Vor rund einem Monat wurde bekannt, dass Bungie nach dem Ende der aktiven Destiny-2-Entwicklung mit Entlassungen rechnen muss. Jetzt verdichten sich die Berichte – und werden deutlich konkreter.
Bis zu 400 Stellen sollen wegfallen
Laut dem französischen Journalisten Sylvain Trinel (BFMTV) könnten in diesem Sommer bis zu 50 Prozent der Belegschaft betroffen sein – sowohl Festangestellte als auch Vertragsmitarbeiter. Bei einer geschätzten Belegschaft von rund 800 Personen wäre das ein Verlust von etwa 400 Arbeitsplätzen. Mittlerweile hat auch Forbes-Journalist Paul Tassi unter Berufung auf eigene Quellen bestätigt, dass die Einschnitte erheblich ausfallen sollen, auch wenn er bislang keine konkrete Zahl nennt.
Führungskräfte verlassen das Studio im Juli
Brisant: Laut Tassi sollen auch mehrere Führungskräfte von Bungie bereits im Juli ihre Posten verlassen. Der Zeitpunkt fällt offenbar nicht zufällig mit der Auszahlung von Geldbeträgen zusammen, die im Rahmen der Übernahmevereinbarung mit Sony aus dem Jahr 2022 festgelegt wurden.
Destiny-2-Finale änderte nichts an der Lage
Eigentlich hätte das große Abschluss-Update für Destiny 2 für Aufwind sorgen können: „Monument of Triumph“ erschien wie angekündigt am 9. Juni und sorgte kurzzeitig für deutlich gestiegene Spielerzahlen, zeitweise sogar vor anderen großen Titeln in den Steam-Umsatzcharts. An der internen Situation bei Bungie hat das laut Tassi jedoch nichts geändert – mit umfangreichen Entlassungen werde weiterhin gerechnet.
Marathon bleibt das Sorgenkind
Als Hauptgrund gilt weiterhin der schwache Start von Marathon. Auf Steam ist die Zahl gleichzeitiger Spieler mittlerweile deutlich unter die Marke von 15.000 gesunken, obwohl das Spiel mit Season 2 erst kürzlich frische Inhalte bekommen hat. Für ein aufwendig produziertes Live-Service-Spiel ist das ein schwacher Wert, der die langfristige Zukunft des Titels infrage stellt. Wie bereits im Mai berichtet, ist ein Destiny 3 weiterhin nicht in Entwicklung – ein Auffangprojekt für die freiwerdenden Kapazitäten aus dem Destiny-2-Team existiert also nach wie vor nicht.
Sonys teure Fehleinschätzung
Die finanzielle Dimension der Übernahme wird zunehmend deutlich: Sony hatte Bungie 2022 für 3,6 Milliarden US-Dollar gekauft und musste den Buchwert des Studios inzwischen um mehrere hundert Millionen US-Dollar nach unten korrigieren. Das Live-Service-Modell, auf dem die gesamte Strategie rund um Bungie aufgebaut war, gerät damit nicht nur bei Bungie selbst, sondern branchenweit zunehmend unter Druck.
Was als Nächstes ansteht
Offiziell bestätigt haben weder Bungie noch Sony die berichteten Zahlen bislang. Sollten sich die Berichte bewahrheiten, wäre es eine der größten Entlassungswellen der jüngeren Videospielgeschichte – und ein weiteres Beispiel dafür, wie schnell sich milliardenschwere Studio-Übernahmen als Fehlkalkulation entpuppen können. Wir bleiben an dem Thema dran und aktualisieren, sobald es offizielle Stellungnahmen gibt.

