsbereiche deutlich beschnitten werden sollen.
Die Zahlen: 20 Milliarden ausgegeben, Umsatz gesunken
Sharma machte in ihrem gemeinsam mit Xbox-Content-Chef Matt Booty verfassten Schreiben, das anschließend auch auf Xbox Wire veröffentlicht wurde, die finanzielle Lage ungewöhnlich transparent: In den vergangenen fünf Jahren gab Microsoft Gaming nach eigenen Angaben über 20 Milliarden US-Dollar für Inhalte, Plattformen und Hardware-Subventionen aus – ohne dabei Activision Blizzard King zu berücksichtigen. Im gleichen Zeitraum sank der jährliche Umsatz um fast eine halbe Milliarde Dollar. Die interne Profitabilitätskennzahl, die sogenannte Accountability Margin, liegt für das laufende Geschäftsjahr bei lediglich drei Prozent.
Sharma schrieb, man werde nicht erfolgreich sein, indem man schwierige Wahrheiten verschweige – und auch nicht, indem man weiterhin dasselbe tue und andere Ergebnisse erwarte.
Strategische Kehrtwende: Exklusivtitel kehren zurück
Sharma, die ihren Posten als Executive Vice President und CEO von Microsoft Gaming am 23. Februar 2026 antrat – als Nachfolgerin des langjährigen Xbox-Chefs Phil Spencer –, hatte bereits in den vergangenen Wochen einen strategischen Kurswechsel eingeleitet. Im April 2026 senkte Microsoft die Game-Pass-Preise und beendete gleichzeitig die Day-One-Verfügbarkeit künftiger Call-of-Duty-Titel im Abonnement. Das war ein spürbarer Bruch mit der bisherigen Alles-im-Abo-Strategie.
Beim Xbox Games Showcase am vergangenen Wochenende setzte Sharma ein weiteres Signal: Gears of War: E-Day und Clockwork Revolution wurden als Xbox-Konsolenexklusivtitel bestätigt. Bloomberg berichtet zudem, dass eine PlayStation-5-Version des neuen Gears-of-War-Titels in Entwicklung war, aber vor der Ankündigung eingestellt wurde – ein Hinweis darauf, wie konsequent der strategische Schwenk ausfällt. Wer sich für die Franchise-Geschichte von Gears of War interessiert, findet auf Gamefinity eine ausführliche Gears-of-War-Seriengeschichte.
Was bedeutet das für Spieler und die Branche?
Für Xbox-Fans sind die Signale gemischt: Mehr Exklusivtitel bedeuten auf der einen Seite stärkere Gründe, bei der Plattform zu bleiben. Auf der anderen Seite dürften schlankere Marketing-Budgets und ein personell verkleinertes Studio-Netzwerk mittelfristig Auswirkungen auf Umfang und Tempo künftiger Veröffentlichungen haben. Welche Studios oder Teams konkret von den Entlassungen betroffen sein werden, ist derzeit noch unklar.
Microsoft hat die gemeldeten Stellenstreichungen bislang nicht offiziell bestätigt. Die Veröffentlichung des internen Memos durch Sharma selbst lässt jedoch wenig Zweifel daran, dass eine tiefgreifende Umstrukturierung unmittelbar bevorsteht.
Quellen: Bloomberg (10. Juni 2026), Xbox Wire (Asha Sharma / Matt Booty, 10. Juni 2026)


