Redaktionshinweis: Dieser Test wurde ursprünglich zum Release von Fire Emblem: Shadow Dragon & the Blade of Light auf Nintendo Switch verfasst. Das Spiel wurde am 31. März 2021 aus dem eShop entfernt und ist seither nicht mehr neu käuflich – wer es vor diesem Datum erworben hat, kann es weiterhin erneut herunterladen.
Der vertriebene Prinz
Marth ist wohl einer der beliebtesten Charaktere der Super-Smash-Bros.-Reihe. Der blauhaarige Schwertkämpfer ist schon seit dem ersten Ableger des Beat ‚em ups mit dabei. Doch nur die wenigsten wissen, wo der Held seinen Ursprung hat. Um dieses Mysterium zu lösen, hat Nintendo Fire Emblem: Shadow Dragon and the Blade of Light in den hiesigen eShop gebracht. Mit diesem Ableger hat die Fire-Emblem-Reihe ihre Siegestour begonnen – zwar vorerst nur in Japan, mit dieser Switch-Fassung aber erstmals mit kompletter englischer Übersetzung und einigen Komfort-Funktionen auch für westliche Anhänger zugänglich. Ob der über 30 Jahre alte Klassiker genauso überzeugt wie Marth selbst, klären wir im Test.
Das Land Altea wird von einem jungen Prinzen namens Marth regiert. Das Königreich wächst und gedeiht unter seiner Führung. Doch mit Ruhm kommt auch Neid: Dolhr, das Nachbarkönigreich, ist Altea immer schon ein Dorn im Auge. Um die eigenen Ländereien zu vergrößern, überfällt man Marths Land. Der Prinz kann dem hinterhältigen Angriff nicht standhalten und muss ins Exil fliehen.
Dem Prinzen bleibt nur eine Möglichkeit, seinen Thron zurückzubekommen: das legendäre Schwert Falchion, jene Waffe, die ihrem Träger uneingeschränkte Macht schenken kann. Doch lässt es sich nur von jener Person führen, die im Besitz des Fire Emblems ist. So macht sich Marth auf die Suche nach dem sagenumwobenen Artefakt – nicht allein, sondern mit Verbündeten, die er unterwegs für sich gewinnen muss. Auch die Wiedererlangung seines Throns wird nicht einfach, denn eine uralte Macht steht kurz davor, sich erneut zu erheben und Furcht und Schrecken über die Welt zu bringen.

Hallo Retro-Look!
Startet man Fire Emblem: Shadow Dragon & the Blade of Light, wird man von zwei dicken schwarzen Balken an den Bildschirmrändern begrüßt. Da das Spiel kein 16:9-Bildschirmverhältnis unterstützt, muss man sich mit dieser Tatsache abfinden. Zwei anpassbare Modi wirken sich zumindest minimal auf das Verhältnis aus: Im „Pixel Perfect“-Modus bekommt man ein schärferes Bild präsentiert, im „Theater-Modus“ wird das Bild etwas gestreckt und der Bildschirm dadurch mehr ausgenutzt – allerdings auf Kosten der Sprites, die dabei unverhältnismäßig gestreckt wirken. Unterm Strich sollte man sich für den „Pixel-Perfect“-Modus entscheiden, da der gesamte Look hier einfach stimmiger ist.
Grundsätzlich bleibt der Look aber Geschmackssache. Bei einem über 30 Jahre alten Titel darf man keine High-End-Grafik erwarten. Umso mehr freut es, dass der Look so wie damals beibehalten wurde, statt ihn künstlich aufzuhübschen.
Rudimentäres Gameplay
Bedenkt man, dass dieser Ableger zu den ersten SRPG-Titeln für Konsolen überhaupt gehört, überrascht es nicht, dass das Gameplay eher simpel gehalten ist. Eine offene Welt oder optionale Kämpfe gibt es in Fire Emblem: Shadow Dragon & the Blade of Light nicht. Ist eine Mission erfolgreich beendet, wird man direkt ins nächste Gebiet geworfen. So bekommt man zu Beginn einen Storybrocken serviert und steht anschließend mit den eigenen Kameraden dem gegnerischen Heer gegenüber.
Erst durch diesen Ableger der Serie wird einem bewusst, wie sehr man sich auf gewisse spätere Komfort-Funktionen längst verlässt. Möchte man beispielsweise eine Einheit bewegen, sieht man üblicherweise den Bewegungsradius der Figur – nicht so in Fire Emblem: Shadow Dragon & the Blade of Light. Der Cursor lässt sich zwar in einem gewissen Radius bewegen, die Grenzen werden aber nicht angezeigt. Das ist besonders umständlich, sobald man unterschiedliche Klassen bewegt.
Auch bei Angriffen muss man Mut beweisen, denn die serientypischen Kampfvoraussagen fehlen ebenfalls. So gibt es immer einen gewissen Nervenkitzel, bevor ein Angriff tatsächlich durchgeführt wird. Ist der Angriff erfolgreich, winken am Ende Erfahrungspunkte. Bei hundert Punkten steigt die Figur im Level auf und erhält eine vorgegebene Statusverbesserung – das gilt allerdings nicht für alle Figuren gleichermaßen. Heiler etwa haben es schwer, im Level aufzusteigen: Da diese Klasse ans Heilen gebunden ist und keine anderen Aktionen ausführen kann, generiert sie kaum Erfahrungspunkte. Einzige Möglichkeit ist, dass die Figur selbst angegriffen wird und überlebt. Man muss sich im fortschreitenden Spielverlauf also genau überlegen, wo die Heiler positioniert werden, damit sie nicht zu schnell das Zeitliche segnen.
Endet ein Angriff auf die eigene Figur tödlich, verliert man den Kameraden für immer. Zwar erhält man im Spielverlauf andere Figuren, die die entstandene Lücke füllen können, doch schlussendlich möchte niemand einen Kameraden auf dem Weg verlieren. Nintendo hat hier mitgedacht und einige Komfortfunktionen eingebaut.
Der Komfort im Überblick
Um die skizzierten Verluste abzufedern, lässt sich in Fire Emblem: Shadow Dragon & the Blade of Light ein Bookmark setzen. Dieses ermöglicht einen Speicherpunkt, der sich bei Bedarf wieder laden lässt. Zusätzlich bietet diese Version eine „Zeitreise“-Funktion: Man kann bis zu fünf Züge in die Vergangenheit reisen und grobe Fehler wieder ausbügeln.
Ältere Spiele haben oft das Problem, in Sachen Animation recht schwerfällig zu wirken – Figuren bewegen sich langsam, Animationen brauchen ihre Zeit. Auch hier hat Nintendo nachgebessert und ermöglicht es, genau diese Abschnitte zu beschleunigen: Bis zur doppelten Geschwindigkeit lassen sich Bewegungen und Abläufe anpassen, wahlweise nur für die Gegner oder für das gesamte Schlachtfeld.
Fazit
Fire Emblem: Shadow Dragon & the Blade of Light zeigt auf klassische Art und Weise, wie sich der berühmte Held Marth vom kleinen Prinzen zum strahlenden Helden mausert. Der Weg dorthin ist lang und beschwerlich – und das nicht nur für ihn. Wer diesen Ableger der Serie spielt, muss sich bewusst sein, dass man auf inzwischen selbstverständliche Funktionen verzichten muss: keine Kampfvoraussage, kein einblendbarer Bewegungsradius. Dafür stellt sich während des Spiels immer wieder jener Nervenkitzel ein, den man bei modernen Spielen oft vermisst. Wer sich auf das Spielprinzip einlässt, erlebt eine fesselnde Geschichte. Für Veteranen der Serie ein absolutes Muss, Neulinge greifen mit den einsteigerfreundlicheren Funktionen späterer Ableger vermutlich besser zurecht.
Wertung
6,8 / 10
| Pro | Contra |
|---|---|
| Charmanter, originalgetreuer Retro-Look | Kein 16:9-Bildschirmformat, dicke schwarze Balken |
| Sinnvolle Komfort-Funktionen (Bookmark, Zeitreise, Speed-up) | Kein einsehbarer Bewegungsradius |
| Spannungsgeladenes Kampfsystem ohne Vorhersage | Sehr rudimentäres, lineares Gameplay |
| Wichtiger, spielbarer Serienursprung für Fans | Für Genre-Neulinge eher ungeeignet |
Häufig gestellte Fragen zu Fire Emblem: Shadow Dragon & the Blade of Light
Ist Fire Emblem: Shadow Dragon & the Blade of Light noch käuflich?
Nein. Nintendo hat das Spiel am 31. März 2021 aus dem eShop entfernt. Wer es zuvor gekauft hat, kann es weiterhin über den eigenen Download-Verlauf erneut herunterladen.
Auf welcher Plattform ist Fire Emblem: Shadow Dragon & the Blade of Light erschienen?
Die hier getestete englischsprachige Lokalisierung erschien exklusiv für Nintendo Switch. Das Original stammt vom Famicom aus dem Jahr 1990.
Eignet sich das Spiel für Fire-Emblem-Einsteiger?
Eher nicht uneingeschränkt. Wer zum ersten Mal in die Serie einsteigt, findet in neueren Ablegern deutlich mehr Komfortfunktionen wie Kampfvoraussagen und einen einblendbaren Bewegungsradius.
Meta-Infos
- Plattform (getestet): Nintendo Switch
- Genre: Taktik-Rollenspiel (SRPG)
- Ursprungsversion: Famicom, 1990
- Switch-Release (weltweit): 4. Dezember 2020
- Verfügbarkeit: Aus dem eShop entfernt am 31. März 2021
- Entwickler/Publisher: Intelligent Systems / Nintendo
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