Ubisoft setzt seinen Sparkurs fort: Der französische Publisher hat am 10. Juni 2026 die Schließung seiner Studios in Winnipeg (Kanada) und Belgrad (Serbien) angekündigt. Zusammen mit Umstrukturierungen in Barcelona und San Francisco sind nach Medienberichten bis zu 380 Stellen betroffen. Es ist bereits die sechste größere Entlassungswelle, die Ubisoft allein in diesem Jahr durchführt.
Was schließt – und was bleibt
Ubisoft Winnipeg wurde 2018 gegründet und spezialisierte sich auf Technologie-Entwicklung für die hauseigenen Engines Anvil und Snowdrop. Das Studio unterstützte unter anderem Assassin’s Creed Valhalla, Far Cry 6, Rainbow Six Siege und zuletzt Rainbow Six Mobile. Rund 85 Personen verlieren ihren Job. Besonders bitter: Die kanadische Regierung hatte dem Standort 2018 eine Förderzusage über 264 Millionen US-Dollar und 300 neue Stellen bis 2030 in Aussicht gestellt – davon ist nun keine Rede mehr.
Ubisoft Belgrad bestand seit 2016 als Co-Entwicklungs- und Support-Hub. Das Team war an zahlreichen Projekten beteiligt, darunter Tom Clancy’s Ghost Recon Wildlands, The Crew 2, Steep, Assassin’s Creed Mirage und Skull and Bones. Etwa 100 Stellen entfallen.
Ubisoft Barcelona bleibt bestehen, wird aber deutlich verkleinert und künftig ausschließlich auf Rainbow-Six-Projekte fokussiert. Im Großraumbetrieb in San Francisco, dessen Entwicklungsstudio bereits Ende 2024 geschlossen wurde, fallen zusätzlich Dutzende IT-, Marketing- und Support-Positionen weg.
Ein Konzern unter Dauerdruck
Die Schließungen sind Teil eines Sparprogramms, mit dem Ubisoft seine Fixkosten bis 2028 um 500 Millionen Euro senken will. Hintergrund ist ein Rekordverlust von 1,5 Milliarden Euro, den das Unternehmen im Mai 2026 gemeldet hatte. Seit 2023 ist die Gesamtbelegschaft von über 20.000 auf rund 16.590 Mitarbeiter geschrumpft – allein 2026 dürften mit dieser Runde bereits rund 680 Stellen weggefallen sein.
Schon im Januar 2026 hatte Ubisoft die Studios in Stockholm und Halifax geschlossen und 200 Stellen in Paris abgebaut. Im März wurde die Spieleentwicklung bei Red Storm Entertainment eingestellt. Parallel hat Tencent inzwischen 25 Prozent an Vantage Studios übernommen – dem neuen Tochterunternehmen, in das Ubisoft seine wichtigsten Marken Assassin’s Creed, Far Cry und Rainbow Six ausgegliedert hat.
Was das für Spieler bedeutet
Kurzfristig dürfte die Studioschließungen kaum Auswirkungen auf bereits angekündigte Titel haben. Assassin’s Creed Black Flag: Resynced erscheint laut aktuellem Stand in weniger als einem Monat für PC, PlayStation 5 und Xbox Series S/X. Mittelfristig zeigt der Abbau jedoch, dass Ubisoft sein globales Studioportfolio radikal verkleinert und sich auf wenige profitable Kernmarken konzentriert. Satelliten-Studios, die primär als Support-Hubs fungierten, haben in diesem Modell keinen Platz mehr.
Ubisoft hat die Schließungen intern bestätigt; eine offizielle öffentliche Stellungnahme mit vollständigen Zahlen steht noch aus. Das Unternehmen verwies auf laufende Konsultationen mit Arbeitnehmervertretungen.
Quellen: Heise Online, Gameswelt, Wccftech (alle 10./11. Juni 2026)


