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Tim Sweeney: KI hätte Destiny 2 vor dem Aus bewahren können

Epic-Games-Chef Tim Sweeney hat sich in die Debatte um das Ende von Destiny 2 eingeschaltet – und dabei prompt für Kontroversen gesorgt. Anlass war ein Forbes-Bericht, der unter Berufung auf eine anonyme Quelle nahelegt, dass der Bungie-Shooter über nahezu seine gesamte Laufzeit hinweg nur selten profitabel gewesen sei. Grund dafür sei der enorme Aufwand, ständig neue Inhalte liefern zu müssen, um die Spielerschaft bei Laune zu halten – verschärft dadurch, dass Gewinnphasen laut dem Bericht von der damaligen Führungsriege in zu viele parallele Experimentalprojekte gesteckt worden seien.

Sweeney reagierte auf X mit einem süffisanten Kommentar in Richtung generativer KI: Sinngemäß fragte er, ob nicht irgendeine neumodische Technologie helfen könnte, genau das in seinem Post zitierte Kernproblem zu lösen und Spielen wie Destiny zum Erfolg zu verhelfen. Auffällig dabei: Auf den zweiten im Forbes-Bericht genannten Grund – die mutmaßliche Fehlallokation der Gewinne durch das Management – ging Sweeney mit keinem Wort ein.

Der Vorstoß passt ins bekannte Muster: Sweeney positioniert sich seit Längerem als einer der lautesten Fürsprecher generativer KI in der Spieleentwicklung und hatte erst kürzlich Valves Pflicht zur Kennzeichnung KI-generierter Inhalte auf Steam als unverantwortlich kritisiert. Auch die kommende Unreal Engine 6 soll KI-Werkzeuge erhalten, die repetitive Entwicklungsarbeit reduzieren sollen. Wer sich fragt, wie realistisch der Einsatz von KI bei der Erstellung ganzer AAA-Produktionen überhaupt ist, findet in unserem Erklärartikel zum Thema einen tieferen Einstieg.

In der Community kam Sweeneys Kommentar überwiegend schlecht an: Viele verweisen darauf, dass ehemalige Bungie-Mitarbeiter das Scheitern in erster Linie auf Führungsentscheidungen zurückführen, nicht auf fehlende Automatisierung. Destiny 2 hatte im Mai die aktive Weiterentwicklung eingestellt – wir haben über das finale Update im Juni berichtet – und Bungie steht seither wegen umfangreicher Entlassungen ohnehin schon unter Druck.

Ob generative KI ein Live-Service-Spiel wie Destiny 2 tatsächlich gerettet hätte, bleibt reine Spekulation: Die enormen Content-Anforderungen des Live-Service-Modells sind nur einer von mehreren Faktoren, die zum Ende beigetragen haben – das schwache Story-Finale und die Ressourcenverlagerung auf das neue Bungie-Projekt Marathon werden von Beobachtern mindestens genauso oft genannt.

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