GAME Retail

GAME Retail in Großbritannien offiziell insolvent: 16 Millionen Pfund Schulden

Der britische Videospielhändler GAME Retail Limited ist offiziell insolvent. Wie die schottische Zeitung The Herald berichtet, wurde das Unternehmen im April 2026 unter Insolvenzverwaltung gestellt. Zuständig sind James Saunders und Lauren Wentworth von KR8 Advisory. Die Gesamtschulden belaufen sich demnach auf rund 15,8 Millionen Pfund.

Von dieser Summe entfallen laut Insolvenzverwaltern etwa 3,5 Millionen Pfund auf besicherte Gläubiger, die zumindest einen Teil ihres Geldes über die Verwertung von Firmenvermögen zurückerhalten dürften. Die restlichen rund 12 Millionen Pfund schulden GAME unbesicherten Gläubigern – laut den Verwaltern ist eine Rückzahlung darüber hinaus so gut wie ausgeschlossen.

Was bedeutet das konkret? Für Kunden ändert sich zunächst wenig: GAME hatte seine letzten drei eigenständigen Ladengeschäfte bereits im Februar 2026 geschlossen. Seither läuft der Handel nur noch über Shop-in-Shop-Konzessionen in mehr als 200 Filialen von Sports Direct und House of Fraser sowie über den Online-Shop – beide sollen laut bisherigen Berichten weiterlaufen. GAME gehört zum Handelskonzern Frasers Group, der auch die beiden genannten Ketten betreibt.

Die Marke GAME wurde 1990 gegründet und entwickelte sich über Jahrzehnte zur größten Ladenkette für Videospiele auf der britischen Straße. Bereits 2012 war das Unternehmen unter dem Namen Game Group plc in eine erste Insolvenz gerutscht, damals mit der Schließung von 277 Filialen und rund 2.100 Entlassungen. Nach der Übernahme durch die Investmentgesellschaft OpCapita und dem späteren Verkauf an Frasers Group folgten Jahre mit kontinuierlichem Filialabbau.

Auch Nick Arran, seit neun Jahren Geschäftsführer von GAME, ist im Zuge der aktuellen Entwicklungen zurückgetreten. Ob und in welcher Form die Marke GAME über die Konzessionsflächen hinaus fortbestehen wird, ist bislang nicht abschließend geklärt.

Für den ohnehin unter Druck stehenden stationären Handel mit physischen Spielen ist der Fall ein weiteres Beispiel für den anhaltenden Strukturwandel der Branche – nach ähnlichen Fällen wie der Insolvenz des französischen Publishers Nacon reiht sich nun auch ein bekannter Einzelhändler in die Liste der wirtschaftlich angeschlagenen Unternehmen der Gaming-Branche ein.

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