Hideo Kojima hat im Rahmen des 25. Xbox-Jubiläums gegenüber Entertainment Weekly neue Details zu seinem rätselhaften Horrorprojekt OD verraten – und dabei ein Gameplay-System angedeutet, das so noch kein Spiel hatte. Konkret bleibt er aber nicht: Zu viele Details würden zu viel über das eigentliche Konzept verraten, sagt Kojima selbst. Und das scheint Absicht zu sein.
Der Kern seiner Aussage: OD soll das gruseligste Spiel werden, das er sich vorstellen kann. Für Spielerinnen und Spieler, die vor lauter Angst aufhören würden weiterzuspielen, habe er sich ein System ausgedacht, das ihnen dabei hilft, trotzdem dranzubleiben. Was genau dieses System tut – ob es den Schwierigkeitsgrad anpasst, die Atmosphäre kurzzeitig bricht, andere Spieler einbezieht oder etwas völlig anderes leistet – lässt Kojima bewusst offen. „Ich kann nicht mehr sagen, weil es zu viel über das System verraten würde, und ich könnte Ärger bekommen“, zitiert ihn Entertainment Weekly.
Dass es sich um etwas grundlegend Neues handeln soll, betont Kojima mehrfach: Das OD-Konzept habe er bereits während der Arbeit an Death Stranding entwickelt und seither allein vorangetrieben. Er habe es großen und kleinen Unternehmen vorgestellt – alle hätten ihn für verrückt erklärt und das Konzept abgelehnt. Erst Phil Spencer habe die Vision verstanden und das Projekt grüngeleicht. Xbox-CEO Asha Sharma bezeichnete OD in diesem Kontext als „zutiefst bewegendes Spiel“ und betonte, dem Projekt den Raum zu geben, den es brauche.
Interessant ist in diesem Zusammenhang eine Markenanmeldung aus dem Jahr 2023: Kojima Productions ließ damals den Begriff „Social Scream System“ schützen – möglicherweise eine Anspielung auf das Death-Stranding-Prinzip des Social Strand System, das asynchrone Multiplayer-Elemente in ein Einzelspielerspiel einwebte. Ob das geheimnisvolle Angst-System und das Social Scream System dasselbe sind, ist spekulativ. Kojima selbst hat sich dazu nie geäußert.
OD entsteht bei Kojima Productions in Zusammenarbeit mit Xbox Game Studios und nutzt Unreal Engine 5. Neben Kojima schreibt Oscar-Preisträger Jordan Peele am Projekt mit. Die Besetzung umfasst Sophia Lillis, Hunter Schafer und den posthum mitwirkenden Udo Kier, dessen Aufnahmen er vor seinem Tod nicht vollständig abschließen konnte. Die Dreharbeiten mit den Schauspielern laufen seit Juni 2026 wieder, nachdem sie durch den SAG-AFTRA-Streik 2024/2025 unterbrochen worden waren. Ein Veröffentlichungstermin wurde noch nicht genannt; Branchenbeobachter rechnen frühestens 2028 mit einem Release. Was das Horrorgenre im Gaming auszeichnet und wie es sich über die Jahre entwickelt hat, haben wir in einem eigenen Erklärartikel zusammengefasst.
Was bedeutet das für Spielerinnen und Spieler? Kojima baut seit Jahren gezielt Erwartungen auf – und liefert meistens etwas, das sich nicht in bekannte Schubladen stecken lässt. Das angedeutete System klingt weniger nach einem klassischen Einfach-Modus und eher nach einer Mechanik, die den Horror selbst als Variable nutzt. Ob das funktioniert, lässt sich erst beurteilen, wenn OD tatsächlich spielbar ist. Bis dahin bleibt es das, was Kojima am besten kann: ein Geheimnis.
Quelle: Entertainment Weekly (Interview mit Hideo Kojima, Xbox 25th Anniversary Feature), Eurogamer.de

