Ab Sommer 2026 ersetzt Nintendo in Europa schrittweise mehrere Switch-2-Produkte durch überarbeitete Versionen mit vom Nutzer austauschbarem Akku. Grund ist die EU-Batterieverordnung (EU) 2023/1542, die ab dem 18. Februar 2027 vorschreibt, dass Akkus in tragbaren Elektronikgeräten mit handelsüblichem Werkzeug und ohne Beschädigung des Gehäuses entnehmbar und austauschbar sein müssen. Bei Sony sieht die Lage für den DualSense-Controller der PS5 bislang anders aus. Die Verordnung betrifft dabei nicht nur Spielekonsolen und Controller, sondern grundsätzlich tragbare Elektronik wie Kopfhörer, E-Book-Reader und Laptops – die Gaming-Branche ist also nur ein Ausschnitt eines deutlich größeren regulatorischen Umbaus.
Was ändert sich bei Nintendo konkret?
Laut Nintendos offizieller Ankündigung vom 6. Juni 2026 rollt der Wechsel stufenweise: Den Anfang machen im Sommer 2026 die klassischen Joy-Con-Controller, gefolgt von der Switch-2-Konsole selbst im Herbst. Joy-Con 2 und der Switch 2 Pro Controller folgen im Winter, N64- und GameCube-Controller Anfang 2027. An der Funktionsweise der Geräte ändert sich laut Nintendo nichts – wohl aber an Gewicht und Akkukapazität. Die überarbeitete Switch-2-Konsole verliert rund ein Prozent Akkukapazität (5.220 statt vormals 5.172 mAh) und wird etwa 10 Gramm schwerer, mit angestecktem Joy-Con 2 sogar 14 Gramm. Deutlicher fällt die Änderung beim Pro Controller aus: Seine Akkukapazität sinkt um 16 Prozent (897 statt 1.070 mAh), dafür wird er rund 7 Gramm leichter.
Parallel dazu zieht Nintendo einen Schlussstrich unter die erste Switch-Generation: Ab Mitte Februar 2027 – fast zehn Jahre nach dem Marktstart im März 2017 – stellt Nintendo den Verkauf von Nintendo Switch, Switch Lite und Switch OLED an den Handel in Europa ein, ebenso den Verkauf im Nintendo Store. In anderen Weltregionen bleiben die Geräte davon zunächst unberührt.
Was bedeutet das konkret für Spieler:innen?
Die EU-Batterieverordnung zielt darauf ab, den Elektroschrott durch fest verklebte Akkus zu reduzieren und Geräten eine längere Lebensdauer zu ermöglichen. Für Nintendo-Besitzer:innen in Europa bedeutet das ab 2026/2027 in der Praxis: etwas mehr Gewicht und teils spürbar weniger Akkulaufzeit beim Pro Controller, dafür die Möglichkeit, einen schwächelnden Akku künftig selbst zu tauschen, statt das ganze Gerät zu entsorgen oder dauerhaft ans Kabel zu hängen. Mehr Hintergrund zu Switch 2 insgesamt liefert unser ausführlicher Feature- und Spec-Überblick.
Bei Sony ist die Situation weniger eindeutig. Rund um die im Oktober 2025 erschienene PS5-Pro-Revision samt neuem DualSense-Controller (CFI-ZCT2W) kursierten Berichte, wonach der Akku dieser neuen Controller-Version austauschbar sein könnte. Tatsächlich blieb die Kapazität unverändert, lediglich Bauteil und Anschluss wurden geändert – ein für Endnutzer zugänglicher Akkuwechsel ist damit weiterhin nicht vorgesehen. Ob und in welcher Form Sony rechtzeitig vor dem Stichtag im Februar 2027 eine EU-konforme DualSense-Version nachreicht, ist bislang nicht offiziell bestätigt. Bloomberg ordnete die neue Batterieverordnung bereits im März 2026 branchenübergreifend als erhebliche Design-Herausforderung für Hersteller ein, die über reine Kosmetik hinausgeht.
Unsere Einschätzung: Nintendo hat mit der frühzeitigen, detaillierten Ankündigung einen klaren Vorsprung – Spieler:innen wissen bereits jetzt, was sie wann erwartet. Sony lässt bei diesem Thema bislang Fragen offen, obwohl der gesetzliche Stichtag für beide Hersteller identisch ist. Wir behalten das Thema im Blick und melden uns, sobald Sony offizielle Details zu einer EU-konformen DualSense-Version bestätigt.









