Ubisoft baut seine KI-Aktivitäten offenbar zu einer eigenständigen Konzernsparte aus. Laut einer internen Mitteilung, über die Insider Gaming am 4. Oktober 2026 berichtete, soll die Initiative Motherbrain künftig als globale Einheit auf derselben Ebene wie die Creative Houses und die zentralen Core Services angesiedelt sein. Offiziell bestätigt hat Ubisoft die Umstrukturierung bislang nicht.
Middleware für generatives Gameplay
Motherbrain soll laut der Mitteilung eigene KI-Technologie und Middleware für sogenanntes generatives Gameplay entwickeln, die allen Ubisoft-Studios als gemeinsame Grundlage dient. Geleitet wird die Sparte demnach von Xavier Manzanares. Der langjährige Ubisoft-Mitarbeiter war unter anderem Lead Producer der Mario-+-Rabbids-Spiele und verantwortete zuletzt die Forschung an KI-Projekten wie Neo NPC und Teammates.
Den Namen Motherbrain hatte Ubisoft bereits Ende September markenrechtlich schützen lassen, wie Game File zuerst berichtete. Die Anmeldungen beschreiben unter anderem KI-gestützte Software zur Erstellung von Videospielen und interaktiven Inhalten sowie KI als Dienstleistung. Der Begriff weckt dabei Erinnerungen an eine bekannte Bösewichtin der Spielegeschichte: In Nintendos Metroid-Reihe ist Mother Brain eine feindselige künstliche Intelligenz.
Von GhostWriter bis Teammates
Ganz neu ist Ubisofts KI-Kurs nicht. 2023 stellte der Konzern GhostWriter vor, ein Werkzeug, das Entwürfe für Dialogzeilen von Nebenfiguren erzeugt. 2024 folgte Neo NPC mit KI-gesteuerten Gesprächspartnern, 2025 das spielbare Forschungsprojekt Teammates mit KI-vertonten Mitstreitern. Wie solche Figuren technisch funktionieren, erklären wir in unserem Artikel zu NPCs. Mit Motherbrain würden diese bislang verstreuten Projekte nun unter einem Dach gebündelt.
Der Zeitpunkt ist brisant: Ubisoft steckt laut Insider Gaming in der dritten und letzten Sparrunde, mit der weitere 180 Millionen Euro eingespart werden sollen. Entwicklerquellen zufolge kommt generative KI intern bereits in allen Produktionsphasen zum Einsatz.
Einordnung
Ubisoft ist nicht allein: Auch Capcom hat gerade angekündigt, seine RE Engine für das KI-Zeitalter umzubauen, schließt KI-generierte Inhalte im fertigen Spiel aber ausdrücklich aus. Ubisofts Fokus auf generatives Gameplay geht dagegen direkt an das, was Spieler erleben. Ob daraus spürbar reaktionsfreudigere Spielwelten entstehen oder vor allem Produktionskosten sinken, wird sich erst an konkreten Titeln zeigen. Wann der erste Motherbrain-Titel erscheinen soll, ist nicht bekannt.
Quelle: Insider Gaming (interne Ubisoft-Mitteilung), Game File (Markenanmeldungen)


