Remember Me

Remember Me im Test – Gedächtnisjagd im Neo-Paris von 2084

Capcom präsentiert mit Remember Me das Debüt des französischen Entwicklerstudios DONTNOD. Bei Remember Me handelt es sich um ein Action-Adventure aus der Third-Person-Perspektive.

Der bisher unbekannte Entwickler hat sich große Ziele gesteckt und sich selbst den Anspruch auferlegt, Triple-A-Titel zu veröffentlichen. Dazu hat das 2008 gegründete Studio erst kürzlich von ursprünglich fünf Mitarbeitern auf insgesamt 170 Personen aufgerüstet.

Ob mit Remember Me direkt der große Wurf gelungen ist, wird sich zeigen.

Story: Remember to Live, Live to Remember

Frankreich, 2084. In der Metropole Neo-Paris ist Erinnerungskontrolle und Augmented-Reality ein selbstverständlicher Bestandteil des alltäglichen Lebens geworden.

Fluch statt Segen

Aus hilfreichen Technologien, seinerzeit aus noblen Motiven entwickelt, ist schon längst mehr Fluch als Segen geworden. Viele Menschen leiden unter Suchtsymptomen. Der Handel mit digitalisierten Erinnerungen boomt – sogar das Stehlen derselben ist möglich und sehr lukrativ.

Gedächtnis-Jäger

Sogenannte Gedächtnis-Jäger, Agenten mit besonderen Fähigkeiten, führen solche Aufträge aus.

Nilin, eine ehemalige Elite-Gedächtnis-Jägerin, hat zusätzlich die Fähigkeit, Erinnerungen zu „Remixen“. Sie kann Erinnerungen manipulieren und verändern.

Die Jagd beginnt

Diese Fähigkeit versetzt die Mächtigen von Neo-Paris in Panik. Sie lassen Nilin gefangen nehmen, ihr Gedächtnis löschen und nehmen Experimente an ihr vor.

Doch dann gelingt Nilin die Flucht. Es beginnt eine Jagd nach Erinnerung und Wahrheit. Doch was ist wahr?

Grafik: Neo-Paris beeindruckt

Remember Me weiß zu beeindrucken. Mit vielen Details und hochauflösenden Texturen wurden tolle Schauplätze geschaffen. Stimmige Neon-Lichteffekte lassen das Neo-Paris des Jahres 2084 schön futuristisch erscheinen.

Kleine Schwächen

Die wirklich gelungenen Figuren leiden häufig unter Emotionslosigkeit. Bei den recht realistisch aussehenden Gesichtern bekommt man oft den Eindruck, es handle sich um Masken – sie wirken allesamt sehr steif. Viele Personen erwecken den Eindruck, als seien sie aus Wachs.

Doch wenn man darüber hinwegsieht, bleibt eine fantastische Welt, die einen sofort in ihren Bann zieht.

Technisch solide

Die technischen Möglichkeiten der PlayStation 3 werden weitgehend voll ausgenutzt. Sehr selten treten Ruckler auf oder macht sich leichtes Kantenflimmern bemerkbar.

Sound: Kultpotential

Schon im Hauptmenü fällt einem der tolle Score auf, der nicht nur jedem Kinofilm alle Ehre machen würde, sondern auch enormes Kultpotential besitzt.

Dynamische Musik

Die Musik ist passend gewählt:

  • In Actionsequenzen nimmt sie an Fahrt auf und treibt den Puls nach oben
  • Dramatische Sequenzen werden stets gekonnt untermalt

Deutsche Synchronisation

Die deutsche Synchronisation ist wirklich sehr gelungen, die Sprecher machen ihre Sache enorm gut. Die meisten passen verdammt gut zu ihren Charakteren.

Kleiner Wermutstropfen: Die Dialoge sind oft nicht lippensynchron.

Trotzdem fällt auf, wie viel Mühe man sich mit der Vertonung gegeben hat. Neben Deutsch und Englisch gibt es auch Französisch (na klar!), Italienisch und Spanisch. Dazu Untertitel in Russisch, Polnisch und Portugiesisch.

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Atmosphäre: Paris trifft Zukunft

Das Neo-Paris des Jahres 2084 wurde mit viel Liebe zum Detail gestaltet und sieht einfach fantastisch aus. Dabei wurde der Charme von Paris erhalten und mit einer ordentlichen Prise Zukunft vermischt.

Pariser Wahrzeichen

  • Zwischen gigantischen Wolkenkratzern kann man den Eiffelturm entdecken
  • Bei Kletterpartien über den Dächern lässt sich ein Blick auf Notre-Dame erhaschen
  • In engen verwinkelten Gassen entdeckt man kleine gemütliche Cafés

Augmented Reality überall

Die Speisekarten der Cafés erscheinen durch Augmented-Reality in der Luft vor uns. Man kann Passanten beobachten, die an speziellen Geldautomaten ihre Erinnerungen gegen Geld eintauschen.

Aus einer Modeboutique huscht ein Roboterdiener, der bemüht ist, die Einkäufe zu seiner wartenden Herrin zu bringen. Riesige Reklametafeln werben für die neuesten Technologien und ein besseres Leben.

Kontraste

Und trotz des ganzen Luxus läuft man stellenweise durch Müll und sieht die Armut vieler Menschen. Diese Kontraste machen die Welt glaubwürdig.

Gameplay: Wie ein Film

Remember Me ist wie ein Film, der ohne große Einführung direkt zu einer rasanten Fahrt einlädt.

Steuerung

Die Steuerung ist gut strukturiert und leicht zu handhaben. Neue Fähigkeiten werden kurz erklärt. Nilin lässt sich sehr gut lenken, die Kletterpartien gehen leicht von der Hand und stellen selten eine Herausforderung dar.

In der Regel bekommt man jederzeit recht genau angezeigt, wohin man klettern oder springen kann.

Kampfsystem: Simpel, aber nicht langweilig

Auch die Kämpfe sind dank eines recht simplen Systems gut zu handhaben. Gekämpft wird nur mit Quadrat und Dreieck.

Doch simpel heißt nicht schlicht und schon gar nicht langweilig. Denn auch hier überraschen die Entwickler.

Impressions-System

Es lassen sich verschiedene Kombos zusammenstellen. Dazu benötigt Nilin sogenannte „Impressions“:

Kategorie Effekt
Schaden Erhöhter Angriffsschaden
Heilung Regeneriert Gesundheit
S-Impression Spezialfähigkeiten
Verkettung Verstärkt vorherige Impression

Je nach Kombination verursachen Nilins Angriffe verschiedene Zusatzeffekte. Besiegte Gegner hinterlassen PMP-Punkte (Erfahrungspunkte), durch die man neue Impressions erwerben kann.

S-Impressions

Zusätzlich beherrscht Nilin Spezialfähigkeiten – die S-Impressions. Damit lässt sich viel Schaden anrichten, kurzzeitig Roboter kontrollieren und noch vieles mehr.

Durch diese Variablen sind verschiedene Taktiken möglich. Diese sind oft auch nötig, denn auch wenn die Zahl der unterschiedlichen Gegner nicht sehr hoch ist – die Kombination bestimmter Gegnertypen hat es enorm in sich.

Schleichpassagen

Neben Klettern und Kämpfen muss Nilin auch das eine oder andere Mal unbemerkt durch von Drohnen bewachte Gänge schleichen. Diese bewegen sich in bestimmten Routen mit festem Sichtbereich.

Klingt recht simpel und ist es auch – doch wie bei den Kämpfen gibt es Passagen, bei denen sicher mehrere Versuche nötig sind.

Geheimnisse

Wie es zu einem guten Action-Adventure gehört, gibt es abseits der typischen Routen immer wieder kleine Geheimnisse zu entdecken:

  • Items zur Gesundheitssteigerung
  • Aufwertungen für den Reflex Booster
  • Hintergrundinformationen

Das Remixen: Phänomenale Idee

Auf der Suche nach ihrem Gedächtnis muss Nilin das eine oder andere Mal Gebrauch von ihrer besonderen Fähigkeit machen – dem „Remixen“ von Erinnerungen.

So funktioniert’s

  1. Die Erinnerung ansehen
  2. Nach Belieben vor- und zurückspulen
  3. An bestimmten Stellen Veränderungen herbeiführen
  4. Ein bestimmtes Ereignis auslösen

Dieses Feature ist einfach toll, eine phänomenale Idee der Entwickler – kommt leider aber viel zu selten zum Einsatz. Schade!

Fazit

Die Entwickler haben sich ein hohes Ziel gesetzt, und dass sie dieses Ziel erreichen wollten, merkt man in jeder Minute. Schicke Grafik, toller Sound, phänomenale Atmosphäre.

Bis auf die wenigen erwähnten Kritikpunkte und einen viel zu einfachen Endkampf kann man sagen: Es ist gelungen.

Leider hat das Spiel im Vorfeld nicht die Aufmerksamkeit eines Top-Titels genossen. Es einen Geheimtipp zu nennen, wäre schon fast abwertend.

Deshalb wird Remember Me hiermit zum „Geheimhit“ ernannt.

DONTNOD, wir hören von euch… hoffentlich!

Enjoy to Play, Play to Enjoy!


Bewertung: 8.5/10

Stärken:

  • Fantastische Atmosphäre
  • Neo-Paris mit viel Liebe zum Detail
  • Charme von Paris erhalten
  • Tolle Soundkulisse
  • Enormes Kultpotential beim Score
  • Deutsche Synchronisation sehr gelungen
  • Sehr gute Grafik
  • Stimmige Neon-Lichteffekte
  • Impressions-System interessant
  • Remixen von Erinnerungen phänomenal
  • Augmented-Reality-Welt glaubwürdig
  • Gute Steuerung
  • Vielversprechendes Debüt

Schwächen:

  • Viel zu wenig Remixen
  • Dialoge nicht lippensynchron
  • Figuren wirken wie aus Wachs
  • Emotionslose Gesichter
  • Endkampf viel zu einfach
  • Geringe Gegnervielfalt
  • Kletterpartien ohne Herausforderung

Technische Daten:

  • Entwickler: DONTNOD Entertainment
  • Publisher: Capcom
  • Genre: Action-Adventure
  • Plattformen: PlayStation 3, Xbox 360, PC
  • Release: 4. Juni 2013
  • Protagonistin: Nilin
  • Setting: Neo-Paris, 2084
  • Altersfreigabe: USK 16

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