Microsoft hat eine weltweite Preiserhöhung für alle Xbox-Series-Konsolen angekündigt. Ab dem 1. August 2026 steigen die Preise je nach Modell um 100 bis 150 US-Dollar – und das 2-TB-Flaggschiff verschwindet ganz aus dem Sortiment.
Das sind die neuen US-Preise
Die Staffelung läuft nach Speicherkapazität. Für die Series S mit 512 GB werden künftig 499,99 US-Dollar fällig – 100 Dollar mehr als bisher. Das 1-TB-Modell der Series S klettert auf 599,99 US-Dollar, ein Aufschlag von 150 Dollar. Bei der Series X sieht es ähnlich aus: Die rein digitale 1-TB-Variante kostet dann 749,99 US-Dollar, das Modell mit Disc-Laufwerk landet bei 799,99 US-Dollar. Die als Galaxy Black Special Edition vermarktete Series X mit 2 TB wird zum Stichtag komplett eingestellt und nicht durch ein Nachfolgemodell ersetzt.
Euro-Preise hat Microsoft bislang nicht genannt. Zuletzt wurde in Deutschland am 1. Mai 2025 angehoben: Damals kostete die Series S 349,99 Euro, die Series X mit Laufwerk 599,99 Euro. Ob Microsoft diesmal einen Eins-zu-eins-Aufschlag in Euro durchsetzt oder die im Oktober 2025 in den USA vorgenommene Anpassung hierzulande nachzieht, bleibt offen – könnte die Erhöhung in Deutschland also noch deutlicher ausfallen als in den USA.
Microsoft nennt Speicherkrise als Grund
Das Unternehmen begründet den Schritt mit drastisch gestiegenen Komponentenpreisen. Speicher- und RAM-Bausteine hätten sich im Vergleich zu früheren Jahren um mehr als das 2,5-Fache verteuert, bis Herbst 2027 erwartet Microsoft eine weitere Verdoppelung. Konsolen seien davon besonders hart betroffen, da sie traditionell unter oder nahe den Herstellungskosten verkauft werden – anders als Smartphones oder PCs. Wer im Spielemarkt die Margen kennt, weiß: Das Konsolengeschäft lebt vom Software-Umsatz, nicht von der Hardware. Dieser Puffer ist bei steigenden Bauteilkosten schlicht aufgebraucht.
Microsoft selbst räumt ein, gehofft zu haben, eine weitere Erhöhung vermeiden zu können – Gespräche mit Zulieferern hätten aber keine ausreichende Lösung gebracht. Es ist die dritte Preisanpassung innerhalb von gut einem Jahr: Im Mai 2025 stiegen die Preise global, im Oktober 2025 folgte eine weitere Erhöhung speziell in den USA.
Xbox steht nicht allein
Im laufenden Konsolenkrieg zieht Microsoft nach, was die Konkurrenz bereits vorgemacht hat. Sony erhöhte die PS5-Preise zuletzt im April 2026 um jeweils 100 Euro. Nintendo plant nach der ersten Switch-2-Anpassung für den Herbst einen weiteren Aufschlag in Europa. Und Valves neue Steam Machine startet gleich mit einem Einstiegspreis von über 1.000 Euro – das Unternehmen hat von Beginn an kommuniziert, die Hardware nicht subventionieren zu wollen.
Das jahrzehntealte Versprechen der erschwinglicheren Konsole zur Generationenmitte ist damit für diese Konsolengeneration endgültig vom Tisch. Die Series S, einst als günstiger Einstieg in die aktuelle Hardware-Generation positioniert, liegt in den USA bald bei 499,99 Dollar – genau dem Startpreis der Series X im November 2020. Die Series X mit Laufwerk landet bei 799,99 Dollar, also dem bisherigen Preis des 2-TB-Modells, das nun gestrichen wird.
Microsoft steuert mit Finanzierungsangeboten gegen
Um den Preisschock abzufedern, kündigt Microsoft mehrere Maßnahmen an: eine „Jetzt kaufen, später zahlen“-Option über den Microsoft Store, eine zinsfreie Zwölf-Monats-Finanzierung über Amazon sowie ein Trade-in-Programm, bei dem alte Konsolen gegen Guthaben eingetauscht werden können. Gebrauchtgeräte sollen anschließend zertifiziert und bis zu 100 Dollar unter der neuen UVP weiterverkauft werden. Als System-Seller für die kommenden Monate nennt Microsoft GTA VI, Gears of War: E-Day, Halo: Campaign Evolved sowie Call of Duty: Modern Warfare 4.
Wer sich noch zum alten Preis eine Xbox sichern möchte, hat bis Ende Juli Zeit.




