Sony behält sich in den aktuellen Nutzungsbedingungen für PlayStation Network (Version 12, Stand April 2026) das Recht vor, Konten nach 36 Monaten Inaktivität zu schließen. Betroffene verlieren dabei auch den Zugriff auf ihre digital erworbene Spielebibliothek. Die Klausel sorgt aktuell für Diskussionen in der Community, ist inhaltlich aber nicht neu.
Laut der aktuellen Fassung der Nutzungsbedingungen kann Sony den Schließungsprozess einleiten, wenn ein Konto 36 Monate lang nicht genutzt wurde. Betroffene werden per E-Mail informiert und erhalten sechs Monate Zeit, sich einzuloggen oder den Fortbestand des Kontos zu beantragen. Reagiert der Nutzer nicht, wird das Konto endgültig geschlossen – inklusive aller digital erworbenen Spiele. Die Formulierung ist dabei nicht zwingend: Sony „kann“ den Prozess einleiten, sobald die Inaktivitätsschwelle erreicht ist, muss es aber nicht.
Neu ist die Klausel nicht. Bereits die Fassung von Dezember 2019 sah eine Inaktivitätsfrist von 36 Monaten vor, nachdem eine frühere Version aus dem Jahr 2017 noch 24 Monate vorgesehen hatte. Die sechsmonatige Vorwarnung per E-Mail kam erst mit der Version von Januar 2023 hinzu.
Dass die Regelung jetzt erneut Aufmerksamkeit bekommt, dürfte mit Sonys Ankündigung zusammenhängen, ab 2028 keine physischen PS5-Discs mehr zu produzieren. Käufer, die auf physische Medien setzen, sehen darin ein zusätzliches Argument gegen rein digitale Spielelizenzen, da diese im Fall einer Kontoschließung vollständig verloren gehen können.
Ein Vergleich mit anderen Plattformen relativiert die Sonderstellung von Sony allerdings: Microsoft setzt eine kürzere Frist von zwei Jahren an, schließt Konten mit getätigten Käufen davon aber ausdrücklich aus. Nintendo kennt für reguläre Nintendo-Accounts keine vergleichbare Regelung.
Hintergrund der Klausel: Internationale Berichterstattung deutet darauf hin, dass hinter der Regelung kein aktiver Plan von Sony steckt, Konten in großem Stil zu schließen. Wahrscheinlicher ist eine Reaktion auf gesetzliche Vorgaben zur Datenminimierung, wie sie etwa in der EU gelten. Auch die vage Formulierung („kann“ statt „wird“) wirkt eher wie eine rechtliche Absicherung als wie eine konkret geplante Löschaktion.
Was bedeutet das für Spieler? Wer sein PSN-Konto regelmäßig nutzt oder sich zumindest alle paar Jahre einloggt, ist von der Regelung nicht betroffen. Kritisch wird es für Spieler, die ihre Konsole über Jahre nicht anrühren – etwa wegen eines Konsolenwechsels, einer längeren Pause vom Hobby oder eines Auslandsaufenthalts. Bislang sind keine Fälle dokumentiert, in denen Sony ein Konto tatsächlich auf dieser Grundlage gelöscht hat. Das Unternehmen selbst hat sich zu der aktuellen Debatte bisher nicht geäußert.
Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich mindestens einmal innerhalb von drei Jahren im PlayStation Network einloggen – das reicht aus, um die Frist zurückzusetzen.
Quelle: PlayStation-Nutzungsbedingungen (Version 12, April 2026); ergänzende Recherche mit Berichten von ComicBook.com und VideoCardz.com.








