Preise über 1.000 Euro

PS6 und Xbox Project Helix: Analysten erwarten Preise über 1.000 Euro

Valves neue Steam Machine hat den Markt aufgeschreckt: 1.039 Euro für das Basismodell mit 512 GB, 1.359 Euro für die 2-TB-Variante – und das ohne Controller. Alle Preise und technischen Details zur Steam Machine haben wir in einem eigenen Artikel zusammengefasst. Als Grund nennt Valve offen die gestiegenen Kosten für RAM und Speicherchips. Das Unternehmen verzichtet bewusst auf eine Quersubventionierung der Hardware, wie es bei PlayStation und Xbox seit Jahren üblich ist. Was das für die nächste Konsolengeneration bedeutet, ist für viele Spielerinnen und Spieler eine unangenehme Aussicht.

Mehrere Branchenanalysten haben sich gegenüber GamesIndustry.biz geäußert – und ihre Einschätzungen zeichnen ein ähnliches Bild. Joost van Dreunen, Chef des Forschungsunternehmens Aldora, formulierte es direkt: Bei dem aktuellen Tempo könnte die nächste Konsolengeneration erst 2028 erscheinen, und der Einstiegspreis würde dann deutlich über 1.000 Euro liegen. Mat Piscatella von Circana schloss Preise jenseits der 1.000-Dollar-Marke ebenfalls nicht aus, verwies aber auf die schwer vorhersehbare Entwicklung des Komponentenmarkts.

Etwas zuversichtlicher zeigte sich Emmanuel Rosier von Newzoo: Er geht davon aus, dass Sony und Microsoft die Einstiegsmodelle ihrer nächsten Konsolen aus psychologischen und marketingstrategischen Gründen unter 999 Euro halten werden – subventioniert über Abo-Dienste wie PlayStation Plus oder den Game Pass. Piers Harding-Rolls von Ampere Analysis ergänzte, dass die deutlich größere Einkaufsmacht der Konsolenhersteller im Vergleich zu Valve einen Kostenvorteil bei Zulieferern verschaffen könnte.

Der Kern des Problems trägt in der Branche längst einen eigenen Namen: RAMageddon. Speicherhersteller wie Samsung, SK Hynix und Micron verkaufen ihre DRAM- und NAND-Kapazitäten vorrangig an KI-Rechenzentren. Für klassische Consumer-Hardware bleibt weniger übrig – und die Preise ziehen entsprechend an. Microsoft hat intern bereits durchgerechnet, dass sich die Speicherkosten bis Herbst 2027 im Vergleich zu 2024 mehr als verdoppeln könnten. Xbox-CEO Asha Sharma bestätigte in einem Bloomberg-Interview, dass die Speicherkrise sowohl Preisgestaltung als auch Verfügbarkeit von Project Helix direkt beeinflussen wird.

Sony arbeitet für die PlayStation 6 einem Bericht zufolge mit einem semi-custom AMD-SoC, dessen Chip-Produktion bei TSMC für 2027 geplant sein soll. Ein Release Ende 2027 gilt als wahrscheinlichstes Szenario, wenngleich eine Verschiebung in Richtung 2028 nicht ausgeschlossen ist. Die Xbox der nächsten Generation, intern als Project Helix bekannt, setzt auf einen AMD-Chip mit dem Codenamen Magnus – Zen-6-Kerne kombiniert mit RDNA-5-Grafik. Auch hier wird ein Release 2027 bis 2028 erwartet.

Was bedeutet das konkret für Spielerinnen und Spieler? Die Ära der 500-Euro-Konsole ist wohl endgültig vorbei. Wer zur nächsten Generation upgraden möchte, sollte sich auf deutlich höhere Anschaffungskosten einstellen – unabhängig davon, ob die Wahl auf PS6, Project Helix oder eine Steam Machine fällt. Die Frage ist nicht mehr ob die Hardware teurer wird, sondern wie stark Sony und Microsoft den Preisanstieg durch ihre Live-Service-Ökosysteme und Abo-Modelle abfedern können und wollen. Ein Blick auf die Geschichte der Konsolengenerationen zeigt: Deutliche Preissprünge bei Hardware gab es immer wieder – aber selten unter so ungünstigen Marktbedingungen wie jetzt.

Quelle: GamesIndustry.biz, Valve

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