Microsoft hat offiziell eingeräumt, dass der Xbox Game Pass nach der massiven Preiserhöhung im Oktober 2025 Millionen Abonnenten verloren hat. Matthew Ball, seit Ende Mai 2026 neuer Chief Strategy Officer bei Xbox, bestätigte den Aderlass in einem Gespräch mit Christopher Dring bei The Game Business Live, einer Veranstaltung am Rande des Summer Game Fest 2026.
50 Prozent teurer – und die Konsequenzen
Im Oktober 2025 hatte Microsoft die Preise für den Xbox Game Pass Ultimate in den USA von rund 20 auf 30 US-Dollar im Monat angehoben – ein Aufschlag von etwa 50 Prozent. In Deutschland stieg der Preis für Game Pass Ultimate auf 26,99 Euro monatlich. Laut Ball verlor Microsoft daraufhin „über die Spanne weniger Monate Millionen an Abonnenten.“ Eine genaue Zahl nannte er nicht — Microsoft veröffentlicht seit 2024 keine aktuellen Abonnentenzahlen mehr. Zuletzt bekannt war ein Stand von über 34 Millionen zahlenden Nutzern, den das Unternehmen im Februar 2024 kommuniziert hatte. Der Schaden dürfte beträchtlich gewesen sein: Berichten zufolge war die Nachfrage nach Kündigungen direkt nach der Preiserhöhung so hoch, dass die Xbox-Website zeitweise unter der Last zusammenbrach.
Balls Aussage deckt sich mit einer internen Mitteilung von Xbox-CEO Asha Sharma, die im Mai 2026 bestätigte, das Wachstum des Dienstes habe sich nach den Preis- und Paketänderungen des Vorjahres verlangsamt und der Abonnentenverlust beschleunigt.
Preissenkung als Kurskorrektur
Im April 2026 reagierte Microsoft und senkte die Preise teilweise wieder: Game Pass Ultimate kostet seitdem in Deutschland 20,99 Euro im Monat, der PC Game Pass wurde von 14,99 auf 12,99 Euro reduziert. Damit liegt der Dienst zwar immer noch über dem Niveau vor dem Oktober 2025, aber der drastische Aufschlag ist zurückgenommen. Im Gegenzug entfiel allerdings die Day-One-Verfügbarkeit von Call of Duty-Titeln im Game Pass — ein weiteres Zugeständnis an die wirtschaftliche Realität nach der milliardenschweren Activision-Blizzard-Übernahme.
Ob die Preissenkung die abgewanderten Abonnenten zurückgeholt hat, lässt sich mangels aktueller Zahlen nicht sagen. Xbox-Chefin Sharma deutete zuletzt an, die Reaktion der Nutzer sei positiv.
Was bedeutet das für Game-Pass-Nutzer?
Das offizielle Eingeständnis ist ungewöhnlich deutlich für ein Unternehmen, das sonst selten konkrete Schwächephasen beim eigenen Abogeschäft benennt. Es macht aber auch klar, warum Microsoft die neue Führungsriege um Asha Sharma so schnell handeln ließ: Der Preisschock war kein kalkulierter Verlust auf dem Weg zu mehr Umsatz pro Nutzer — er war ein echter Exodus. Für bestehende Abonnenten ist die Situation heute günstiger als im Winter 2025/2026, aber das Abo-Modell bleibt ein Balanceakt zwischen Wachstum und Profitabilität. Wer den Game Pass nutzt oder überlegt einzusteigen, findet die aktuellen Konditionen deutlich attraktiver als noch vor einem halben Jahr.








