HeroQuest

HeroQuest Original (1989): Alle Erweiterungen im Überblick

1989 erschien mit HeroQuest ein Brettspiel, das eine ganze Generation prägen sollte. Die Zusammenarbeit von Milton Bradley und Games Workshop brachte den Dungeon-Crawler in unzählige Kinderzimmer und legte den Grundstein für ein ganzes Genre. Dieser Guide dokumentiert alle Versionen und Erweiterungen des Originals, erklärt die regionalen Unterschiede und gibt Sammlern einen vollständigen Überblick über das klassische HeroQuest-Universum.

Die Entstehungsgeschichte des Originals

HeroQuest entstand aus einer Kooperation zwischen dem amerikanischen Spieleverlag Milton Bradley (MB), einem Label von Hasbro, und dem britischen Tabletop-Hersteller Games Workshop. Das Spiel wurde von Stephen Baker entwickelt und erschien 1989 zunächst in Europa und Australien. Die Miniaturen stammten von Citadel Miniatures, der Figurenabteilung von Games Workshop.

Das Setting des europäischen Originals war untrennbar mit der Warhammer-Fantasy-Welt verbunden. Die Zwergenfestung Karak Varn, die Chaosarmee des Hexenmeisters Morcar und die mysteriösen Fimire entstammten direkt dem Warhammer-Universum. Diese Verbindung machte HeroQuest für viele Spieler zum Einstieg in die Welt von Warhammer und Tabletop-Rollenspielen.

1990 erschien eine angepasste Version für den nordamerikanischen Markt. Die US-Ausgabe unterschied sich in mehreren Punkten vom europäischen Original: Der Hexenmeister hieß hier nicht Morcar, sondern Zargon, die Monster hatten höhere Werte und das Setting wurde von spezifischen Warhammer-Bezügen befreit. Diese Unterschiede zwischen den Regionen sollten später noch für Verwirrung sorgen und sind bis heute ein Thema unter Sammlern.

Das Basisspiel: Inhalt und Spielprinzip

Das Spielkonzept

In HeroQuest übernimmt ein Spieler die Rolle des Hexenmeisters Morcar und leitet das Spiel als eine Art Spielleiter. Er kennt den Aufbau der Dungeons, platziert Monster und Fallen und erzählt die Geschichte. Bis zu vier weitere Spieler schlüpfen in die Rollen der Helden: Barbar, Zwerg, Alb (Elf) und Zauberer. Gemeinsam erkunden sie die Verliese, bekämpfen Monster und bergen Schätze.

Das Spielbrett zeigt den Grundriss eines Dungeons mit verschiedenen Räumen und Gängen. Zu Beginn ist das Brett leer. Erst wenn die Helden einen Raum betreten, platziert der Spielleiter die entsprechenden Möbel, Monster und Schatzmarker gemäß der Questvorlage. Diese schrittweise Enthüllung sorgt für Spannung und Überraschungen.

Das Kampfsystem verwendet spezielle sechsseitige Würfel mit drei verschiedenen Symbolen: Schädel für erfolgreiche Angriffe, weiße Schilde für die Verteidigung der Helden und schwarze Schilde für die Verteidigung der Monster. Die Anzahl der Würfel richtet sich nach der Angriffs- beziehungsweise Verteidigungsstärke der jeweiligen Figur. Ausrüstung und Schätze verbessern diese Werte im Spielverlauf.

Boxinhalt des Basisspiels

Das europäische Basisspiel von 1989 enthielt 35 Kunststoff-Miniaturen: vier Heldenfiguren und 31 Monsterfiguren. Die Monster umfassten Skelette, Zombies, Orks, Goblins, Chaoskrieger, einen Chaoszauberer, einen Gargoyle und die charakteristischen Fimire, jene einäugigen Echsenwesen aus dem Warhammer-Universum.

Hinzu kamen 15 Möbelstücke aus Kunststoff wie Tische, Stühle, Truhen und der berühmte Folterknecht. 21 Türmarker, davon fünf geschlossene und 16 offene Türen, sowie 34 Kartonmarker für Fallen, Geheimtüren und Steinschlag vervollständigten das Spielmaterial. 66 Karten für Monster, Schätze, Zaubersprüche und Ausrüstung, ein Block mit Charakterbögen und acht Würfel, davon zwei normale W6 und sechs Kampfwürfel, rundeten den Inhalt ab.

Das Buch der Herausforderungen enthielt 14 Abenteuer, die eine zusammenhängende Geschichte erzählten. Das Buch der Regeln erklärte alle Spielmechaniken. Die erste europäische Version enthielt zusätzlich zwei Einführungsabenteuer, „Der Weg des Kriegers“ und „Der Weg des Zauberers“, die in späteren Auflagen entfernt wurden.

Die Master Edition (1992)

Drei Jahre nach dem ursprünglichen Release erschien in Europa die HeroQuest Master Edition, auch als Advanced Quest Edition bekannt. Diese erweiterte Version des Basisspiels richtete sich an erfahrene Spieler und enthielt zusätzliches Material.

Neben dem kompletten Inhalt des Basisspiels lagen der Master Edition zwölf zusätzliche Miniaturen bei: die Schwarzgardisten. Diese Figuren, auch als Landsknechte bekannt, waren identisch mit den Söldnerfiguren aus der später erscheinenden Erweiterung Morcars Magier. Ein großformatiger Questplan im DIN-A3-Format enthielt die Master-Herausforderung „Die Schwarze Garde“, ein mehrteiliges Abenteuer für erfahrene Spieler.

Das Regelwerk der Master Edition entsprach der überarbeiteten zweiten Version von 1990. Die Monster hatten hier bereits die höheren Körperkraftwerte der US-Version, was das Spiel anspruchsvoller machte. Die Einführungsabenteuer aus dem Regelbuch der Erstauflage waren nicht mehr enthalten.

Alle europäischen Erweiterungen im Überblick

In Europa erschienen zwischen 1989 und 1991 vier offizielle Erweiterungen, die das Spielerlebnis erheblich erweiterten. Jede Erweiterung brachte neue Herausforderungen, Miniaturen und oft auch Regelergänzungen.

1. Karak Varn (1989)

Englischer Titel: Kellar’s Keep

Die erste Erweiterung erschien bereits im selben Jahr wie das Basisspiel. In Karak Varn müssen die Helden den König und seine Armee aus einer unterirdischen Bastion befreien, die von Morcars Truppen besetzt wurde. Der Name verweist auf die Zwergenfestungen der Warhammer-Welt, in der Bezeichnungen mit „Karak“ üblich sind.

Karak Varn enthält zehn neue Herausforderungen, die direkt an die Geschichte des Basisspiels anknüpfen. 19 zusätzliche Monsterfiguren erweitern die Armeen des Bösen: weitere Orks, Goblins und die gefürchteten Fimire. Kartonmarker und Overlays ermöglichen neue Dungeon-Konfigurationen, zwei zusätzliche Türmarker vervollständigen das Material.

In Nordamerika erschien diese Erweiterung erst 1991 unter dem Namen Kellar’s Keep mit angepasstem Regelwerk. Der Inhalt war weitgehend identisch, jedoch fehlten die Warhammer-Bezüge in den Texten.

2. Die Rückkehr des Hexers (1990)

Englischer Titel: Return of the Witch Lord

Die zweite Erweiterung führt die Helden in das unterirdische Reich Kalos, wo der totgeglaubte Hexer seine Macht zurückgewinnt. Die Atmosphäre ist deutlich düsterer als im Basisspiel, mit einem starken Fokus auf Untote als Gegner.

Das Herzstück der Erweiterung sind 16 Untoten-Miniaturen: Skelette, Zombies und erstmals Mumien. Zehn neue Herausforderungen erzählen die Geschichte des wiedergekehrten Hexers. Neue Kartonmarker und Overlays ermöglichen die Darstellung von Gräbern und Katakomben.

Die Rückkehr des Hexers gilt als eine der atmosphärischsten Erweiterungen des Originals. Die Kombination aus Horror-Elementen und klassischem Dungeon-Crawling traf den Nerv der Zeit. Auch diese Erweiterung erschien 1991 in Nordamerika unter dem Namen Return of the Witch Lord.

3. Gegen die Ogre Horden (1990)

Englischer Titel: Against the Ogre Horde

Mit der dritten Erweiterung führte HeroQuest erstmals Monster ein, die nicht bereits im Basisspiel enthalten waren. Die marodierenden Oger-Horden überfallen das Land, und die Helden müssen der Bedrohung Einhalt gebieten.

Sieben neue Oger-Miniaturen in vier verschiedenen Varianten bilden das Kernstück der Erweiterung. Ein Oger-Thron dient als Dekorationsobjekt für besondere Szenarien. Sieben neue Herausforderungen führen in die Wüstengebiete der Oger. Regelzusätze erklären die besonderen Fähigkeiten der neuen Gegner.

Gegen die Ogre Horden erschien ausschließlich in Europa und Australasien. Der nordamerikanische Markt erhielt diese Erweiterung nie, was sie heute zu einem begehrten Sammlerstück macht.

4. Morcars Magier (1991)

Englischer Titel: Wizards of Morcar

Die vierte und letzte europäische Erweiterung brachte gleich zwei Neuerungen: mächtige Zauberer als Gegner und erstmals Verbündete für die Helden. Morcars vier mächtigste Magier stellen sich den Helden entgegen, doch diese können nun Landsknechte als Söldner anheuern.

Die Erweiterung enthält 16 Miniaturen: vier Zauberer-Figuren als neue Gegner und zwölf Landsknechte als mögliche Verbündete. Die Landsknechte können während der Abenteuer angeheuert werden und kämpfen an der Seite der Helden. Fünf neue Herausforderungen nutzen diese Mechaniken.

24 Magiekarten für die gegnerischen Zauberer und neun weitere für die Spieler erweitern das Zaubersystem erheblich. 23 Söldnerkarten regeln den Einsatz der Landsknechte, acht zusätzliche Schatzkarten bieten neue Belohnungen. Auch diese Erweiterung erschien nur in Europa und Australasien.

Die US-exklusiven Erweiterungen

Der nordamerikanische Markt erhielt 1992 zwei eigene Erweiterungen, die nie in Europa erschienen. Diese wurden von Kathryn L. Connors entwickelt und brachten weibliche Heldinnen ins Spiel.

Barbarian Quest Pack (1992)

Das Barbarian Quest Pack führte eine weibliche Barbarin als Alternative zum männlichen Helden ein. Die Erweiterung enthält zehn neue Herausforderungen, die speziell für den Barbaren konzipiert sind. Neue Ausrüstungskarten und Schätze ergänzen das Material.

Die weibliche Barbarin ersetzt nicht den männlichen Helden, sondern dient als Alternative. Die Spielerzahl bleibt bei maximal vier Helden plus Spielleiter. Die Abenteuer können auch mit dem männlichen Barbaren gespielt werden.

Elf Quest Pack (1992)

Ursprünglich als „Elf Quest“ veröffentlicht, musste diese Erweiterung aus markenrechtlichen Gründen umbenannt werden, da der Name bereits für eine Comic-Serie geschützt war. Sie erschien später als „Quest Pack for the Elf“.

Die Erweiterung bringt eine weibliche Elfin als Alternative zum männlichen Alb. Zehn neue Herausforderungen, die auf die Fähigkeiten des Elfen zugeschnitten sind, sowie neue Karten vervollständigen das Paket. Wie beim Barbarian Quest Pack dient die weibliche Figur als Alternative, nicht als zusätzlicher Charakter.

Beide US-Erweiterungen sind heute extrem selten und erzielen auf dem Sammlermarkt Preise von 250 bis 300 Euro und mehr. Da sie nie offiziell übersetzt wurden, existieren nur englische Versionen. Die deutsche HeroQuest-Community hat jedoch Fan-Übersetzungen erstellt, die online verfügbar sind.

Das Adventure Design Kit (1990)

Für kreative Spieler erschien 1990 in Europa das Adventure Design Kit. Diese Erweiterung enthielt keine Miniaturen oder vorgefertigten Abenteuer, sondern Werkzeuge zum Erstellen eigener Herausforderungen.

Der Inhalt umfasste Kopiervorlagen für Questpläne, Aufkleber zur Gestaltung eigener Karten und Blankopläne für neue Dungeons. Anleitungen erklärten, wie man ausgewogene Abenteuer gestaltet und welche Elemente ein gutes Szenario ausmachen.

Das Adventure Design Kit war seiner Zeit voraus. Die Idee, Spielern kreative Werkzeuge an die Hand zu geben, wurde später von vielen anderen Spielen übernommen. Für HeroQuest-Fans war es der Schlüssel zu praktisch unbegrenztem Spielspaß.

Regionale Unterschiede im Detail

Die Unterschiede zwischen den europäischen und amerikanischen Versionen gehen über bloße Namensänderungen hinaus und betreffen das Spielerlebnis direkt.

Morcar versus Zargon

Der offensichtlichste Unterschied ist der Name des Hexenmeisters. In Europa heißt er Morcar, in den USA Zargon. Dieser Unterschied zieht sich durch alle Texte, Karten und Regelbücher. Die Neuauflage von 2021 übernahm den Namen Zargon für alle Regionen.

Monsterstärke

Ein spielmechanisch relevanter Unterschied: Die Monster in der US-Version haben höhere Körperkraftwerte als in der ursprünglichen europäischen Version von 1989. Ein Ork hat in den USA beispielsweise einen Körperkraftwert von 1 statt 0. Das macht die amerikanische Version anspruchsvoller. Die europäische Version 2 von 1990 und die Master Edition übernahmen die höheren Werte.

Setting und Lore

Die europäische Version ist fest in der Warhammer-Fantasy-Welt verankert. Der Zwerg kommt aus dem Weltrandgebirge, der Alb aus Athel Loren, und Ortsbezeichnungen wie Karak Varn verweisen direkt auf die Warhammer-Geografie. Die US-Version verwendet ein generisches Fantasy-Setting ohne diese spezifischen Bezüge.

Fimire und Chaos

Die Fimire, jene einäugigen Echsenwesen, sind eine Kreation von Games Workshop. In der US-Version und später in der Neuauflage wurden sie durch generische Monster ersetzt, da Games Workshop die Rechte behielt. Auch der Begriff „Chaos“ wurde in späteren Versionen durch „Schrecken“ (englisch „Dread“) ersetzt.

Die richtige Spielreihenfolge

Die Erweiterungen erzählen eine zusammenhängende Geschichte. Für das optimale Spielerlebnis empfiehlt sich folgende Reihenfolge:

Die Reise beginnt mit dem Basisspiel und seinen 14 Herausforderungen. Hier werden die Grundlagen gelegt und die Charaktere entwickelt. Anschließend folgt Karak Varn mit seinen zehn Abenteuern, in denen die Helden den König befreien müssen. Die Rückkehr des Hexers bildet den dritten Abschnitt mit weiteren zehn Herausforderungen gegen die Untoten.

Die Ogre Horden und Morcars Magier sind weniger stark an die Haupthandlung gebunden und können flexibler eingesetzt werden. Wer alle Erweiterungen besitzt, spielt sie traditionell nach den ersten beiden Erweiterungen, wobei die genaue Reihenfolge weniger wichtig ist.

Die US-Erweiterungen Barbarian Quest Pack und Elf Quest Pack sind eigenständige Abenteuerreihen, die parallel zur Hauptkampagne gespielt werden können. Sie setzen Erfahrung mit dem jeweiligen Helden voraus, sind aber nicht an bestimmte Punkte der Geschichte gebunden.

Sammlerwert und Marktpreise

HeroQuest gehört heute zu den begehrtesten Sammlerstücken im Brettspielbereich. Die Preise variieren stark je nach Zustand, Vollständigkeit und Version.

Aktuelle Marktpreise (Stand März 2026)

Ein vollständiges Basisspiel in gutem Zustand wird für 150 bis 250 Euro gehandelt. Die Master Edition, wenn vollständig, erreicht 200 bis 350 Euro. Die Erweiterungen sind deutlich seltener: Karak Varn und Die Rückkehr des Hexers kosten jeweils zwischen 100 und 200 Euro.

Die nur in Europa erschienenen Erweiterungen Gegen die Ogre Horden und Morcars Magier sind besonders wertvoll. Vollständige Sets erzielen 150 bis 300 Euro. Die US-exklusiven Erweiterungen Barbarian Quest Pack und Elf Quest Pack sind die teuersten: 250 bis 400 Euro sind keine Seltenheit, originalverpackte Exemplare noch deutlich mehr.

Das Adventure Design Kit wird für 50 bis 100 Euro gehandelt. Einzelne Komponenten wie Miniaturen, Karten oder das Spielbrett sind ebenfalls erhältlich, wobei die Preise stark schwanken.

Worauf beim Kauf achten?

Vollständigkeit ist entscheidend. Ein HeroQuest-Set ohne alle Miniaturen oder mit fehlenden Karten verliert erheblich an Wert. Besonders anfällig für Verlust sind kleine Teile wie die Fallen-Marker, einzelne Spielkarten und die Würfel. Die Möbelstücke, insbesondere der Folterknecht und die Waffe des Waffenständers, fehlen häufig.

Der Zustand der Miniaturen ist ein weiterer wichtiger Faktor. Unbemalte Originale in gutem Zustand sind wertvoller als bemalte, es sei denn, die Bemalung ist professionell. Abgebrochene Waffen oder beschädigte Basen mindern den Wert erheblich.

Unterschiedliche Versionen der Karten und Regelwerke existieren. Sammler unterscheiden zwischen der ersten und zweiten europäischen Version. Die Unterschiede sind subtil, aber für Puristen relevant.

Fan-Community und Ressourcen

Die HeroQuest-Community ist auch über 35 Jahre nach Erscheinen des Originals aktiv. Zahlreiche Websites und Foren bieten Unterstützung für Spieler und Sammler.

Wichtige Online-Ressourcen

HQ-Cooperation.de: Das deutsche HeroQuest-Forum ist die erste Anlaufstelle für deutschsprachige Fans. Hier finden sich Regelklarstellungen, Fan-Übersetzungen der US-Erweiterungen und eine aktive Community für Fragen aller Art.

HeroQuestWorld.de: Eine umfangreiche Datenbank mit Informationen zu allen Versionen und Erweiterungen. Scans der Regelwerke und Questbücher sind hier archiviert.

Yeolde Inn: Die internationale Plattform für Custom-Quests und Fan-Erweiterungen. Tausende von selbst erstellten Abenteuern stehen zum Download bereit.

Die Community hat auch Lösungen für fehlende Komponenten entwickelt. Ersatzfiguren von Drittanbietern, 3D-Druck-Vorlagen für Möbel und Miniaturen sowie nachgedruckte Karten ermöglichen es, unvollständige Sets zu ergänzen.

Das Erbe von HeroQuest

HeroQuest prägte das Genre der Dungeon-Crawler-Brettspiele nachhaltig. Das einfache, aber fesselnde Spielprinzip wurde vielfach kopiert und weiterentwickelt.

Games Workshop veröffentlichte 1989 Advanced HeroQuest, in Deutschland als „Herr des Schwertes“ von Klee vertrieben. Dieses komplexere Spiel richtete sich an erfahrene Spieler ab 14 Jahren. 1995 folgte Warhammer Quest mit einem ähnlichen Konzept, aber tieferer Integration in die Warhammer-Welt.

Milton Bradley selbst brachte verwandte Spiele heraus, darunter die DSA-Reihe mit Titeln wie „Burg des Schreckens“ und „Dorf des Grauens“ sowie „Die Claymore Saga“ (das deutsche Version von Battle Masters). Alle diese Spiele trugen die DNA von HeroQuest in sich.

Moderne Dungeon-Crawler wie Gloomhaven, Frosthaven und Descent stehen in der Tradition von HeroQuest. Das grundlegende Konzept, ein kooperatives Erlebnis in einem von einem Spielleiter kontrollierten Dungeon, geht direkt auf den Klassiker von 1989 zurück.

HeroQuest Original vs. Neuauflage 2021

Die Neuauflage von Hasbro/Avalon Hill aus dem Jahr 2021 basiert auf dem Original, unterscheidet sich aber in mehreren Punkten.

Die Miniaturen wurden komplett neu gestaltet und sind deutlich detaillierter als die Originale. Der Maßstab ist etwas größer, was bedeutet, dass alte und neue Figuren optisch nicht perfekt zusammenpassen. Die Spielfeldfelder der Neuauflage sind ebenfalls größer, weshalb Original-Overlays nicht ohne Weiteres verwendet werden können.

Alle Games-Workshop-Elemente wurden entfernt. Die Fimire wurden durch „Abscheulichkeiten“ ersetzt, die Chaoskrieger durch „Schreckenskrieger“. Der Hexenmeister heißt in allen Sprachversionen nun Zargon. Das Setting ist ein generisches Fantasy-Universum ohne Warhammer-Bezüge.

Die Neuauflage bringt auch echte Neuerungen: Eine Companion App ermöglicht Solo-Spiel und übernimmt die Rolle des Spielleiters. Neue Erweiterungen wie „Der eisige Schrecken“ oder „Die Spiegelmagierin“ erweitern das Universum über die klassischen Erweiterungen hinaus. Weibliche Versionen der Helden sind von Anfang an enthalten.

Für Nostalgiker bleibt das Original unersetzlich. Die Warhammer-Atmosphäre, die klassischen Miniaturen und das Gefühl der Originalversion können nicht reproduziert werden. Für neue Spieler ist die Neuauflage jedoch der bessere Einstieg: verfügbar, aktuell und mit modernem Zubehör ausgestattet.

Häufig gestellte Fragen zum Original HeroQuest

Welche HeroQuest-Erweiterungen gibt es für das Original?

In Europa erschienen vier Erweiterungen: Karak Varn (1989), Die Rückkehr des Hexers (1990), Gegen die Ogre Horden (1990) und Morcars Magier (1991). In den USA erschienen zusätzlich das Barbarian Quest Pack und das Elf Quest Pack (beide 1992). Das Adventure Design Kit (1990) ermöglichte das Erstellen eigener Abenteuer.

Was ist die Master Edition?

Die Master Edition erschien 1992 in Europa als erweiterte Version des Basisspiels. Sie enthält zusätzlich zwölf Landsknecht-Miniaturen und die Master-Herausforderung „Die Schwarze Garde“. Das Regelwerk entspricht der überarbeiteten zweiten Version mit stärkeren Monstern.

Wie viel ist ein Original-HeroQuest wert?

Die Preise variieren stark. Ein vollständiges Basisspiel kostet 150 bis 250 Euro, die Master Edition 200 bis 350 Euro. Die europäischen Erweiterungen erreichen 100 bis 300 Euro, die US-exklusiven Erweiterungen 250 bis 400 Euro. Zustand und Vollständigkeit sind entscheidend.

Was ist der Unterschied zwischen europäischer und US-Version?

Die europäische Version spielt in der Warhammer-Welt, der Hexenmeister heißt Morcar. Die US-Version verwendet ein generisches Fantasy-Setting, der Hexenmeister heißt Zargon. Die US-Monster haben höhere Werte. Die Erweiterungen unterscheiden sich regional: Ogre Horden und Morcars Magier erschienen nur in Europa, Barbarian Quest Pack und Elf Quest Pack nur in den USA.

Kann man Original und Neuauflage kombinieren?

Bedingt. Die Miniaturen sind unterschiedlich groß und passen optisch nicht perfekt zusammen. Die Spielfeldfelder der Neuauflage sind größer, sodass Original-Overlays überlappen. Die Spielkarten haben unterschiedliche Maße und Designs. Spielmechanisch sind beide Versionen jedoch weitgehend kompatibel.

Wo finde ich fehlende Teile für mein HeroQuest?

Einzelteile werden regelmäßig bei eBay und in spezialisierten Foren angeboten. Miniaturen von Drittanbietern wie Reaper oder alte Warhammer-Figuren können als Ersatz dienen. Die HeroQuest-Community bietet zudem 3D-Druck-Vorlagen für Möbel und Ersatzmarker zum Download an.

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