Im selben Interview, in dem sich Mark Darrah bereits zu einem möglichen Baldur’s Gate 4 geäußert hat, kommt auch Dragon Age zur Sprache – und die Aussichten fallen deutlich pessimistischer aus. Der langjährige BioWare-Producer sieht eine Remaster-Trilogie der ersten drei Spiele inzwischen als kaum realistisch an.
Das Problem: Kaum noch Know-how zur alten Engine
Darrah, der 23 Jahre bei BioWare war und als Executive Producer über weite Strecken der Dragon-Age-Reihe verantwortlich zeichnete, nennt einen technischen Grund als Hauptproblem: Dragon Age: Origins und Dragon Age 2 laufen auf einer stark modifizierten Version der alten Aurora-Engine. Laut Darrah gibt es inzwischen bei BioWare praktisch niemanden mehr, der diese Engine wirklich versteht – und auch außerhalb des Studios kaum noch Experten oder Dienstleister, die aushelfen könnten. Anders als bei der Mass-Effect-Legendary-Edition, die auf der weit verbreiteten Unreal Engine basiert, fehlt für Dragon Age schlicht die technische Basis für ein vergleichbares Remaster-Projekt.
Die „Champion’s Edition“, die nie kam
Dabei stand ein Remaster-Paket offenbar durchaus zur Debatte: Laut Darrah hatte BioWare intern bereits einen Namen dafür vorbereitet – „Champion’s Edition“ – als Sammelbegriff für Origins, Dragon Age 2 und Inquisition. Über den internen Vorschlag kam das Projekt jedoch nie hinaus, unter anderem weil die drei Spiele auf komplett unterschiedlichen Engines laufen: Origins auf Eclipse, Dragon Age 2 auf Lycium, Inquisition auf Frostbite. Ein einheitliches Remaster wäre technisch entsprechend aufwendiger geworden als bei Mass Effect.
Warum die Zukunft der Marke insgesamt unsicher wirkt
Nach dem enttäuschenden kommerziellen Abschneiden von Dragon Age: The Veilguard ist BioWare inzwischen komplett auf die Entwicklung des nächsten Mass-Effect-Teils fokussiert – eine Stellenausschreibung für einen Production Director bei Mass Effect hatte das zuletzt bestätigt. Darrah geht davon aus, dass aktuell niemand bei BioWare ein neues Dragon-Age-Projekt vorschlagen würde. Sollte doch jemand innerhalb von EA einen Vorstoß wagen, rechnet er mit heftigem internen Widerstand aus dem eigenen Studio. Ganz ausschließen will Darrah ein Comeback der Reihe zwar nicht, hält es aber angesichts der aktuellen Prioritäten für unwahrscheinlich.




