Witcher 4

The Witcher 4: Keine DLCs für die neue Trilogie – das Ende einer Tradition

CD Projekt Red hat es offiziell bestätigt: Die neue Witcher-Trilogie rund um Ciri wird keine großen Story-Erweiterungen bekommen. Der Grund ist ein Zeitplan, der schlicht keinen Spielraum lässt. Für Fans ist das eine bittere Pille – und gleichzeitig ein unmissverständliches Versprechen.

Nein – CD Projekt Red hat im Rahmen der Quartalszahlen für Q1 2026 bestätigt, dass die neue Witcher-Trilogie keine großen Story-Erweiterungen erhalten wird. Grund ist der ambitionierte Zeitplan: Alle drei Spiele der Ciri-Saga sollen innerhalb von sechs Jahren erscheinen, was keine Ressourcen für Post-Launch-DLCs lässt.

Im Rahmen einer Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen für das erste Quartal 2026 kam die Frage auf, wie CD Projekt Red die Pläne für DLCs und Erweiterungen zur kommenden Witcher-Saga einschätzt. Joint-CEO Michał Nowakowski antwortete ungewohnt direkt: „Die Pläne sind ziemlich ehrgeizig. Konkret geht es darum, innerhalb eines Zeitraums von sechs Jahren drei Witcher-Spiele zu veröffentlichen. Um ganz ehrlich zu sein, wäre es für uns schwierig, der kommenden Trilogie eine Erweiterung hinzuzufügen – an diesem Punkt befinden wir uns hier und jetzt bei diesem speziellen Thema.“

Klarer geht es kaum. Wer nach The Witcher 4 auf ein Blood-and-Wine-Äquivalent gehofft hat, muss sich diese Hoffnung abschminken – zumindest vorerst.

Drei Spiele in sechs Jahren: Der Takt lässt keinen Raum

Der Grund für die Entscheidung ist nachvollziehbar, auch wenn er schmerzt. CD Projekt Red hat sich selbst einen Zeitplan auferlegt, der für ein Studio dieser Größe außergewöhnlich ambitioniert ist. Alle drei Teile der neuen Ciri-Saga sollen innerhalb von sechs Jahren nach dem Release des ersten Teils erscheinen. Das bedeutet: Sobald The Witcher 4 auf dem Markt ist, laufen die Uhren für Teil 5. Kein Team, das gerade ein Spiel fertiggestellt hat, kann gleichzeitig monatelang an einem massiven DLC schrauben und dabei die nächste Hauptproduktion vorantreiben.

Das ist keine Faulheit und kein Desinteresse an den Fans. Es ist schlicht Arithmetik. Entwicklungskapazitäten sind endlich, und CD Projekt Red hat sich bewusst für Breite statt Tiefe nach Release entschieden.

Was Blood and Wine für The Witcher 3 bedeutet hat

Um zu verstehen, was hier auf dem Spiel steht, lohnt ein Blick zurück. The Witcher 3: Wild Hunt war bereits 2015 ein Ausnahmetitel – ein Open-World-RPG, das Maßstäbe gesetzt hat, die die Branche bis heute spürt. Doch erst Hearts of Stone und vor allem Blood and Wine haben das Spiel in den Olymp gehoben. Blood and Wine war in vielen Augen nicht nur besser als die meisten Hauptspiele seiner Zeit – es war das dichteste, emotionalste, am besten inszenierte Stück der gesamten Reihe. Toussaint, der Ritter-Romantik-Traum mit seinen Weinbergen und Vampiren, hat eine Atmosphäre geschaffen, die kein anderer Spielbereich der Witcher-Reihe je erreicht hat.

Diese Tradition endet jetzt. Nicht weil das Studio sie nicht schätzt, sondern weil der Rhythmus, den es sich selbst vorgegeben hat, sie nicht zulässt.

Das letzte große Kapitel: Songs of the Past

Bevor die neue Ära beginnt, gibt es noch ein letztes Mal das vertraute Format. Mit „Songs of the Past“ hat CD Projekt Red eine dritte große Erweiterung für The Witcher 3 angekündigt, die 2027 erscheinen soll – entwickelt von Fool’s Theory, dem polnischen Co-Entwicklungspartner, der parallel auch am Remake des ersten Witcher-Spiels arbeitet. Der Umfang soll mit Blood and Wine vergleichbar sein, Analysten rechnen bereits mit rund elf Millionen verkauften Einheiten – ein gewaltiger Vertrauensvorschuss für ein DLC zu einem elf Jahre alten Spiel.

Songs of the Past soll auch inhaltlich als Brücke zur neuen Trilogie dienen. Was das konkret bedeutet – ob Ciri eine tragende Rolle spielt, ob ein neues Setting eingeführt wird – hat das Studio noch nicht enthüllt.

Druck auf das Grundspiel steigt enorm – Was bedeutet das für The Witcher 4 zum Launch?

Die Konsequenz aus der Entscheidung gegen DLCs ist eindeutig: The Witcher 4 muss zum Launch vollständig sein. Nicht 80 Prozent fertig mit dem Rest als bezahltes Nachschlagwerk. Vollständig. Abgeschlossen. Keine Lückenfüller, kein Vertrösten auf den Season Pass. Das Grundspiel muss liefern.

Das ist aus Spielerperspektive theoretisch eine gute Nachricht – wenn es funktioniert. Der Haken: CD Projekt Red hat in der Vergangenheit bewiesen, dass es unter Zeitdruck zu erheblichen Problemen neigt. Der Launch von Cyberpunk 2077 ist das bekannteste Beispiel. Das Studio hat seitdem dazugelernt, diesmal wird von Anfang an konsolenorientiert entwickelt, das Team ist mit fast 500 Entwicklern deutlich größer als bei früheren Projekten. Aber drei vollwertige Open-World-RPGs in sechs Jahren – das bleibt ein sportliches Vorhaben, dem man mit gesunder Skepsis begegnen darf.

Wenn unter diesem Zeitdruck am Ende die Story leidet, hilft es niemandem, dass die Spiele schnell erschienen sind.

Ein Tausch, den man kennen sollte

CD Projekt Red tauscht die gewohnte Tiefe durch jahrelange Content-Pflege gegen einen schnellen Release-Takt. Das kann funktionieren. Es gibt gute Gründe, eine in sich geschlossene Trilogie einer von DLCs abhängigen Spielerfahrung vorzuziehen – weniger Fragmentierung, kein Gefühl, für das vollständige Spiel extra bezahlen zu müssen. Wer die drei Teile in ihrer Gesamtheit erlebt, bekommt möglicherweise mehr erzählerische Konsistenz, als es mit nachträglichen Erweiterungen je möglich gewesen wäre.

Auf der anderen Seite verliert das Witcher-Universum etwas, das es von fast allen anderen Franchises unterschieden hat: die Bereitschaft, nach dem Release noch einmal tiefer zu graben und Welten zu erschaffen, die das Hauptspiel übertreffen. Das ist keine Kleinigkeit.

Ob die Entscheidung die richtige war, werden letztlich die drei Spiele selbst zeigen müssen.

Häufige Fragen zu The Witcher 4 und DLCs

Wird es DLCs zu The Witcher 4 geben?

Nach aktuellem Stand nicht. CD Projekt Red hat im Rahmen der Q1-2026-Quartalszahlen bestätigt, dass für die neue Witcher-Trilogie keine großen Story-Erweiterungen geplant sind. Der Grund ist der enge Zeitplan: Alle drei Teile sollen innerhalb von sechs Jahren nach Release von The Witcher 4 erscheinen, was keine Kapazitäten für Post-Launch-DLCs lässt.

Warum verzichtet CD Projekt Red auf DLCs für The Witcher 4?

Das Studio hat sich das Ziel gesetzt, die gesamte neue Witcher-Trilogie – bestehend aus The Witcher 4, 5 und 6 – innerhalb von sechs Jahren zu veröffentlichen. Bei diesem Tempo muss das Entwicklungsteam unmittelbar nach dem Release eines Titels an den Nachfolger arbeiten. Monatelange DLC-Entwicklung ist in diesem Rhythmus schlicht nicht einplanbar.

Gibt es noch einen letzten DLC für The Witcher 3?

Ja. CD Projekt Red hat „Songs of the Past“ als dritte große Erweiterung für The Witcher 3: Wild Hunt angekündigt. Entwickelt wird sie von Fool’s Theory, erscheinen soll sie 2027. Der Umfang soll laut Studio mit Blood and Wine vergleichbar sein.

Wann erscheint The Witcher 4?

Ein konkretes Datum hat CD Projekt Red noch nicht genannt. Laut internen Berichten und Finanzberichten ist ein Release nicht vor 2027 realistisch. Das Studio entwickelt auf Basis der Unreal Engine 5 und hat die PlayStation 5 und Xbox Series X|S sowie den PC als Zielplattformen bestätigt.

Kommt nach The Witcher 4 noch ein The Witcher 5 und 6?

Ja. CD Projekt Red hat eine vollständige Trilogie mit Ciri als Protagonistin angekündigt. Alle drei Teile sollen innerhalb von sechs Jahren nach dem Release des ersten Spiels erscheinen – im optimistischsten Szenario also bis 2033, wenn The Witcher 4 wie geplant 2027 erscheint.

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