Xbox hat mit Fable eines seiner wichtigsten Zugpferde für 2027 – und laut einem neuen Bericht kommt das Rollenspiel von Playground Games deutlich teurer als ursprünglich geplant. Windows-Central-Reporter Jez Corden schreibt unter Berufung auf interne Quellen, die Produktion liege „unangenehm“ über dem festgelegten Budget.
Was der Bericht konkret sagt
Genaue Zahlen nennt der Bericht nicht, die Größenordnung soll aber spürbar sein. Als Hauptgrund gilt die lange Entwicklungszeit: Seit dem internen Produktionsstart 2018 sind mittlerweile knapp neun Jahre vergangen, inklusive mehrerer interner Neuausrichtungen des Projekts. Die Verschiebung auf den 23. Februar 2027 dürfte die Kosten zusätzlich in die Höhe getrieben haben.
Warum die Produktion so aufwendig wurde
Playground Games ist eigentlich für die Forza-Horizon-Reihe bekannt und mit Rennspiel-Technologie groß geworden. Für Fable musste das Studio praktisch bei null anfangen: eine komplette Open-World-Engine für ein Action-Rollenspiel mit Nahkampf, Magiesystem und dynamischen NPC-Routinen. Laut Berichten sollen über 120 Shops und rund 1.000 NPCs mit eigenen Tagesabläufen und Persönlichkeiten in der Welt stecken – ohne generative KI für die Sprachausgabe. Wie stark Entwicklungsdauer und Umfang eines Spiels die Kosten insgesamt treiben, erklären wir auch in unserem Hintergrundartikel zu Spieleentwicklungskosten.
Kein Einzelfall bei Xbox
Fable steht damit nicht allein da. Auch Arkanes Marvel’s Blade soll laut denselben Kreisen ähnliche Budgetprobleme haben. Für Microsoft ist das unangenehm, weil der Konzern zuletzt genau in die andere Richtung steuern wollte: mehr Kostendisziplin bei den eigenen Studios, nachdem es in den vergangenen Jahren wiederholt zu Einsparungen und Personalabbau kam. Ausgerechnet zwei der größten verbliebenen Eigenproduktionen sprengen nun den Rahmen.
Release-Termin mit harter Konkurrenz
Brisant wird die Lage durch den Terminplan: Fable erscheint gleichzeitig für Xbox Series X/S, PC und PS5 – nur wenige Tage nachdem Sony mit God of War: Laufey einen eigenen Blockbuster ins Rennen schickt. Für ein Spiel, das ohnehin schon über Plan liegt, ist das keine komfortable Ausgangslage. Erste Concept-Art-Leaks hatten zuletzt gezeigt, wie düster und atmosphärisch das neue Albion in Bloodstone ausfallen soll – zumindest an der kreativen Ausrichtung dürfte es also nicht liegen.
Ob sich die Mehrkosten am Ende auszahlen, hängt maßgeblich vom Verkaufserfolg ab. Sollte Fable im direkten Duell mit God of War: Laufey den Kürzeren ziehen, dürfte die Diskussion um Microsofts Multiplattform-Strategie neue Fahrt aufnehmen.


