Der frühere Naughty-Dog-Entwickler Matt Radford hat große AAA-Produktionen wie Intergalactic: The Heretic Prophet mit historischen Kathedralen verglichen. Spiele dieser Art könnten nach seiner Einschätzung irgendwann so nicht mehr entstehen, und man werde dann mit Staunen auf sie zurückblicken. Seine Gedanken äußerte der VFX-Artist, der unter anderem an Uncharted 4 und The Last of Us mitgearbeitet hat, in Folge 219 des YouTube-Interviewformats Kiwi Talkz.

Als Beispiel nannte Radford ausgerechnet den Kölner Dom. Ein solches Bauwerk würde man heute nicht mehr auf diese Weise errichten, weil es aus einer ganz besonderen Zeit stamme und das dafür nötige handwerkliche Können in dieser Form nicht mehr existiere. Ähnlich könne es großen, von Hand gefertigten Videospielen ergehen. Bei Titeln wie Intergalactic oder Uncharted 4 stecke enorm viel menschliche Arbeit in Schauspiel, Drehbuch, Modellierung und Texturen. Radford hält es für möglich, dass man diese Spiele eines Tages genau deshalb bewundern werde.
Als Grund nennt er vor allem den technologischen Wandel. Viele neue Technologien könnten die Art, wie Spiele entstehen, grundlegend verändern. Zudem sei nicht sicher, dass es künftig noch möglich sein werde, rund 600 Millionen US-Dollar in ein einzelnes Actionspiel zu investieren. Generative KI erwähnte Radford dabei nicht ausdrücklich, seine Aussagen fallen aber in eine Phase, in der die Branche intensiv über den Einsatz solcher Werkzeuge und steigende Entwicklungskosten diskutiert.
Radford hatte sich zuvor bereits mehrfach zu Naughty Dog und Intergalactic geäußert. Unter anderem lobte er, dass das Studio mit dem neuen Projekt künstlerische Risiken eingehe, äußerte aber auch Bedenken zum Umfang des Spiels. Wie sich das Studio von Crash Bandicoot bis heute entwickelt hat, zeigt unser Porträt zur Geschichte von Naughty Dog.
Intergalactic: The Heretic Prophet wurde im Dezember 2024 bei den Game Awards angekündigt und entsteht exklusiv für die PlayStation 5. Creative Director ist Neil Druckmann, die Musik stammt von Trent Reznor und Atticus Ross, die Hauptfigur Jordan A. Mun wird von Tati Gabrielle gespielt. Die Performance-Capture-Aufnahmen wurden laut Berichten Ende August abgeschlossen. Einen offiziellen Release-Termin gibt es nicht, laut Bloomberg plant Sony intern mit einer Veröffentlichung Mitte 2027.
Quelle: Interview mit Matt Radford bei Kiwi Talkz

