Last Sentinel

Last Sentinel: Tencent stoppt Entwicklung von GTA-Rivalen

Der chinesische Technologiekonzern Tencent hat die Entwicklung von Last Sentinel in der bisher verfolgten Form eingestellt. Das Open-World-Actionspiel des kalifornischen Studios Lightspeed LA war mit einem Budget im Bereich mehrerer hundert Millionen Dollar angelegt und sollte ursprünglich als ernstzunehmender Konkurrent zu Grand Theft Auto positioniert werden.

Wie Bloomberg-Journalist Jason Schreier berichtet, teilten Studiogründer Steve Martin und ein zur Rettung des Projekts eingesetzter Tencent-Designer der Belegschaft am 28. Juli mit, dass die Arbeit an Last Sentinel in der geplanten Form nicht fortgesetzt wird. In der Folge kam es zu rund 80 Entlassungen im Studio.

Lightspeed LA wurde 2019/2020 von Steve Martin gegründet, der zuvor als Studioleiter bei Rockstar San Diego tätig war. Last Sentinel war als düsteres Science-Fiction-Actionspiel angelegt, angesiedelt in einer futuristischen Neuinterpretation von Tokio, mit einer weiblichen Hauptfigur und einer offenen Spielwelt im Stil der Rockstar-Produktionen.

Laut Bloomberg-Bericht fielen interne Tests Anfang 2026 negativ aus, woraufhin Tencent zunehmend unzufrieden mit dem Entwicklungsstand war. Ein erfahrener Tencent-Designer wurde daraufhin ins Projekt geholt, um die Entwicklung neu auszurichten – dieser Versuch blieb jedoch erfolglos.

Tencents offizielle Reaktion auf die Berichterstattung bleibt vage: Der Konzern erklärte, man wolle die kreative und technische Ausrichtung von Last Sentinel anpassen, und betonte, dass Lightspeed LA weiterhin bestehe und an Spielen arbeite. Ob damit eine überarbeitete Version des Spiels gemeint ist oder das Projekt faktisch beendet wurde, ließ Tencent offen.

Nach sechs Jahren Entwicklungszeit und einem Budget in dreistelliger Millionenhöhe reiht sich Last Sentinel damit in eine wachsende Liste von AAA-Projekten ein, die trotz prominent besetzter Entwicklerteams nie über die Ankündigungsphase hinauskamen. Ein Veröffentlichungstermin wurde nie genannt, ein Release gilt nach aktuellem Stand als unwahrscheinlich.

Quelle: Bloomberg (Jason Schreier)

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