Gaming-Hardware wird teurer

Gaming-Hardware wird teurer – Analysten warnen bis 2028

Steam Deck, Nintendo Switch 2, PS5, Xbox Series X/S – alle großen Gaming-Hardware-Plattformen haben in den vergangenen Monaten Preiserhöhungen angekündigt oder bereits umgesetzt. Mehrere Branchenanalysten sind sich einig: Das ist nicht der Gipfel, sondern erst der Beginn. Wer auf günstigere Preise wartet, dürfte bis mindestens 2028 warten.

Der Haupttreiber ist die globale Speichermarktkrise. Der anhaltende KI-Boom hat die Nachfrage nach DRAM und NAND-Flash explodieren lassen – und damit die Komponentenpreise für alle anderen Abnehmer in die Höhe getrieben. GPU– und Konsolenhersteller, die auf dieselben Speicherbausteine angewiesen sind, geben den Kostendruck zunehmend an Endverbraucher weiter. AMD erwartet laut öffentlichen Aussagen eine Normalisierung der DDR5-Preise frühestens 2028.

Joost van Dreunen, Professor an der NYU Stern und Marktbeobachter der Spieleindustrie, nennt als weitere Belastungsfaktoren US-Importzölle und die damit einhergehende Planungsunsicherheit in der Lieferkette. Teile der Zulieferer säßen auf Lagerbeständen, die sich wegen der gestiegenen Aufschläge kaum noch absetzen ließen. Kantan-Games-CEO Dr. Serkan Toto ergänzt weltweite Inflation und geopolitische Turbulenzen als zusätzliche Faktoren. Rhys Elliott, Forschungsleiter bei Alinea Analytics, warnt ausdrücklich davor, die jetzigen Preisanpassungen als Höhepunkt zu lesen: Plattformanbieter hätten sich lange durch Lieferverträge und Puffer abgesichert – jetzt, wo diese ausliefen, treffe sie der volle Komponentenpreisdruck der zurückliegenden Monate. Die aktuellen Erhöhungen seien nachlaufende Indikatoren, nicht der Gipfel.

Besonders exponiert ist Nintendo: James McWhirter von Omdia erwartet für die Nintendo Switch 2 sogar eine weitere Preisanpassung im Jahr 2027. Nintendo habe gerade erst eine neue Konsolengeneration gestartet und benötige dringend eine breite installierte Basis – die teurer werdende Hardware konterkariert dieses Ziel.

Daniel Ahmad, Forschungsleiter bei Niko Partners, weist immerhin darauf hin, dass asiatische Märkte robuster dastünden als westliche und die heftigsten Preissprünge mitten in einer Konsolengeneration nachlassen dürften, sobald sich Komponentenkosten stabilisieren. Ab 2028 könnten Bauteile wieder zugänglicher werden – das vergleicht Dr. Toto mit der Lieferkettenkrise der COVID-Phase, aus der sich die Branche ebenfalls erholt hat.

Auf eine Rückkehr zu Preisen vor 2026 sollte jedoch niemand hoffen. Tiago Reis von Newzoo hält es für zunehmend unwahrscheinlich, dass Hersteller zur aggressiven Hardware-Subventionierung früherer Konsolengenerationen zurückkehren – der Preisboden für Gaming-Hardware dürfte dauerhaft höher liegen. Van Dreunen zeichnet ein entsprechend ernüchterndes Bild für das Budget-Segment: Wer auf Gaming-Hardware unter 500 US-Dollar angewiesen ist, werde bald kaum noch passende Angebote finden. Als Ausweichmöglichkeiten nennen die Analysten Cloud-Gaming-Abos sowie werbefinanzierte Spielmodelle – und natürlich den wachsenden Rückstau ungespielter Titel, der preissensible Spieler noch eine Weile mit vorhandener Hardware zufriedenstellen dürfte.

Hat dir dieser Beitrag gefallen?

Klicke auf die Sterne um zu bewerten!

Durchschnittliche Bewertung 0 / 5. Anzahl Bewertungen: 0

Bisher keine Bewertungen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.

Weil du diesen Beitrag nützlich fandest...

Teile ihn doch gerne in sozialen Netzwerken!

Es tut uns leid, dass der Beitrag für dich nicht hilfreich war!

Lasse uns diesen Beitrag verbessern!

Was können wir verbessern?

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.