Creative Assembly hat mit dem ersten „Alpha Strike“-Livestream zu Total War: Warhammer 40.000 den bislang ausführlichsten Blick auf das kommende Strategiespiel geliefert. Im Mittelpunkt der Übertragung stand der Fernkampf: Das Entwicklerteam spielte dieselbe Schlacht dreimal komplett durch und erläuterte dabei Schritt für Schritt, wie Deckung, Reichweite und Truppenmanagement zusammenspielen.

Die Schlacht: Astra Militarum verteidigt einen Flussübergang gegen die Orks
Gezeigt wurde ein Gefecht, das Fans bereits in Ausschnitten von der chinesischen Convention Bilibili World kannten, diesmal aber erstmals vollständig aus der Spielerperspektive. Die Astra Militarum verschanzen sich an einem Flussübergang und müssen die anrückenden Orks so lange wie möglich aufhalten. Weil das Team die Situation direkt dreimal hintereinander durchspielte, ließen sich unterschiedliche taktische Herangehensweisen und deren Auswirkungen auf den Schlachtverlauf direkt vergleichen.
Einheiten mit mehreren Profilen statt einheitlicher Werte
Eine der größten strukturellen Neuerungen gegenüber den bisherigen Total War: Warhammer-Spielen betrifft den Aufbau der Einheiten selbst: Statt eines einzigen Werteblocks besteht eine Einheit künftig aus mehreren unterschiedlichen Entitäten mit eigenen Waffen und Eigenschaften. Ein Guard-Trupp kann so gleichzeitig einen Kommissar, einen Vox-Operator und reguläre Soldaten enthalten, die alle unterschiedlich kämpfen und unterschiedlich wertvoll für den Gegner sind. Auch Helden bekommen dadurch ein neues Gesicht: Statt als Einzelfiguren zu kämpfen, führen sie künftig anpassbare Leibwachen-Trupps an.
Deckung, Sichtlinien und der neue Sentry-Modus
Die Positionierung auf dem Schlachtfeld dürfte in Total War: Warhammer 40.000 eine noch größere Rolle spielen als in den Fantasy-Vorgängern. Sichtlinien werden jetzt pro Entität einzeln berechnet, sodass Mitglieder derselben Einheit gleichzeitig auf unterschiedliche Ziele feuern können, wenn sie unterschiedliche Sichtwinkel haben. Ergänzt wird das durch einen neuen Sentry-Modus, mit dem Spieler feindliche Einheiten schon vor deren Eintreffen in Reichweite priorisieren können, sowie durch eine visuelle Anzeige der Sichtlinie beim Anvisieren von Zielen. Auch Fahrzeuge können sich künftig im sogenannten Strafe-Modus seitlich oder rückwärts bewegen und dabei weiterschießen, allerdings mit Abstrichen bei der Treffergenauigkeit.
Moral, Verstärkungen und eine neue Machtbalance-Anzeige
Neben dem Fernkampf präsentierte das Team weitere Systeme, die im bisherigen Reveal-Material noch nicht im Detail gezeigt wurden. Ein neues Moralsystem sorgt dafür, dass Einheiten den erlittenen Schaden auch optisch sichtbar davontragen. Eine neue Anzeige zur Machtbalance visualisiert außerdem, wie viele Verstärkungen beide Seiten noch außerhalb des Schlachtfelds bereithalten. Reserven lassen sich dabei entweder sofort einsetzen oder gezielt zurückhalten, um sie später über Fallschirmkapseln oder – bei den Space Marines – Thunderhawk-Landungsschiffe ins Geschehen zu bringen.
Auch die Armeefähigkeiten der Astra Militarum orientieren sich stark am Tabletop-Vorbild: Die sogenannten Regimental Orders wirken nur auf Einheiten in der Nähe von Kommandotrupps und Vox-Operatoren, statt pauschal die gesamte Armee zu unterstützen. Projektile werden dabei vollständig simuliert, Einheiten haben unbegrenzte Munition, und einzelne Waffensysteme wie der Baneblade-Panzer verfügen über ein Sweeping-Fire-System, das den Flächenschaden im Fernkampf maximiert. Ebenfalls neu bestätigt: Granaten und erste Einheitenfähigkeiten der Psioniker wurden im Stream erstmals erwähnt, auch wenn Details dazu noch ausstehen.
Vier Fraktionen zum Start – und ein Blick auf die Gamescom 2026
Zum Release sind laut aktuellem Stand vier spielbare Fraktionen bestätigt: Space Marines, Astra Militarum, Orks und Aeldari. Jede von ihnen soll laut Creative Assembly einen grundlegend anderen Spielstil bieten, von taktischer Präzision über brachiale Gewalt bis hin zu psionischer Finesse. Wie die einzelnen Fraktionen sich im Detail unterscheiden, hatten die Entwickler bereits in einer früheren Vorstellung erläutert.
Zusätzlich bestätigte das Team eine Teilnahme an der Gamescom 2026 in Köln (26. bis 30. August), was nahelegt, dass in den kommenden Wochen weitere gezielte Reveals zu einzelnen Spielsystemen folgen sollen – mutmaßlich mit Fokus auf die bislang im Fernkampf-Stream nur am Rande gezeigten Space Marines und Aeldari.
Ausblick: Was der Stream über den Entwicklungsstand verrät
Nach Angaben der Entwickler basiert das gezeigte Gameplay auf einem rund zwei Monate alten Build, was angesichts der Fülle an bereits funktionierenden Systemen für einen soliden Entwicklungsstand spricht. Eine geschlossene Betaphase ist für später in diesem Jahr angekündigt, ein konkretes Erscheinungsdatum für die Vollversion nennt Creative Assembly bislang jedoch nicht. Wer sich einen Überblick verschaffen möchte, wie Alpha- und Betaphasen in der Spieleentwicklung grundsätzlich einzuordnen sind, findet dazu ergänzende Hintergründe in unserem Erklärartikel zu Alpha und Beta.






