Ein stilisiertes Auge, rote Akzente, aggressive Linien: Das Logo der Republic of Gamers gehört zu den bekanntesten Symbolen im PC-Gaming. Hinter ROG steht ASUS, einer der größten Computerhersteller der Welt, der in Deutschland vielen zuerst durch Mainboards ein Begriff wurde. Inzwischen baut die Marke vom Gaming-Laptop über Monitore mit mehr als 500 Hertz bis zum Handheld fast alles, was ein Spieler braucht. 2026 feiert ROG seinen 20. Geburtstag. Hier liest du, wie aus einem kleinen Mainboard-Hersteller aus Taipeh ein Gaming-Riese wurde.
ASUS und ROG auf einen Blick
| Unternehmen | ASUSTeK Computer Inc. (ASUS) |
| Gegründet | 1989 in Taipeh, Taiwan |
| Gründer | Tzu-Hsien Tung, Ted Hsu, Wayne Hsieh, M. T. Liao |
| Gaming-Marke | Republic of Gamers (ROG), seit 2006 |
| Schwestermarke | TUF Gaming |
| Bekannte Produkte | Mainboards, ROG Strix, Zephyrus, ROG Swift, ROG Ally |
| Slogan | For Those Who Dare |
Die Anfänge: Vier Acer-Ingenieure und ein geflügeltes Pferd
ASUS wurde 1989 in Taipeh gegründet. Die vier Gründer Tzu-Hsien Tung, Ted Hsu, Wayne Hsieh und M. T. Liao hatten zuvor als Hardware-Ingenieure bei Acer gearbeitet. Der Firmenname geht auf Pegasus zurück, das geflügelte Pferd der griechischen Mythologie. Verwendet wurden aber nur die letzten vier Buchstaben, damit ASUS in alphabetischen Herstellerlisten möglichst weit oben steht.
Das erste große Standbein waren Mainboards. ASUS gewann früh das Vertrauen von Intel und entwickelte sich zu einem der wichtigsten Hersteller von Hauptplatinen für PCs. Viele Bastler, die in den 1990er- und 2000er-Jahren ihren Rechner selbst zusammenbauten, hatten irgendwann ein ASUS-Mainboard im Gehäuse. Aus diesem Kerngeschäft wuchs nach und nach ein breites Sortiment mit Grafikkarten, Notebooks, Monitoren und Netzwerktechnik.
2007 sorgte ASUS mit dem Eee PC für Aufsehen, einem kleinen und günstigen Netbook, das eine ganze Gerätekategorie populär machte. 2008 spaltete das Unternehmen seine Auftragsfertigung ab, daraus entstand Pegatron. ASUS konzentrierte sich fortan auf eigene Marken. Heute gehört der Konzern nach Stückzahlen zu den fünf größten PC-Herstellern der Welt.
2006: Die Geburt der Republic of Gamers
Im Juli 2006 startete ASUS eine eigene Marke für Spieler und Übertakter: die Republic of Gamers, kurz ROG. Das erste Produkt war das Mainboard ROG Crosshair für AMD-Prozessoren. Kurz darauf folgten Modelle für Intel wie Striker Extreme und Commando, später die bis heute bekannten Reihen Maximus und Rampage. Noch im November 2006 kündigte ASUS mit G1 und G2 die ersten ROG-Notebooks an.
Die Idee dahinter: Gaming-Hardware sollte nicht nur schnell sein, sondern auch so aussehen und sich als eigene Marke anfühlen. ROG-Mainboards boten mehr Übertaktungsoptionen, bessere Kühlung und hochwertigere Bauteile als die Standardmodelle. In der Overclocking-Szene wurden sie schnell zur Referenz, und viele Weltrekorde im Übertakten entstanden auf ROG-Hardware. Ab 2008 kamen mit der Matrix-Serie auch Grafikkarten dazu, die gezielt auf Übertakter zugeschnitten waren.
Vom Mainboard zum Komplettanbieter
In den folgenden Jahren baute ASUS die Marke ROG systematisch aus. 2014 erschien mit dem ROG Swift PG278Q einer der ersten Monitore mit Nvidias G-Sync-Technologie, mit 27 Zoll, WQHD-Auflösung und 144 Hertz. Damit wurde ROG auch bei Gaming-Monitoren zu einem der wichtigsten Namen. Seitdem treibt ASUS die Bildwiederholrate immer weiter nach oben: 2022 stellte ROG einen E-Sport-Monitor mit 500 Hertz vor, inzwischen stehen bei Turnieren Modelle mit 610 Hertz auf der Bühne.
Bei den Notebooks setzte ASUS 2017 mit dem ROG Zephyrus GX501 ein Ausrufezeichen. Das Gerät war mit 18 Millimetern ungewöhnlich dünn und brachte trotzdem eine Grafikkarte der Oberklasse unter. Heute umfasst das Laptop-Angebot mehrere Reihen: Strix für klassische Gaming-Notebooks, Zephyrus für schlanke Geräte, Scar für maximale Leistung und Flow für flexible Modelle. Dazu kommen Gehäuse, Kühlungen, Netzteile, Router und ein breites Sortiment an Peripherie mit Tastaturen, Mäusen und Headsets.
Die wichtigsten ROG-Produktreihen
| Reihe | Produktbereich | Einordnung |
|---|---|---|
| Maximus, Crosshair | Mainboards | Topmodelle für Intel (Maximus) und AMD (Crosshair) |
| Strix | Mainboards, Grafikkarten, Laptops, Peripherie | die breite Gaming-Hauptlinie |
| Swift | Monitore | High-End-Monitore mit hoher Bildwiederholrate |
| Zephyrus | Laptops | schlanke Gaming-Notebooks |
| Scar | Laptops | Spitzenmodelle mit maximaler Leistung |
| Flow | Laptops und Tablets | flexible Geräte wie das Flow Z13 |
| Ally | Handhelds | Gaming-Handhelds mit Windows |
ROG und TUF Gaming: Zwei Marken für Spieler
Neben ROG führt ASUS mit TUF Gaming eine zweite Gaming-Marke. TUF steht ursprünglich für „The Ultimate Force“ und begann als Linie besonders robuster Mainboards. Heute gibt es unter dem Namen auch Grafikkarten, Laptops, Monitore, Gehäuse und Netzteile. Die Aufteilung ist klar: ROG ist die Premium-Linie mit den stärksten Komponenten, den meisten Funktionen und dem auffälligsten Design. TUF Gaming richtet sich an Spieler, die vor allem solide Leistung zu einem niedrigeren Preis suchen. Für Käufer ist das praktisch, weil sie bei ASUS fast jede Komponente in zwei Preisklassen finden. Unterhalb davon gibt es mit der Prime-Serie zudem einfache Mainboards ohne Gaming-Anspruch.
ROG Phone: Gaming auf dem Smartphone
2018 wagte ASUS den Schritt aufs Smartphone und brachte das erste ROG Phone heraus. Die Geräte richteten sich ausdrücklich an Spieler, mit Bildschirmen mit hoher Bildwiederholrate, großen Akkus, zusätzlichen Schultertasten und eigener Kühlung. Das ROG Phone II setzte 2019 als eines der ersten Smartphones auf ein OLED-Display mit 120 Hertz. Es gab sogar Sondereditionen, etwa ein ROG Phone 6 im Design von Diablo Immortal.
Im Januar 2026 kündigte ASUS-Chef Jonney Shih allerdings an, in diesem Jahr keine neuen Smartphones zu veröffentlichen. Bestehende Geräte erhalten weiter Updates und Garantie, ASUS will sich aber stärker auf KI-Themen wie Roboter und smarte Brillen konzentrieren. Ob es je wieder ein neues ROG Phone gibt, ist offen.
ROG Ally: Der Angriff auf das Steam Deck
Im Juni 2023 brachte ASUS mit dem ROG Ally einen Gaming-Handheld mit Windows heraus. Anders als das Steam Deck von Valve läuft darauf ein vollwertiges Windows, wodurch auch Spiele aus anderen Stores ohne Umweg starten. Angetrieben wurde das Gerät von AMDs Z1 Extreme. 2024 folgte das ROG Ally X mit größerem Akku und mehr Arbeitsspeicher.
Den bislang größten Schritt machte ASUS gemeinsam mit Microsoft: Am 16. Oktober 2025 erschien das ROG Xbox Ally, ein Handheld mit Xbox-Branding und einer speziell angepassten Windows-Oberfläche. Die Vorbestellungen starteten bei 599 Euro, wie wir in unserer News zum ROG Xbox Ally berichtet haben. Damit wurde ASUS zum wichtigsten Hardware-Partner der neuen Handheld-Strategie von Xbox. Konkurrenz kommt unter anderem von Lenovo mit dem Legion Go und von MSI mit dem Claw.
ROG im E-Sport
Von Anfang an positionierte sich ROG nah am E-Sport. ASUS sponsert Teams und Turniere und stellt dort Monitore, PCs und Peripherie. Anfang 2026 wurde ROG etwa offizieller Partner der PGL-Turniersaison und schloss eine zweijährige Partnerschaft mit der koreanischen Organisation DRX in Valorant und League of Legends. Die Präsenz auf großen Bühnen soll zeigen, dass die Hardware auch unter Profibedingungen besteht, und macht das ROG-Logo bei Zuschauern weltweit bekannt.
Kritik und Kontroversen
Bei aller Größe ist ASUS nicht ohne Kritik geblieben. 2016 einigte sich der Konzern mit der US-Handelsaufsicht FTC nach Vorwürfen zu Sicherheitslücken in seinen Routern und verpflichtete sich zu einem umfassenden Sicherheitsprogramm. 2019 wurde bekannt, dass Angreifer zwischen Juni und November 2018 ASUS-Server übernommen und über das Update-Werkzeug Live Update manipulierte Software verteilt hatten. Der Fall wurde als „ShadowHammer“ bekannt und gilt als Lehrbeispiel für Angriffe auf Lieferketten. Mehr zu solchen Risiken erklärt unser Artikel zur Cybersicherheit.
2024 geriet ASUS wegen seines Kundendiensts in die Schlagzeilen. Der Hardware-Kanal Gamers Nexus dokumentierte, dass berechtigte Garantiereparaturen am ROG Ally abgelehnt oder teuer berechnet worden waren. Erst nach öffentlichem Druck lenkte ASUS ein und versprach Verbesserungen. Auch die Software Armoury Crate, über die sich Beleuchtung, Lüfter und Leistungsprofile steuern lassen, wird von Nutzern immer wieder als überladen kritisiert.
In Deutschland sorgte zudem ein Patentstreit für Aufsehen. Nach einem Urteil des Landgerichts München I im Januar 2026 zu Patenten des Videostandards H.265 durften ASUS und Acer vorübergehend keine Laptops und PCs mehr hierzulande verkaufen. Im Juni 2026 einigten sich die Hersteller mit Nokia, seitdem ist das komplette Sortiment wieder erhältlich. Die Hintergründe zum Verkaufsstopp haben wir in unserer News zum Verkaufsstopp zusammengefasst.
ROG heute: 20 Jahre Republic of Gamers
2026 feiert ROG sein 20-jähriges Bestehen, unter anderem mit einem Jubiläums-Mainboard, das an das erste Crosshair erinnert. Auf der CES 2026 zeigte ASUS das Dual-Screen-Notebook ROG Zephyrus Duo 16 und eine Sonderedition des Flow Z13 in Zusammenarbeit mit Hideo Kojimas Studio Kojima Productions. Mit der ROG XREAL R1 hat ASUS außerdem eine Gaming-Brille mit 240-Hertz-Displays im Programm.
Für Spieler bleibt ROG damit vor allem eines: die Premium-Linie eines Konzerns, der fast jede Komponente eines Gaming-Setups selbst herstellt. Wer günstiger einsteigen will, greift zur Schwestermarke TUF Gaming, die mit robusten Produkten und niedrigeren Preisen um preisbewusste Käufer wirbt.
Häufige Fragen zu ASUS ROG
Was bedeutet ROG bei ASUS?
ROG steht für Republic of Gamers und ist die Gaming-Marke von ASUS. Sie wurde 2006 eingeführt und umfasst heute Mainboards, Grafikkarten, Laptops, Monitore, Handhelds und Peripherie.
Woher kommt der Name ASUS?
Der Name ist von Pegasus abgeleitet, dem geflügelten Pferd aus der griechischen Mythologie. Die Gründer verwendeten nur die letzten vier Buchstaben, damit das Unternehmen in alphabetischen Listen weit vorne steht.
Was ist der Unterschied zwischen ROG und TUF Gaming?
ROG ist die Premium-Gaming-Marke von ASUS mit den leistungsstärksten und teuersten Produkten. TUF Gaming richtet sich an preisbewusstere Spieler und setzt stärker auf robuste Bauweise und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Wer hat ASUS gegründet?
ASUS wurde 1989 in Taipeh von Tzu-Hsien Tung, Ted Hsu, Wayne Hsieh und M. T. Liao gegründet. Alle vier hatten zuvor als Hardware-Ingenieure bei Acer gearbeitet.
Was ist das ROG Ally?
Das ROG Ally ist ein Gaming-Handheld von ASUS mit Windows, das im Juni 2023 erschien. Es folgten das ROG Ally X und im Oktober 2025 das ROG Xbox Ally, das ASUS gemeinsam mit Microsoft entwickelt hat.
Fazit: Vom Mainboard-Spezialisten zur Gaming-Marke
ASUS hat sich von einem kleinen Mainboard-Hersteller zu einem der größten Computerkonzerne der Welt entwickelt, und die Republic of Gamers ist dabei das Aushängeschild für Spieler. Mainboards für Übertakter, Monitore mit extrem hohen Bildwiederholraten, schlanke Gaming-Laptops und das ROG Ally haben die Marke in zwanzig Jahren in fast jede Ecke des Gamings gebracht. Kritik am Kundendienst und an der Software gehört ebenfalls zur Geschichte. Trotzdem gehört ROG heute zu den Marken, an denen sich die Konkurrenz messen lassen muss.



