Microsoft hat Compulsion Games aus dem Xbox-Portfolio entlassen. Wie Xbox-CEO Asha Sharma am 6. Juli 2026 in einem Schreiben an die Belegschaft mitteilte, wird das kanadische Studio künftig eigenständig arbeiten und behält dabei die Rechte an seinen Marken und Spielen. Die Entscheidung ist Teil eines umfassenden Umbaus der Xbox-Sparte, in dessen Zuge Microsoft insgesamt vier Entwicklerstudios abgibt.
Für Compulsion Games, bekannt für South of Midnight, We Happy Few und Contrast, endet damit eine achtjährige Zugehörigkeit zu Xbox Game Studios. Laut Sharma erhält das Team seinen kompletten Spielekatalog sowie die finanziellen Mittel, um weitere Projekte umzusetzen. Unter denselben Bedingungen verlässt auch Double Fine Productions (Psychonauts, Keeper) den Xbox-Verbund. Beide Studios sollen künftig als unabhängige Studios auftreten, allerdings ohne die direkte Unterstützung durch Microsofts Publishing-Infrastruktur.
Die Ausgliederung ist Teil eines größeren Umbaus, über den Gamefinity bereits im Juni berichtet hatte. Zwei weitere Studios, Ninja Theory und Undead Labs, wechseln im Zuge derselben Restrukturierung zu neuen, bislang nicht genannten Eigentümern. Beim französischen Studio Arkane Lyon läuft aktuell ein gesetzlich vorgeschriebenes Konsultationsverfahren mit der Belegschaftsvertretung, ein Ergebnis steht noch aus. Insgesamt streicht Microsoft im laufenden Geschäftsjahr rund 3.200 Stellen in der Xbox-Sparte, etwa die Hälfte davon mit sofortiger Wirkung. Sharma begründete den Schritt mit anhaltend niedrigen Gewinnmargen und einer nach ihren Worten nicht tragfähigen wirtschaftlichen Lage der Sparte.
Was bedeutet das für Spieler? Für den bestehenden Katalog ändert sich zunächst nichts: South of Midnight bleibt weiterhin für Xbox und PC verfügbar. Wie es um mögliche Nachfolgeprojekte steht, ist derzeit offen, Compulsion Games hat sich dazu bislang nicht öffentlich geäußert. Anders als noch im Juni kursierte Berichte über eine drohende Schließung nahelegten, bleibt das Studio also bestehen – verliert mit dem Xbox-Ausstieg aber auch Microsofts Publishing- und Vertriebsnetzwerk als Rückhalt für künftige Titel.
Quelle: Interne Mitteilung von Xbox-CEO Asha Sharma an die Belegschaft, 6. Juli 2026.






