Call of Duty

Call of Duty: Die komplette Geschichte der Shooter-Reihe von 2003 bis Black Ops 7

Kaum eine Spielereihe hat das Shooter-Genre so geprägt wie Call of Duty. Seit über 20 Jahren erscheint praktisch jährlich ein neuer Hauptteil, mehrere Studios wechseln sich ab, und die Reihe hat sich vom Zweiten-Weltkrieg-Shooter über futuristische Sci-Fi-Ausflüge bis zum milliardenschweren Live-Service-Franchise mit eigenem Battle-Royale-Ableger entwickelt. Dieser Artikel zeichnet die komplette Geschichte von Call of Duty nach – von den Anfängen 2003 bis zu Black Ops 7.

Die Ursprünge: Call of Duty als Antwort auf Medal of Honor (2003–2005)

Call of Duty entstand 2003 bei Infinity Ward, einem frisch gegründeten Studio aus ehemaligen Entwicklern von 2015, Inc., die zuvor an Medal of Honor: Allied Assault gearbeitet hatten. Veröffentlicht von Activision auf einer modifizierten Quake-III-Engine, setzte das erste Call of Duty bewusst auf einen anderen Ansatz als Medal of Honor: Statt eines einzelnen amerikanischen Helden standen Soldaten aus mehreren alliierten Nationen im Mittelpunkt – britische, sowjetische und US-amerikanische Kampagnen wechselten sich ab.

Das Spiel wurde sofort zum Kritikererfolg und etablierte Call of Duty als ernstzunehmende Konkurrenz zu Medal of Honor. Call of Duty 2 (2005), erneut von Infinity Ward, verfeinerte die Formel und erschien als Launchtitel für die Xbox 360 – ein wichtiger Schritt für die Reihe in die neue Konsolengeneration.

Treyarch betritt die Bühne: Call of Duty 3 und der jährliche Rhythmus (2006)

2006 übernahm mit Treyarch erstmals ein zweites Studio die Hauptreihe. Call of Duty 3 etablierte ein Muster, das die Serie bis heute prägt: Statt eines einzelnen Entwicklerteams, das sich zwischen den Releases erholen kann, wechseln sich mehrere Studios im jährlichen Rhythmus ab. Dieses Modell ermöglichte es Activision, die Reihe als verlässliches jährliches Produkt zu etablieren – ein Ansatz, der wirtschaftlich enorm erfolgreich war, aber auch wiederholt für Diskussionen über Crunch in der Spieleentwicklung sorgte, wenn Studios unter engen Deadlines an komplexen Triple-A-Produktionen arbeiten mussten.

Modern Warfare: Die Revolution (2007–2011)

Mit Call of Duty 4: Modern Warfare verließ Infinity Ward 2007 das Setting des Zweiten Weltkriegs und verlegte die Handlung in die Gegenwart. Die Entscheidung war ein Wendepunkt nicht nur für die Reihe, sondern für das gesamte Shooter-Genre: Moderne Waffentechnik, ein storygetriebenes Szenario um den Terroristen Imran Zakhaev und ein Multiplayer-Modus mit Stufenaufstieg, Perks und Waffenfreischaltungen setzten neue Maßstäbe, die zahllose Shooter danach kopierten.

Treyarch kehrte 2008 mit Call of Duty: World at War noch einmal zum Zweiten Weltkrieg zurück – und führte dabei den kooperativen Nazi-Zombies-Modus ein, der zu einem festen Bestandteil der Treyarch-Titel werden sollte. 2009 folgte mit Modern Warfare 2 einer der kommerziell erfolgreichsten Teile der gesamten Reihe, bekannt auch für die kontroverse Mission „No Russian“. Modern Warfare 3 (2011), erstmals unter Mitwirkung des neu gegründeten Studios Sledgehammer Games, brachte die Geschichte um den russischen Ultranationalisten Makarov zu einem Abschluss und verkaufte sich über 30 Millionen Mal.

Black Ops: Treyarchs eigene Sub-Serie (2010–2012)

Parallel zur Modern-Warfare-Trilogie etablierte Treyarch 2010 mit Black Ops eine eigene Sub-Marke, angesiedelt im Kalten Krieg. Black Ops II (2012) ging dabei einen ungewöhnlichen Weg: Die Kampagne sprang zwischen den 1980er-Jahren und einem futuristischen Jahr 2025 hin und her und bot als erster Teil der Reihe verzweigte Handlungsstränge mit mehreren möglichen Enden – ein Novum für eine Serie, die bis dahin auf lineares Erzählen gesetzt hatte.

Suche nach neuer Identität: Ghosts, Advanced Warfare, futuristische Jahre (2013–2017)

Nach dem Abschluss der ersten Modern-Warfare- und Black-Ops-Bögen begann für die Reihe eine Phase der Neuorientierung. Ghosts (2013, Infinity Ward) startete eine neue eigenständige Geschichte, traf aber nicht den Nerv der Fans. Advanced Warfare (2014, Sledgehammer) führte Exoskelette und vertikale Bewegung ein, mit Kevin Spacey in einer Hauptrolle. Black Ops III (2015) und vor allem Infinite Warfare (2016, Infinity Ward) trieben das futuristische Setting auf die Spitze – Letzteres verlegte die Handlung sogar ins Weltall.

Infinite Warfare markierte zugleich einen Wendepunkt: Das Spiel wurde im Bundle mit Call of Duty: Modern Warfare Remastered verkauft – und das Remaster wurde zum heimlichen Star. Die Botschaft der Community war unmissverständlich: Viele Fans wollten zurück zu den geerdeten, realistischen Wurzeln der Reihe. Sledgehammer reagierte 2017 mit WWII und einer Rückkehr zum Zweiten Weltkrieg.

Der Reboot: Modern Warfare, Warzone und das Battle-Royale-Zeitalter (2018–2023)

2018 brach Treyarch mit Black Ops 4 bewusst mit der Tradition: Das Spiel verzichtete erstmals komplett auf eine klassische Singleplayer-Kampagne und konzentrierte sich auf Multiplayer, Zombies und mit „Blackout“ erstmals auf einen eigenen Battle-Royale-Modus – eine direkte Reaktion auf den damaligen Boom von PUBG und Fortnite.

2019 folgte der wohl folgenreichste Schritt der jüngeren Franchise-Geschichte: Infinity Ward rebootete Modern Warfare komplett, mit neuer, düsterer Inszenierung und ohne direkten Bezug zur ursprünglichen Trilogie, auch wenn bekannte Figuren wie Captain Price zurückkehrten. Im März 2020 folgte daraus Call of Duty: Warzone – ein eigenständiges, free-to-play Battle-Royale-Erlebnis, das als Live-Service-Modell dauerhaft weiterentwickelt wird und zeitweise über 100 Millionen Spielerinnen und Spieler zählte. Warzone etablierte zugleich ein neues Geschäftsmodell für die gesamte Reihe: jährliche Hauptspiele, die über Maps, Waffen und Operator eng mit Warzone verzahnt sind.

Black Ops Cold War (2020), Vanguard (2021, schwach aufgenommen), Modern Warfare II (2022) und Modern Warfare III (2023, ursprünglich als Erweiterung für MW II geplant und entsprechend kontrovers aufgenommen) folgten in diesem neuen Rhythmus. Modern Warfare III wiederverwendete auffällig viele Maps aus Modern Warfare 2 (2009) und wurde von Kritik und Community gleichermaßen als unausgereift wahrgenommen – ein Tiefpunkt, der intern offenbar zu einem Umdenken bei Activision führte.

Black Ops 6, Game Pass und die Gegenwart (2024–2026)

2024 erschien Black Ops 6 (Treyarch und Raven Software) – und mit ihm eine weitere Premiere: Das Spiel war am Erscheinungstag direkt im Xbox Game Pass verfügbar, eine direkte Folge der Übernahme von Activision Blizzard durch Microsoft im Oktober 2023 für rund 69 Milliarden US-Dollar. Black Ops 6 führte zudem das „Omnimovement“-System ein, das freie Bewegung in alle Richtungen erlaubt, und wurde von Kritik und Spielerschaft überwiegend positiv aufgenommen.

Am 14. November 2025 erschien mit Black Ops 7 (erneut Treyarch und Raven Software) der bislang jüngste Hauptteil. Die Kampagne spielt im Jahr 2035 und führt die Geschichte von David Mason – Sohn von Alex Mason aus den ersten beiden Black-Ops-Teilen – fort, der erneut auf den Antagonisten Raul Menendez trifft. Anders als der Vorgänger wurde Black Ops 7 deutlich kühler aufgenommen: Die Spielerzahlen zum Start lagen bei etwa einem Drittel von Black Ops 6, auf Steam sammelte sich überwiegend negatives Feedback. Als Reaktion kündigten die Entwickler an, künftig keine zwei aufeinanderfolgenden Spiele derselben Sub-Marke (also zwei Black-Ops- oder zwei Modern-Warfare-Teile in Folge) mehr zu veröffentlichen – ein Hinweis darauf, dass Activision die Diversität der Sub-Serien wieder stärker betonen will.

Was Call of Duty heute ausmacht

Über zwei Jahrzehnte hinweg hat sich Call of Duty von einem linearen Einzelspieler-Shooter zu einem riesigen, plattformübergreifenden Ökosystem entwickelt: jährliche Vollpreis-Hauptspiele, das kostenlose Warzone, mobile Ableger, umfangreiche Season-Pass-Inhalte und vollständige Cross-Progression zwischen den Plattformen. Seit der Microsoft-Übernahme ist die Reihe zudem ein zentraler Baustein der Xbox-Strategie geworden, bleibt durch eine zehnjährige Vereinbarung mit Sony aber weiterhin auch auf PlayStation verfügbar – ein seltener Fall, in dem ein riesiges Franchise trotz eines Konzernwechsels nicht zum Exklusivtitel wurde.

Call of Duty: Die Hauptteile im Überblick

Jahr Titel Studio Setting
2003 Call of Duty Infinity Ward Zweiter Weltkrieg
2005 Call of Duty 2 Infinity Ward Zweiter Weltkrieg
2006 Call of Duty 3 Treyarch Zweiter Weltkrieg
2007 Modern Warfare Infinity Ward Gegenwart
2008 World at War Treyarch Zweiter Weltkrieg
2009 Modern Warfare 2 Infinity Ward Gegenwart
2010 Black Ops Treyarch Kalter Krieg
2011 Modern Warfare 3 Infinity Ward / Sledgehammer Gegenwart
2012 Black Ops II Treyarch Kalter Krieg / 2025
2013 Ghosts Infinity Ward Nahe Zukunft
2014 Advanced Warfare Sledgehammer Nahe Zukunft
2015 Black Ops III Treyarch Ferne Zukunft
2016 Infinite Warfare Infinity Ward Weltraum
2017 WWII Sledgehammer Zweiter Weltkrieg
2018 Black Ops 4 Treyarch Nahe Zukunft
2019 Modern Warfare (Reboot) Infinity Ward Gegenwart
2020 Black Ops Cold War Treyarch / Raven Kalter Krieg
2021 Vanguard Sledgehammer Zweiter Weltkrieg
2022 Modern Warfare II (Reboot) Infinity Ward Gegenwart
2023 Modern Warfare III (Reboot) Sledgehammer Gegenwart
2024 Black Ops 6 Treyarch / Raven 1991
2025 Black Ops 7 Treyarch / Raven 2035

Nicht enthalten: Spin-offs und Mobile-Ableger wie Call of Duty: Mobile (2019), Warzone (2020) und Warzone Mobile (2024), die als eigenständige Live-Service-Produkte parallel zur Hauptreihe laufen.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Call of Duty-Spiele gibt es insgesamt?

Die nummerierte Hauptreihe umfasst über 20 Titel seit 2003, hinzu kommen eigenständige Ableger wie Warzone, Call of Duty: Mobile sowie zahlreiche Remasters. Damit zählt Call of Duty zu den umfangreichsten aktiven Shooter-Franchises überhaupt.

Welches Studio entwickelt Call of Duty?

Die Reihe wird im Wechsel von mehreren internen Activision-Studios entwickelt: Infinity Ward (Modern Warfare), Treyarch (Black Ops, oft unterstützt von Raven Software) und Sledgehammer Games (zuletzt Modern Warfare III, davor WWII und Advanced Warfare).

Sind Modern Warfare und Black Ops zwei getrennte Geschichten?

Ja. Beide sind eigenständige Sub-Serien mit jeweils eigener Erzählkontinuität, eigenen Hauptfiguren und unabhängigen Zeitlinien. Modern Warfare spielt durchgehend in der Gegenwart, Black Ops bewegt sich zwischen Kaltem Krieg und naher bis ferner Zukunft.

Was ist der Unterschied zwischen Call of Duty und Warzone?

Die jährlichen Hauptspiele sind klassische Vollpreistitel mit Kampagne, Multiplayer und Zombies. Warzone ist ein eigenständiger, kostenloser Battle-Royale-Modus, der seit 2020 dauerhaft weiterentwickelt wird und inhaltlich eng mit den jeweils aktuellen Hauptspielen verzahnt ist.

Warum wurde Black Ops 7 schlechter aufgenommen als Black Ops 6?

Black Ops 7 erschien nur ein Jahr nach dem sehr erfolgreichen Black Ops 6 und konnte dessen Innovationsgrad nicht wiederholen. Die Spielerzahlen lagen zum Start deutlich unter denen des Vorgängers, und die Bewertungen auf Steam fielen überwiegend negativ aus – auch als Reaktion darauf kündigten die Entwickler an, künftig keine zwei aufeinanderfolgenden Spiele derselben Sub-Marke mehr zu veröffentlichen.

Hat dir dieser Beitrag gefallen?

Klicke auf die Sterne um zu bewerten!

Durchschnittliche Bewertung 0 / 5. Anzahl Bewertungen: 0

Bisher keine Bewertungen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.

Weil du diesen Beitrag nützlich fandest...

Teile ihn doch gerne in sozialen Netzwerken!

Es tut uns leid, dass der Beitrag für dich nicht hilfreich war!

Lasse uns diesen Beitrag verbessern!

Was können wir verbessern?

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.