Project Helix

Xbox Project Helix: Gerüchte um Verzicht auf Disc-Laufwerk verdichten sich

Nur wenige Tage nach Sonys Ankündigung, die Produktion physischer PlayStation-Discs ab 2028 einzustellen, zieht offenbar auch Microsoft nach: Laut einem Bericht von Windows-Central-Chefredakteur Jez Corden verdichten sich die Hinweise, dass der kommende Xbox-Nachfolger unter dem Codenamen „Project Helix“ ohne eingebautes Disc-Laufwerk erscheinen könnte. Eine offizielle Bestätigung von Microsoft gibt es dafür bislang nicht.

Parallel dazu berichtet Corden über neue Details zu „Positron“, einem bislang unbestätigten Disc-zu-Digital-Programm, das Microsoft offenbar entwickelt. Laut dem Bericht, der sich auf Informationen von The Verge stützt, soll das Einlegen einer physischen Xbox-Disc in eine Konsole künftig genügen, um vollständige digitale Nutzungsrechte für das jeweilige Spiel freizuschalten – inklusive Zugriff über Xbox Cloud Gaming und Play Anywhere auf Geräten wie dem Xbox Ally X. Erst wenn die Disc verkauft oder an einen anderen Microsoft-Account weitergegeben wird, soll das digitale Nutzungsrecht wieder entzogen werden. Das Verfahren soll laut Bericht ausschließlich für Discs ab der Xbox-One-Generation funktionieren; Datenträger der Xbox 360 und der ursprünglichen Xbox sollen davon ausgeschlossen bleiben, und auch bei manchen älteren Xbox-One-Discs könnten laut Microsoft technische Einschränkungen bestehen.

Ob Project Helix tatsächlich komplett auf ein Laufwerk verzichtet, ist offiziell weiterhin nicht entschieden. Laut Corden habe Microsoft die Entscheidung intern noch nicht final getroffen, seine Quellen würden aber seit Monaten in Richtung eines laufwerklosen Designs deuten. Zusätzliches Gewicht erhält die Einschätzung dadurch, dass Xbox-Stratege Matthew Ball öffentlich erklärt haben soll, man „überdenke gerade alles“ bei Project Helix – eine Aussage, die sich auch auf die Laufwerksfrage beziehen könnte. Überraschend käme ein solcher Schritt bei Microsoft ohnehin nicht: Bereits mit der Xbox One S All-Digital Edition brachte das Unternehmen 2019 die erste laufwerklose Xbox auf den Markt, mit der Xbox Series S folgte 2020 eine ganze Konsolenlinie ohne Disc-Slot. Auch der Xbox Game Pass hat die eigene Nutzerschaft über Jahre an digitale Käufe und Downloads statt an den klassischen Ladenkauf gewöhnt. Ein komplett laufwerkloses Project Helix wäre damit weniger ein Bruch als die konsequente Fortsetzung eines Kurses, den Microsoft schon länger eingeschlagen hat.

Für Spielerinnen und Spieler mit umfangreichen physischen Sammlungen wäre ein Positron-Programm zumindest ein Weg, bestehende Discs weiter sinnvoll zu nutzen, auch wenn eine künftige Konsole selbst kein Laufwerk mehr besitzt – etwa über ein externes USB-Laufwerk am aktuellen Xbox-Modell. Gleichzeitig bedeutet das Prinzip aber auch: Wer eine digitalisierte Disc verkauft, verliert automatisch den digitalen Zugriff, was den klassischen Weiterverkauf und Verleih in der bisherigen Form einschränken würde. Wie sich das Modell technisch und rechtlich in Bezug auf bestehende digitale Spielelizenzen einordnet, dürfte in den kommenden Monaten ein zentrales Diskussionsthema werden.

Die Xbox-Gerüchte reihen sich damit nahtlos in einen branchenweiten Trend ein: Sony hat sein Ende der Disc-Produktion bereits verkündet, Rockstar Games verzichtet bei Grand Theft Auto VI auf eine klassische Disc-Version, und auch um die kommende PlayStation 6 kursieren seit Monaten ähnliche Gerüchte. Corden verweist in seinem Bericht zudem auf Sonys parallele Ankündigung zur Schließung der PlayStation Stores für PS3 und PS Vita sowie auf die kürzlich bekanntgegebene Entfernung gekaufter StudioCanal-Filme aus PlayStation-Konten – für ihn ein Zeichen, dass sich Spielerinnen und Spieler plattformübergreifend zunehmend Sorgen um den langfristigen Zugriff auf digitale und physische Inhalte machen. Offen bleibt bei alldem weiterhin die Frage der langfristigen Abwärtskompatibilität für bereits vorhandene physische Sammlungen über künftige Konsolengenerationen hinweg.

Offizielle Details zu Project Helix will Microsoft nach eigenen Angaben im Laufe des Jahres nachreichen. Bis dahin bleiben sowohl die Laufwerksfrage als auch das Positron-Programm unbestätigte Berichte.

Quelle: Windows Central (Jez Corden), unter Berufung auf Berichte von The Verge

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