Shawn Layden

Shawn Layden: Kürzere AAA-Spiele gegen Kostenexplosion

Der ehemalige Sony-Manager Shawn Layden hat sich in einem neuen Interview erneut zu den Problemen der AAA-Entwicklung geäußert. Sein Vorschlag: Statt auf Entlassungen zu setzen, sollten Studios die Entwicklungszeit ihrer Spiele verkürzen – auch weil die durchschnittliche Spielerschaft schlicht älter geworden ist und weniger Zeit hat.

Layden, bis 2020 Chairman von Sony Interactive Entertainment Worldwide Studios, äußerte sich im Gespräch mit dem französischen PlayStation-Portal playstationinside.fr zur aktuellen Kostenkrise der Branche. Anlass war die Diskussion um AAA-Budgets, die laut Berichten inzwischen bei rund 300 Millionen US-Dollar pro Titel liegen können. Da nach Laydens Einschätzung rund 95 Prozent dieser Kosten auf Gehälter entfallen, seien lange Entwicklungszeiten von sechs bis acht Jahren ein zentraler Kostentreiber – deutlich mehr als die Teamgröße selbst.

Statt bei Personal zu kürzen, schlägt Layden vor, an der Entwicklungsdauer anzusetzen: „Wir müssen aufhören, uns auf die Spiellänge zu versteifen. Als wir jung waren, hatten wir Zeit, aber kein Geld. Wir wollten Spiele, die möglichst lange dauerten. Mit zunehmendem Alter sind wir zwar nicht unbedingt reicher geworden, aber wir haben definitiv weniger Zeit für Videospiele“, sagte er laut der übersetzten Fassung des Interviews. Als Beispiel nannte er, dass es für viele kaum realistisch sei, 90 Stunden in ein Spiel wie Red Dead Redemption II zu investieren.

Als Vorbild für kompakte, aber wirkungsvolle Entwicklung nennt Layden Clair Obscur: Expedition 33, das mit einem vergleichsweise kleinen Team und kurzer Produktionszeit entstand und dennoch bei den großen Award-Shows abräumte. Sein Ziel: Entwicklungszyklen von drei bis vier Jahren mit kleineren Teams statt der heute üblichen Mammutprojekte. Eine Verlagerung bestehender Studios ins Ausland hält er dagegen für unrealistisch – dafür seien zu viele Mitarbeiter betroffen, auch wenn Outsourcing in der Branche längst Alltag sei.

Was bedeutet das für Spieler? Laydens Aussagen reihen sich in eine Debatte ein, die die Branche seit Monaten begleitet: explodierende Entwicklungskosten, Studioschließungen und die Frage, wie sich hohe Budgets künftig noch rechtfertigen lassen. Kürzere, fokussiertere AAA-Titel wären für viele Spieler mit wenig Freizeit ein Gewinn – für Studios bedeutet die Umstellung allerdings einen Bruch mit etablierten Produktionsmodellen, der nicht über Nacht gelingt.

Quelle: Interview mit Shawn Layden via playstationinside.fr

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