Es ist schon sechs Jahre her, dass Teufel mit dem ersten Cage-Modell den Sprung in die Gaming-Arena gewagt hat – und ich erinnere mich noch gut daran, wie ich mir damals in meinem Test zum Teufel Cage schon eine kabellose Variante gewünscht habe. Jetzt ist sie endlich da: das Cage Pro. Ob sich das Warten gelohnt hat, und ob die Berliner Soundexperten ihrem guten Ruf auch kabellos gerecht werden, kläre ich in diesem Test.
Technische Details
| Abmessungen | 17,1 x 19,2 x 9 cm (B x H x T) |
| Gewicht | 345 g |
| Anschluss | 3,5-mm-Klinke, Bluetooth, USB-C (integrierte 7.1 Soundkarte), 2,4 GHz |
| Kompatibilität | Android, iOS, Mac OS, PC, Xbox, PlayStation, Switch |
| Treiber | 40 mm |
| Frequenzbereich | 8 – 20.000 Hz |
| Codecs | AAC, DTS Headphone:X V2.0 |
| Akkulaufzeit | 68 Stunden (mittlere Lautstärke), 1.000 mAh |
| Lieferumfang | Cage Pro, abnehmbares Mikrofon, Klinkekabel, USB-Kabel, USB-Dongle, Anleitung |
Design und Verarbeitung
Von der etwas schlichten Verpackung sollte man sich nicht abschrecken lassen – sie ist nicht auffällig, dafür aber nachhaltig, und eine stylische Verpackung macht schließlich noch kein gutes Produkt aus. Wer schon einmal ein Teufel Cage in der Hand hatte, erkennt auch beim Pro sofort die Familienzugehörigkeit: das markante Logo auf den Ohrmuscheln und das kantige, leicht achteckige Design sind geblieben.
Auf der Außenseite der linken Ohrmuschel sitzen neben dem obligatorischen 3,5-mm-Klinkeanschluss auch ein USB-C-Port zum Laden des 1.000-mAh-Akkus und zur Nutzung der integrierten 7.1-USB-Soundkarte, dazu ein Lautstärkeregler und eine Stummschalt-Taste für das Mikrofon. Das abnehmbare Mikrofon selbst wird nicht wie sonst üblich per Klinke angeschlossen, sondern magnetisch über zwei Kontakte gehalten – eine kleine, aber praktische Designentscheidung.
Auf der rechten Ohrmuschel finden sich ein Powerschalter und ein Umschalter zwischen Bluetooth- und 2,4-GHz-Verbindung. Die Ohrpolster sind außen mit Kunstleder, im Auflagebereich mit atmungsaktivem Stoff bezogen, und die Ohrmuscheln lassen sich dank eines Gelenks etwas drehen – praktisch, wenn man eine Seite kurz vom Ohr nehmen will. Der Kopfbügel ist wie beim Cage One fast vollständig aus Kunststoff gefertigt, mit einer Metallverstärkung in der Größenverstellung. Insgesamt wirkt das Cage Pro trotz des überwiegenden Kunststoffeinsatzes sauber und hochwertig verarbeitet.
Anschluss und Inbetriebnahme
Die Einrichtung geht denkbar einfach: Für die kabellose Nutzung reicht es, den USB-Dongle anzustecken und das Headset einzuschalten – so verbindet es sich mit PC, Notebook, Mac, Chromebook oder PS4/PS5. Für mobile Geräte stehen wahlweise das Klinkekabel oder eine Bluetooth-Kopplung bereit. Eine kabelgebundene USB-Nutzung ist ebenfalls möglich, allerdings liegt dem Lieferumfang nur ein 35 cm kurzes USB-Kabel bei – für den Schreibtischeinsatz muss man sich ein längeres Kabel selbst besorgen.
Für den vollen Funktionsumfang am PC lohnt sich die Teufel Audio Center Software. Nach einer kurzen, überspringbaren Einführung landet man im übersichtlichen, dunkel gehaltenen Hauptmenü mit Akkustand- und Mikrofonstatus-Anzeige. Von dort aus lassen sich Equalizerprofile wählen, der Surround-Sound aktivieren, die Multifunktionstaste belegen und die Game/Chat-Balance einstellen. Über die Untermenüs kann ich die Treiberbalance justieren, die Mikrofonlautstärke regeln, die DTS-Headphone:X-Technologie konfigurieren und die RGB-Beleuchtung in Farbe und Intensität anpassen – eine Synchronisation mit anderen RGB-Komponenten oder zusätzliche Lichteffekte fehlen allerdings. Eine Möglichkeit, die automatische Geräuschunterdrückung des Mikrofons zu deaktivieren, gibt es leider ebenfalls nicht.

Klang und Soundqualität
In den Grundeinstellungen liefert das Cage Pro ein warm abgestimmtes Klangbild mit kräftigem, aber nicht aufdringlichem Bassfundament. Explosionen und Stimmen kommen in Spielen sauber und angenehm rüber. Im Detail fehlt dem Headset allerdings etwas Brillanz im Hochtonbereich, weshalb reine Musikwiedergabe nicht zu seinen Stärken zählt – über den Software-Equalizer am PC lässt sich zwar noch etwas Schärfe herauskitzeln, wer das Headset aber primär mobil oder an der Konsole nutzt, bleibt ohne diese Option.
Speziell fürs Gaming hat Teufel einen virtuellen 7.1-Surround-Sound eingebaut, der wichtige Richtungsdetails deutlich besser einordnen lässt. Mit aktivierter DTS-Headphone:X-Funktion entsteht ein überraschend überzeugender räumlicher Eindruck, der mich im Vergleich zu vielen anderen von mir getesteten Headsets mit virtuellem 7.1-Sound positiv überrascht hat.
Bei der Akkulaufzeit hält Teufel, was versprochen wird: Bei aktiver 2,4-GHz-Verbindung kam ich im Test auf 56 Stunden und 28 Minuten, über die etwas sparsamere Bluetooth-Verbindung sogar auf 59 Stunden und 47 Minuten – nah an der beworbenen Angabe von 68 Stunden bei mittlerer Lautstärke.
Sprachqualität des Mikrofons
Natürlich habe ich das Mikrofon auch in mehreren Skype- und Teamspeak-Sitzungen getestet. Trotz flexiblem Schwanenhals lässt es sich nicht ganz optimal vor dem Mund positionieren – rund ein Zentimeter mehr Länge hätte hier geholfen. Wo mich der warme Klang der Treiber beim Gaming überzeugt hat, zeigt das Mikrofon deutlich Luft nach oben: Die aufgenommene Stimme klingt recht dumpf, und die dauerhaft aktive Geräuschunterdrückung greift unterschiedlich stark ein. Störgeräusche wie klackernde Tastenanschläge filtert sie zuverlässig heraus, schneidet dabei aber immer wieder auch Satzanfänge ab – meine Mitspieler mussten dadurch öfter mal nachfragen, was ich gerade gesagt hatte.
Tragekomfort und Handling
Mit 345 g ordnet sich das Cage Pro im mittleren Gewichtsbereich kabelloser Gaming-Headsets ein. Großzügige, weiche Polster mit Kunstleder-Stoff-Mix sorgen für einen angenehmen Sitz auch über längere Zeit, und eine kleine Vertiefung im Kopfbügelpolster nimmt zusätzlich Druck vom Kopf. Wie schon bei früheren Cage-Modellen gibt es an den Ohrmuschelpolstern kleine Aussparungen für Brillenträger. In meinem Test blieb das Tragegefühl auch nach mehreren Stunden angenehm.
Beim Handling gibt es dagegen kleine Abstriche: Die Bedienelemente an beiden Ohrmuscheln sind sich in der Form recht ähnlich, und besonders der glatt lackierte Lautstärkeregler ohne Rastung ist wenig griffig – ohne etwas Anpressdruck rutscht man leicht über die Oberfläche. Man gewöhnt sich zwar mit der Zeit daran, komfortabler ist aber der Shortcut über die Software.
gamefinity-Wertung
7,8 / 10
Ein starker, komfortabler Allrounder mit kleinen Abstrichen beim Mikrofon
| Pro | Contra |
|---|---|
|
|
Fazit
Mit dem Cage Pro bringt Teufel sein erstes kabelloses Gaming-Headset auf den Markt, und der Funktionsumfang kann sich sehen lassen – auch wenn mich der Test nicht durchweg überzeugt hat. Bei der Verarbeitung setzt Teufel fast durchgehend auf mattschwarzen Kunststoff, das Ergebnis wirkt aber trotzdem optisch ansprechend und robust. Auf den ersten Blick schlicht gehalten, verrät sich das Cage Pro nur durch Größe und kantige Ohrmuscheln als Gaming-Headset – dazu kommt eine anpassbare RGB-Beleuchtung.
Klanglich überzeugen die beiden 40-mm-Treiber mit einem warmen, gut auf Gaming abgestimmten Klangbild und ordentlicher Pegelfestigkeit, wobei es für Musikliebhaber etwas an Detailgrad im Hochtonbereich fehlt. Die kabellose Nutzung per Bluetooth und 2,4-GHz-Dongle macht das Cage Pro deutlich vielseitiger als seine Vorgänger, die Mikrofonqualität kann mich dagegen nicht überzeugen – dumpfe Aufnahmen und abgehackte Satzanfänge durch die Geräuschunterdrückung trüben den sonst positiven Eindruck.
Beim Tragekomfort liefert Teufel trotz des im Vergleich zu älteren Modellen gestiegenen Gewichts ab, und die für diese Klasse außergewöhnlich hohe Akkulaufzeit übersteht auch eine ganze LAN-Party ohne Ladekabel. Muss doch mal geladen werden, limitiert das kurze 35-cm-USB-Kabel den Komfort – ein optionales Ersatzkabel schafft hier schnell Abhilfe. Für die Bedienung empfiehlt sich ohnehin eher die Software als der wenig griffige Lautstärkeregler. Mit einem Preis von knapp 200 € bewegt sich das Cage Pro preislich in der Oberklasse – wer vor allem Wert auf Klang, Komfort und Akkulaufzeit legt und das Mikrofon nur gelegentlich nutzt, bekommt hier ein rundes Gesamtpaket.
Häufig gestellte Fragen zum Teufel Cage Pro
Ist das Teufel Cage Pro auch für Konsolen geeignet?
Ja. Über den mitgelieferten USB-Dongle lässt sich das Cage Pro mit PS4 und PS5 verbinden, dank Bluetooth und Klinkeanschluss funktioniert es aber auch an Xbox, Nintendo Switch und mobilen Geräten.
Wie lange hält der Akku des Teufel Cage Pro?
Teufel gibt bis zu 68 Stunden bei mittlerer Lautstärke an. Im Test kam ich über die 2,4-GHz-Verbindung auf 56 Stunden und 28 Minuten, über Bluetooth sogar auf knapp 60 Stunden.
Kann ich das Mikrofon des Teufel Cage Pro abnehmen?
Ja, das Mikrofon wird magnetisch über zwei Kontakte gehalten und lässt sich bei Bedarf komplett entfernen, etwa für die reine Nutzung als Bluetooth-Kopfhörer.
Lohnt sich das Teufel Cage Pro trotz des hohen Preises?
Wer vor allem auf warmen Klang, hohen Tragekomfort und lange Akkulaufzeit Wert legt und das Mikrofon nur gelegentlich braucht, bekommt für rund 200 € ein rundes Gesamtpaket. Wer häufig im Voice-Chat unterwegs ist oder primär Musik hört, sollte die Schwächen beim Mikrofon und in den Höhen einkalkulieren.
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