Project Helix

Xbox Project Helix: Leak deutet auf OEM-Varianten von ASUS und MSI hin

Xbox Project Helix, der Codename für Microsofts nächste Konsolengeneration, könnte nicht nur als klassisches First-Party-Gerät erscheinen. Einem Leak des bekannten Hardware-Insiders KeplerL2 zufolge plane Microsoft, den zugrundeliegenden AMD-Chip auch an Dritthersteller wie ASUS und MSI weiterzugeben – sodass diese eigene Geräte auf Basis der Helix-Plattform fertigen könnten. Xbox-Hardware-Chef Jason Ronald reagierte auf die Spekulation, ließ dabei aber eine entscheidende Frage demonstrativ offen.

KeplerL2, der AMD-Insider mit nachgewiesener Track-Record bei Hardware-Leaks, hatte auf NeoGAF behauptet, Microsoft werde den Helix-Chip an Hersteller wie ASUS und MSI verkaufen. In der Konsequenz könnten diese Firmen eigene Systeme auf Basis der Xbox-Next-Gen-Hardware auf den Markt bringen – vergleichbar mit dem Modell, das bereits bei den ROG-Xbox-Ally-Handhelds zu beobachten war. Als sich das Gerücht auf Social Media verbreitete und Spekulationen auslöste, Microsoft stelle gar kein eigenes Helix-Gerät her, meldete sich Jason Ronald, Vice President für Xbox Gaming Devices, mit einer klaren Aussage zu Wort: „Project Helix will be available as a 1st party Xbox console.“ Auffällig dabei: Ronald widersprach dem OEM-Teil des Gerüchts nicht.

Standard-APU statt Custom-Chip: Was Digital Foundry dazu sagt

Der Hintergrund des OEM-Szenarios liegt in einer weiteren Besonderheit von Project Helix: Anders als die PS5 oder frühere Xbox-Generationen soll die Konsole laut übereinstimmenden Leaks keinen vollständig maßgeschneiderten Chip verwenden, sondern den AMD Magnus APU – ein Bauteil, das prinzipiell auch in anderen Geräten verbaut werden könnte. Digital Foundry, eine der renommiertesten Hardware-Analysten-Redaktionen im Gaming-Bereich, stufte diesen Schritt als unproblematisch ein: Die Ära vollständig kundenspezifischer Konsolen-Prozessoren – wie einst Sonys Cell-Prozessor in der PS3 – sei schlicht vorbei. Der Standard-Chip bedeute für Entwickler sogar Vorteile, da Portierungen zwischen PC und Konsole einfacher würden.

Dass der Magnus APU nicht exklusiv für Xbox gebaut wird, ist also der eigentliche Schlüssel zum OEM-Szenario: Wenn ASUS oder MSI denselben Chip in einem Windows-Gaming-PC verbauen, entsteht faktisch eine zertifizierte Xbox-kompatible Maschine. Microsoft hätte damit keine klassische Konsole mehr im Portfolio, sondern eine offene Hardware-Plattform unter der Marke Xbox – ähnlich wie bereits beim Xbox Game Pass, der heute auf PC, Konsole und Cloud verfügbar ist.

Kein neues Konzept – aber neue Dimension

Das Prinzip, dass Dritthersteller lizenzierte Hardware unter einem Plattform-Dach verkaufen, ist nicht neu: In den 1990er-Jahren scheiterte die 3DO-Plattform damit spektakulär, weil Hersteller wie Panasonic die Hardware ohne Querfinanzierung durch Software-Erlöse überteuert verkaufen mussten. Microsofts Ausgangslage ist eine andere: Mit dem Xbox Game Pass, eigenen First-Party-Studios und einem etablierten Software-Ökosystem existiert die Infrastruktur bereits. OEM-Partner würden Hardware liefern, Microsoft die Software-Basis und die Plattformkontrolle behalten.

Gleichzeitig wirft das Modell wirtschaftliche Fragen auf. Jeder zusätzliche Hersteller in der Kette benötigt eine eigene Marge. Das klassische Konsolen-Prinzip – Hardware initial unter Einstandspreis verkaufen und Verluste über Spieleverkäufe ausgleichen – funktioniert bei Drittherstellern ohne Beteiligung an Software-Erlösen nicht. OEM-Varianten wären entsprechend teurer als ein mögliches First-Party-Referenzgerät von Microsoft selbst.

Was bedeutet das konkret für Spielerinnen und Spieler?

Sollte sich das Szenario bewahrheiten, würde der Kauf einer „Xbox“ künftig einer Kaufentscheidung im PC-Markt ähneln: kein einheitliches Gerät zu einem fixen Preis, sondern mehrere Varianten verschiedener Hersteller mit unterschiedlichen Ausstattungsmerkmalen und Preispunkten. Das ist für PC-affine Spieler vertraut – für das klassische Konsolen-Publikum, das Verlässlichkeit und Standardisierung schätzt, bedeutet es eine grundlegende Veränderung des Angebots.

Zugleich eröffnet das Modell Chancen: Regionale Marktanpassungen – etwa für China oder Südkorea – ließen sich über lokale OEM-Partner einfacher umsetzen. Und wer mehr RAM oder eine stärkere Kühllösung für Produktivaufgaben will, könnte zu einer entsprechend aufgerüsteten ASUS- oder MSI-Variante greifen, während das Microsoft-Referenzgerät einen günstigeren Einstiegspunkt bietet.

Fest steht bislang nur, was Jason Ronald bestätigt hat: Eine First-Party-Xbox-Konsole wird es geben. Alles darüber hinaus – OEM-Partner, Preispunkte, konkrete Spezifikationen – bewegt sich weiterhin im Bereich von Leaks und Spekulation. Eine offizielle Ankündigung zu Umfang und Partnern von Project Helix steht aus.

Quellen: KeplerL2 (NeoGAF, April 2026), Jason Ronald (X/@jronald, 21. April 2026), Kotaku, Digital Foundry / Notebookcheck (April 2026), Tweaktown, GamesRadar

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