Crossfire von That’s No Moon

Crossfire: That’s No Moon enthüllt Erst­lings­werk auf dem Summer Game Fest 2026

Das Los-Angeles-basierte Studio That’s No Moon Entertainment hat auf dem Summer Game Fest 2026 (5. Juni) sein lang erwartetes Debutspiel vorgestellt: Crossfire, ein narrativ getriebenes Taktik-Action-Adventure auf Basis der gleichnamigen Smilegate-Franchise. Das Spiel erscheint für PlayStation 5, Xbox Series X|S sowie PC über Steam und den Epic Games Store, wo es bereits auf die Wunschliste gesetzt werden kann. Releasedatum und Preis wurden noch nicht kommuniziert.

Das Studio: Veteranen aus Naughty Dog, Infinity Ward und Sony

That’s No Moon wurde im Sommer 2021 von einer Gruppe erfahrener Spieleentwickler gegründet – darunter Jacob Minkoff (Game Director, früher Naughty Dog und Infinity Ward), Taylor Kurosaki (Chief Creative Officer, früher Infinity Ward) und Michael Mumbauer (ehemaliger Leiter des PlayStation Visual Arts Studios). Smilegate, der südkoreanische Konzern hinter der Crossfire-IP, stellte der Gründergruppe mehr als 100 Millionen US-Dollar Startkapital zur Verfügung – eine für ein unabhängiges Studio außerordentliche Finanzierungsbasis.

Knapp fünf Jahre nach der Gründung und nach weitgehender Funkstille hat das Studio nun sein erstes Projekt öffentlich gemacht. Chief Creative Officer Kurosaki formuliert den Anspruch des Studios so: „Als wir That’s No Moon gegründet haben, hatten wir die Vision, cinematisches Erzählen mit bodenständigen, innovativen Stealth-Mechaniken zu verbinden. Crossfire ist die Verwirklichung dieser Ambition.“

Geschichte: Zwei Feinde, ein Auftrag

Crossfire folgt Layla Qassem (gespielt von Claudia Doumit, bekannt aus der Amazon-Serie The Boys), einer Söldnerin, die im Atlasgebirge einen verdeckten Aufklärungsauftrag übernimmt, der sich rasch zu einem Kampf ums Überleben entwickelt. Um zu überleben, muss sie eine fragile Allianz mit Delroy Cross (Ricky Whittle, American Gods) eingehen – einem gegnerischen Tier-One-Operator, den sie eigentlich keinen Grund hat zu vertrauen. Die Prämisse „zwei Feinde, die kooperieren müssen“ verbindet klassische Action-Thriller-Dramaturgie mit spielmechanischen Konsequenzen: Was die Figuren antreibt, soll direkt spürbar im Gameplay werden.

Die Geschichte spielt im Crossfire-Universum, das auch CrossfireX zugrunde lag – einem Multiplayer-Ableger, der im Jahr 2023 nach weniger als zwei Jahren eingestellt wurde. Mit Crossfire vollzieht Smilegate gemeinsam mit That’s No Moon eine deutliche Kehrtwende: weg vom Free-to-Play-Multiplayer-Modell hin zu einem Premium-Singleplayer-Erlebnis.

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Gameplay: Adaptive Cover als zentrales System

Das spielerische Herzstück von Crossfire ist das sogenannte Adaptive Cover-System. Anders als in klassischen Cover-Shootern, in denen Spielende manuell in Deckungsposition wechseln, reagiert die Spielfigur in Crossfire dynamisch auf die Umgebung und die Positionen feindlicher Einheiten: Die Haltung passt sich kontinuierlich dem Terrain an, ohne dass explizite Eingaben nötig sind. Das Ziel ist laut Game Director Jacob Minkoff ein deutlich realistischerer und taktisch reicherer Umgang mit Umgebungen.

Minkoff beschreibt den Designansatz: „Bei jedem Spiel, an dem wir arbeiten, versuchen wir etwas zu tun, das noch nie zuvor getan wurde. Adaptive Cover soll ein Niveau an Detail und Bodenständigkeit bringen, das es so noch nicht gibt. Es erfordert taktisches Denken und hat die Einschränkungen entfernt, die unseren Designerinnen und Designern sowie Künstlerinnen und Künstlern früher auferlegt wurden. Dieses Realitätsgefühl verbindet Design und Narration und erzeugt die Spannung eines cinematischen Thrillers.“

Ergänzt wird das Deckungssystem durch Stealth-Mechaniken und einem Traversal-System, das das Atlasgebirge als aktiven Spielraum einbezieht. Konkrete Details zu Waffenvielfalt, Fertigkeitssystem oder Länge der Kampagne wurden noch nicht veröffentlicht.

Einordnung: Crossfire als IP mit schwieriger Geschichte

Das Crossfire-Franchise von Smilegate ist vor allem in Südkorea, China und Südostasien ein Massenphänomen – mit zeitweise über einer Milliarde registrierter Spielekonten weltweit im ursprünglichen Multiplayer-Shooter. In Europa und Nordamerika ist die Marke dagegen deutlich weniger bekannt. CrossfireX, der Versuch, die IP mit einem Story-Modus und kompetitivem Multiplayer auf Konsolen zu etablieren, scheiterte 2023 nach mäßiger Resonanz. Zudem produzierte Amazon eine Episode der Anthologie-Serie Secret Level auf Basis der Crossfire-IP.

That’s No Moon übernimmt die Franchise damit in einer Phase, in der ihr westliches Renommée neu definiert werden muss – und setzt dabei konsequent auf Star-Besetzung, cinematisches Storytelling und eine spielmechanische Eigenständigkeit, die den Vergleich mit Titeln wie The Last of Us oder Uncharted zumindest thematisch nahelegt. Ob dieser Ansatz trägt, wird der Release zeigen. Bis dahin bleibt Crossfire auf Steam und im Epic Games Store vorbestellbar.

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