Owlcat Games

Owlcat Games: Vom 15er-Team zum 600-Mitarbeiter-Studio

Vom kleinen Entwicklerteam zum 600-Köpfe-Studio: In einem Interview mit IGN hat Owlcat-Mitgründer und Creative Director Alexander Mishulin Einblicke in das rasante Wachstum des Studios seit Pathfinder: Kingmaker (2018) gegeben. Auslöser des Gesprächs waren die beiden aktuell in Entwicklung befindlichen Titel Warhammer 40.000: Dark Heresy und The Expanse: Osiris Reborn.

Owlcat startete mit rund 15 Personen an Pathfinder: Kingmaker. Nach dem Nachfolger Wrath of the Righteous (2021) und dem Wechsel ins Warhammer-40.000-Universum mit Rogue Trader (2023) ist das Studio inzwischen auf 600 Mitarbeiter angewachsen. Mishulin ordnet dabei nicht Rogue Trader, sondern bereits Wrath of the Righteous als eigentlichen Wendepunkt ein: Der zweite Pathfinder-Teil habe bewiesen, dass Owlcat wiederholt hochwertige Rollenspiele liefern kann, und damit Gespräche mit neuen Partnern angestoßen — darunter auch mit Games Workshop.

Interessant ist der zeitliche Ablauf: Owlcat habe Rogue Trader bereits vor Veröffentlichung von Wrath of the Righteous bei Games Workshop vorgeschlagen, mit internen Pathfinder-Builds als Referenz. Auch The Expanse: Osiris Reborn wurde laut Mishulin schon während der Endphase der Rogue-Trader-Entwicklung mit Rechteinhaber Alcon Entertainment besprochen — beide Großprojekte entstanden also deutlich früher als öffentlich bekannt.

Zum Erfolg von Rogue Trader ordnet Mishulin ein, das Spiel habe sich „besser als durchschnittlich“ entwickelt, ohne dabei ein viraler Hit wie Baldur’s Gate 3 zu werden. Den häufigen Vergleich mit Larians Werk sieht er positiv: Baldur’s Gate 3 habe dem gesamten RPG-Genre neue Aufmerksamkeit verschafft, wovon auch Owlcat profitiert habe. Umgekehrt glaubt er, dass Rogue Trader neue Fans an das Warhammer-40.000-Universum herangeführt habe.

Mit Dark Heresy bleibt Owlcat der isometrischen Rollenspiel-Formel treu, während The Expanse: Osiris Reborn als Third-Person-Action-RPG im Stil von Mass Effect einen deutlichen Bruch mit der bisherigen Studio-DNA markiert. Laut Mishulin sei das ein bewusstes Risiko: Man wolle sich nicht auf Bekanntem ausruhen, sondern mit jedem Projekt Neues wagen.

Zu weiteren, noch unangekündigten Projekten hält sich Mishulin bedeckt — offen zeigt er sich lediglich gegenüber komplett neuen Genres innerhalb des Rollenspiel-Rahmens, etwa einer Strategie-RPG-Mischung im Stil von Crusader Kings. Ob Owlcat auch ein Kandidat für ein mögliches Baldur’s Gate 4 wäre, ließ er im Gespräch offen. Warhammer 40.000: Dark Heresy und The Expanse: Osiris Reborn sollen zunächst die nächsten großen Veröffentlichungen des Studios werden.

Quelle: IGN-Interview von Wesley Yin-Poole mit Alexander Mishulin, Owlcat Games

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