Valve gibt SteamOS offiziell für Desktop-PCs frei. Valve-Ingenieur Pierre-Loup Griffais bestätigte gegenüber The Verge: Ab SteamOS 3.8 kann jeder sein eigenes Steam Machine aus beliebigen PC-Komponenten zusammenstellen. Bisher war das Betriebssystem zwar technisch auf anderen Systemen installierbar, aber offiziell nur für den Steam Deck und die neue Steam Machine vorgesehen – und bei Nicht-AMD-Hardware oft mit erheblichem Aufwand verbunden.
Konkret bedeutet das: Wer einen AMD-basierten Desktop-PC hat, kann SteamOS 3.8 darauf installieren und erhält damit ein konsolen-ähnliches Gaming-Erlebnis mit der kompletten Steam-Bibliothek – ohne die über 1.000 Euro teure Steam Machine kaufen zu müssen. Valve stellt dafür einen vereinfachten Installer bereit, der das bestehende Betriebssystem durch SteamOS ersetzt. Ein Dual-Boot – also das parallele Betreiben von SteamOS und Windows – ist laut Griffais noch nicht möglich, werde aber für die Zukunft angepeilt.
Noch nicht unterstützt werden Nvidia-Grafikkarten. SteamOS 3.0 wurde von Grund auf für AMD-Hardware entwickelt, und wer bisher Nvidia oder Intel Arc einsetzte, musste mit erheblichem Mehraufwand rechnen. Das soll sich ändern: Griffais bestätigte, dass Valve eng mit Nvidia zusammenarbeite, um die Unterstützung für Grafikkarten der GeForce-Reihe zu entwickeln. Noch in diesem Jahr sei damit nicht zu rechnen, aber die Arbeit laufe im Hintergrund. Intel-Unterstützung ist mit SteamOS 3.8 bereits verbessert worden, inklusive Kompatibilität für kommende Intel-Handheld-Chips.
Was bedeutet das für Spielerinnen und Spieler? Die strategische Dimension ist erheblich. Valve entkoppelt SteamOS von seiner eigenen Hardware und positioniert das System als offene Alternative zu Windows für den Gaming-Bereich. Laut aktueller Steam-Umfrage nutzen knapp 4 Prozent der Steam-Nutzer Linux – mehr als macOS. Sollte Nvidia-Support kommen, dürfte dieser Anteil deutlich wachsen. Für alle, die bereits einen AMD-Desktop-PC besitzen und ihre Steam-Bibliothek lieber im Wohnzimmer spielen würden, ist die Desktop-Freigabe eine interessante Option – auch ohne Kauf der Steam Machine. Zusammen mit dem starken Emulations-Support unter Linux wird SteamOS für eine wachsende Spielergruppe zur echten Alternative. Wer sich für das Thema Cloud-Gaming als weiteren plattformunabhängigen Ansatz interessiert, findet in unserem Cloud-Gaming-Erklärer einen guten Einstieg.
Quelle: The Verge (Interview mit Pierre-Loup Griffais), Tom’s Hardware



