Glen Schofield, Schöpfer von Dead Space und Mitbegründer von Sledgehammer Games, hat am 15. Juli 2026 in einem knapp vierminütigen Video auf LinkedIn seinen Rückzug aus der Videospielbranche bekannt gegeben. Nach eigenen Angaben blickt er auf 35 Jahre als Entwickler, Regisseur und Studioleiter zurück.
Schofield startete seine Laufbahn 1990/91 als 2D-Artist bei Crystal Dynamics – sein erstes veröffentlichtes Spiel war Barbie: Game Girl für den Game Boy. Über Stationen bei Titeln wie Gex und der Legacy of Kain-Reihe wechselte er später zu Electronic Arts, wo er das Konzept für Dead Space (2008) mitentwickelte, das zu einem der prägenden Survival-Horror-Titel seiner Generation wurde. Anschließend ging er zu Activision, gründete dort Sledgehammer Games mit und übernahm die Regie bei Call of Duty: Modern Warfare 3, Advanced Warfare und WWII.
Zuletzt leitete Schofield als CEO das von Krafton übernommene Studio Striking Distance, das 2022 The Callisto Protocol veröffentlichte. Nach seinem Abschied von Striking Distance versuchte er laut eigenen Aussagen auf LinkedIn, Finanzierung für ein neues Horror-Projekt in einem „neuen Subgenre“ zu gewinnen. Gespräche mit Publishern seien zwar zustande gekommen, das verfügbare Budget habe sich dabei aber von anfänglich rund 10 Millionen US-Dollar auf zuletzt 2 bis 5 Millionen US-Dollar reduziert – zu wenig für das geplante Projekt.
Was bedeutet das konkret? Schofields Rückzug fällt in eine Phase, in der die Branche insgesamt unter Druck steht: 2026 kam es unter anderem bei Xbox, Bungie und Ubisoft zu größeren Stellenstreichungen, während gleichzeitig die Entwicklungskosten für AAA-Produktionen weiter steigen. Dass ein Regisseur mit einem Titel wie Dead Space in seiner Vita kein Budget im niedrigen zweistelligen Millionenbereich zusammenbekommt, wird in der Branche vielfach als Symptom für die aktuelle Finanzierungskrise bei mittelgroßen und großen Studios gewertet.
In seinem Abschiedsvideo bedankte sich Schofield bei Weggefährten, Kollegen und Spielern und beschrieb seine Karriere mit den Worten, er habe „einen Platz in der ersten Reihe bei einer der größten kreativen Explosionen der Geschichte“ gehabt. An die nächste Entwicklergeneration richtete er den Appell, zu „erkunden, experimentieren und Spaß zu haben“ – die Idee selbst sei am Ende das Wichtigste.
Konkrete Zukunftspläne nannte Schofield nicht. Laut Berichten hat er sich zuletzt verstärkt visueller Kunst und dem Einsatz von KI-Werkzeugen zugewandt.
Quelle: Ankündigungsvideo von Glen Schofield auf LinkedIn, 15. Juli 2026







