Game Launcher

Game Launcher erklärt: Steam, Epic, GOG & Co. im Überblick

Steam, Epic Games Store, GOG Galaxy, Battle.net, EA App, Ubisoft Connect, Xbox App — wer heute PC spielt, kommt kaum noch mit einem einzigen Programm aus. Jeder große Publisher betreibt mittlerweile seinen eigenen Launcher, über den Spiele gekauft, heruntergeladen, aktualisiert und gestartet werden. Was ein Game Launcher eigentlich ist, warum es so viele davon gibt und worin sich die wichtigsten Anbieter unterscheiden, erklären wir hier.

Was ist ein Game Launcher?

Ein Game Launcher ist eine Software, über die Spiele gekauft, verwaltet, heruntergeladen, aktualisiert und gestartet werden. Anders als bei klassischen Einzelinstallationen läuft beim Launcher-Modell im Hintergrund praktisch immer ein Client mit, der mit den Servern des Anbieters kommuniziert — etwa um Käufe zu verifizieren, Updates auszuliefern, Cloud-Spielstände zu synchronisieren oder Mehrspieler-Funktionen wie Freundeslisten und Achievements bereitzustellen. Der Launcher übernimmt damit eine Doppelrolle: Er ist gleichzeitig digitaler Shop und technische Laufzeitumgebung für die installierten Spiele.

Warum gibt es überhaupt so viele Launcher?

Historisch entstand das Launcher-Prinzip aus einem praktischen Problem: Valve wollte ab 2003 Updates für die eigenen Spiele automatisiert ausliefern können, ohne auf physische Patches angewiesen zu sein — die Geburtsstunde von Steam. Was als reines Update-Werkzeug begann, wuchs über die Jahre zur dominierenden PC-Vertriebsplattform heran, weil Steam parallel auch Drittanbieter-Spiele aufnahm und so zum zentralen Marktplatz wurde.

Genau dieser Erfolg motivierte andere Publisher, eigene Launcher aufzubauen — meist mit zwei Zielen: Erstens die happigen Plattformgebühren von rund 30 Prozent zu umgehen, die Steam und vergleichbare Stores einbehalten, und zweitens die direkte Kontrolle über Kundendaten, Kaufverhalten und Bindung an die eigene Marke zu behalten. Electronic Arts, Ubisoft, Blizzard und Epic Games folgten so jeweils mit eigenen Lösungen — auf Kosten der Übersichtlichkeit für Spielerinnen und Spieler, die heute oft eine Handvoll Launcher parallel installiert haben, je nachdem wo welches Spiel gekauft wurde.

Die wichtigsten Launcher im Überblick

Steam

Steam ist mit weitem Abstand der größte PC-Launcher und deckt schätzungsweise rund drei Viertel des PC-Spielemarktes ab. Neben dem reinen Shop bietet Steam mit dem Steam Workshop die mit Abstand umfangreichste Modding-Infrastruktur aller Launcher, dazu Cloud-Speicherstände, eine aktive Community-Funktion, Familienfreigabe und regelmäßige große Rabattaktionen. Für viele PC-Spieler ist Steam dadurch faktisch der Standard-Client.

Epic Games Store

Der Epic Games Store wurde 2018 von Epic Games gestartet und positionierte sich von Beginn an als direkter Steam-Herausforderer — unter anderem mit einer für Publisher günstigeren Umsatzbeteiligung und wöchentlich wechselnden Gratisspielen, die über die Jahre einen kumulierten Wert von mehreren tausend Euro erreicht haben. Modding-Unterstützung und Community-Funktionen bleiben im Vergleich zu Steam jedoch deutlich schmaler ausgestattet.

GOG Galaxy

GOG (ursprünglich „Good Old Games“) wurde 2008 von Marcin Iwiński und Michał Kiciński gegründet, den beiden Mitgründern von CD Projekt — mehr zur Studiogeschichte in unserem Artikel zu CD Projekt Red. Das Alleinstellungsmerkmal von GOG ist bis heute die konsequente DRM-Freiheit: Jedes gekaufte Spiel lässt sich als eigenständiger Installer herunterladen und läuft dauerhaft auch ohne Launcher, Internetverbindung oder Accountzwang. Der hauseigene Client GOG Galaxy ist komplett optional und kann zusätzlich Bibliotheken anderer Launcher wie Steam, Epic oder Battle.net in einer gemeinsamen Übersicht bündeln.

Battle.net

Battle.net von Blizzard Entertainment zählt zu den ältesten Launcher-Vorläufern überhaupt und diente ursprünglich vor allem dem Online-Matchmaking für Titel wie Diablo, StarCraft und Warcraft. Heute fungiert es als zentraler Client für sämtliche Blizzard-Titel, bleibt dabei aber bewusst auf das eigene Portfolio beschränkt und bietet im Gegensatz zu Steam oder Epic keine offizielle Modding-Unterstützung.

EA App

Die EA App ist der Nachfolger des früheren Origin-Launchers und dient als alleiniger Zugang zu den PC-Titeln von Electronic Arts, inklusive des EA-Play-Abomodells. Wie bei Battle.net handelt es sich um einen reinen Publisher-Launcher ohne plattformübergreifenden Anspruch.

Ubisoft Connect

Ubisoft Connect — vormals Uplay — übernimmt dieselbe Funktion für Ubisofts Spielebibliothek, etwa für die Assassin’s-Creed- und Far-Cry-Reihe. Zusätzlich zur reinen Verwaltung bindet Ubisoft Connect ein eigenes Belohnungssystem mit Punkten und freischaltbaren Inhalten ein, das spielübergreifend funktioniert.

Xbox App

Die Xbox App von Microsoft ist in erster Linie das Zugangstor zum Xbox Game Pass auf dem PC, hat ihre Rolle inzwischen aber spürbar erweitert: Seit 2025/2026 kann die App auch Spiele aus Steam, Epic Games Store, GOG Galaxy und Battle.net in der eigenen Bibliothek anzeigen und direkt von dort aus starten, ohne dass Nutzerinnen und Nutzer manuell zwischen den Programmen wechseln müssen — ein Schritt in Richtung Aggregator-Funktion, wie sie GOG Galaxy schon länger anbietet.

Launcher-Aggregatoren: eine Bibliothek für alles

Aus dem wachsenden Launcher-Chaos hat sich eine eigene Kategorie von Drittanbieter-Tools entwickelt, die gezielt mehrere Bibliotheken bündeln. Playnite ist dabei die bekannteste Open-Source-Lösung: Es importiert Spiele aus Steam, Epic, GOG, Battle.net, der EA App, Ubisoft Connect und weiteren Quellen in eine einzige, frei anpassbare Oberfläche und kann zusätzlich Emulatoren einbinden. Heroic Games Launcher verfolgt einen ähnlichen Ansatz speziell für Linux- und Steam-Deck-Nutzer und ermöglicht den Zugriff auf Epic- und GOG-Bibliotheken ganz ohne die offiziellen, ressourcenhungrigeren Clients. Diese Aggregatoren ersetzen die eigentlichen Launcher dabei nicht vollständig — im Hintergrund greifen sie weiterhin auf die offiziellen Programme oder Schnittstellen zurück, schaffen aber eine deutlich aufgeräumtere Oberfläche.

DRM und Launcherzwang: der entscheidende Unterschied

Der vielleicht wichtigste inhaltliche Unterschied zwischen den Launchern liegt nicht in der Optik, sondern im Lizenzmodell dahinter. Bei den meisten Anbietern ist ein Spiel über den digitalen Lizenzvertrag dauerhaft an den jeweiligen Account gebunden und lässt sich ohne laufenden Client und Online-Verifizierung gar nicht oder nur eingeschränkt starten. Mehr zu den technischen Hintergründen von Kopierschutzmechanismen erklären wir im Artikel DRM erklärt. GOG bildet hier die Ausnahme: Da jedes Spiel als eigenständiger, DRM-freier Installer heruntergeladen werden kann, bleibt es auch dann spielbar, wenn der Hersteller-Client eines Tages abgeschaltet wird oder ein Titel aus dem Store verschwindet — ein Aspekt, der eng mit Fragen der langfristigen Spieleerhaltung zusammenhängt.

Aktuell: GOG wird wieder unabhängig

Ende Dezember 2025 sorgte eine Nachricht für Aufsehen, die direkt mit dem Thema Launcher-Philosophie zusammenhängt: CD Projekt verkaufte GOG vollständig an Michał Kiciński, einen der ursprünglichen Mitgründer der Plattform und Mitgründer von CD Projekt selbst. Der Kaufpreis lag bei umgerechnet rund 25 Millionen US-Dollar. GOG bleibt dabei als eigenständiges Unternehmen bestehen, bestehende Accounts, Bibliotheken und das DRM-freie Grundprinzip ändern sich laut offizieller Mitteilung nicht — CD-Projekt-Red-Titel sollen weiterhin regulär auf GOG erscheinen. Für CD Projekt selbst ist der Schritt eine Fokussierung auf die eigene Spieleentwicklung, für GOG soll er nach eigener Aussage zusätzliche Investitionen in das hauseigene Preservation-Programm ermöglichen, über das bereits Klassiker wie das originale Crysis oder die ersten Dino-Crisis-Teile für aktuelle PCs überarbeitet wurden.

Häufig gestellte Fragen zu Game Launchern

Brauche ich für jedes Spiel einen anderen Launcher?

In der Regel ja, sofern du Spiele direkt bei verschiedenen Anbietern kaufst — ein bei Battle.net gekauftes Blizzard-Spiel lässt sich beispielsweise nicht über Steam starten. Aggregatoren wie GOG Galaxy, die Xbox App oder Playnite können diese Bibliotheken aber in einer gemeinsamen Oberfläche zusammenführen.

Welcher Launcher hat den größten Marktanteil?

Steam ist mit deutlichem Abstand der größte PC-Launcher und deckt schätzungsweise rund drei Viertel des Marktes ab.

Welcher Launcher ist DRM-frei?

GOG ist aktuell der einzige große Anbieter, der sein gesamtes Sortiment konsequent DRM-frei anbietet — Spiele bleiben als eigenständige Installer auch ohne laufenden Client und ohne Internetverbindung dauerhaft spielbar.

Kann ich mehrere Launcher gleichzeitig nutzen?

Ja, das ist sogar der Normalfall für die meisten PC-Spielerinnen und -Spieler, da exklusive Veröffentlichungen und unterschiedliche Sonderangebote eine Bibliothek schnell über mehrere Plattformen verteilen.

Fazit

Game Launcher sind aus dem PC-Gaming nicht mehr wegzudenken — sie haben sich vom reinen Update-Werkzeug zur zentralen Infrastruktur für Kauf, Verwaltung und Start von Spielen entwickelt. Während Steam durch schiere Größe und Funktionsumfang den Standard setzt, positionieren sich GOG mit konsequenter DRM-Freiheit und Aggregatoren wie Playnite oder die Xbox App als Gegenentwürfe zum wachsenden Launcher-Wildwuchs. Welcher Ansatz langfristig die Oberhand behält, dürfte auch davon abhängen, wie wichtig Spielerinnen und Spielern echte digitale Eigentumsrechte im Vergleich zu reiner Bequemlichkeit sind.

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