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Alle Nintendo-Konsolen in der Reihenfolge: Von NES bis Switch 2

Nintendo baut seit den 1970er-Jahren Spielgeräte, und kaum ein Hersteller hat so viele unterschiedliche Konsolen auf den Markt gebracht: Heimkonsolen mit Steckmodulen, Handhelds mit einem oder zwei Bildschirmen, ein rotes 3D-Gerät, das kaum jemand wollte, und schließlich die Switch, die beide Welten verbindet. Wer nachschlagen möchte, welche Konsole wann erschien, worin sie sich unterscheidet und wie viele Geräte davon verkauft wurden, findet hier die Antwort. Der Artikel führt alle Nintendo-Konsolen in der Reihenfolge ihres Erscheinens auf, erklärt die technischen Besonderheiten der einzelnen Modelle und ordnet die Switch-Familie samt Switch 2 ein. Die Firmengeschichte dahinter erzählt das Porträt Nintendo Geschichte.

Alle Nintendo-Konsolen in der Reihenfolge

Die Tabelle zeigt die wichtigsten Nintendo-Geräte nach dem ersten Erscheinen in Japan. Die Verkaufszahlen beruhen auf Nintendos eigenen Angaben und sind gerundet; sie umfassen bei Handhelds jeweils die gesamte Modellfamilie. Mit dabei sind auch die frühen Vorläufer, die streng genommen keine Konsolen mit Wechselmodulen waren.

Gerät Start (Japan) Typ Besonderheit Verkäufe (ca.)
Color TV-Game 6 und 15 1977 Heimkonsole Erste Nintendo-Konsolen, fest eingebaute Spiele keine genauen Angaben
Game & Watch 1980 Handheld LCD-Spiele mit Uhr, Vorläufer des Game Boy rund 43 Mio.
Famicom / NES 1983 Heimkonsole 8 Bit, Steckmodule rund 62 Mio.
Game Boy (inkl. Color) 1989 / 1998 Handheld Monochrom, später Farbe, Tetris und Pokémon rund 119 Mio.
Super Famicom / SNES 1990 Heimkonsole 16 Bit, Mode 7 rund 49 Mio.
Virtual Boy 1995 Tischgerät mit 3D-Effekt Rot-schwarzes Stereo-Display unter 1 Mio.
Nintendo 64 1996 Heimkonsole 3D-Spiele, Analogstick, vier Anschlüsse rund 33 Mio.
Game Boy Advance 2001 Handheld 32 Bit, farbiges Display rund 82 Mio.
GameCube 2001 Heimkonsole Mini-Discs, kompaktes Design 21,74 Mio.
Nintendo DS 2004 Handheld Zwei Bildschirme, Touchscreen 154,02 Mio.
Wii 2006 Heimkonsole Bewegungssteuerung rund 101,6 Mio.
Nintendo 3DS 2011 Handheld 3D ohne Brille, StreetPass rund 76 Mio.
Wii U 2012 Heimkonsole Tablet-Controller GamePad rund 13,6 Mio.
Nintendo Switch (inkl. Lite und OLED) 2017 Hybridkonsole Heim- und Handheld-Betrieb 156,59 Mio.
Nintendo Switch 2 2025 Hybridkonsole Größeres Display, 120 Hz, stärkerer Chip 23,68 Mio. (Stand 30. Juni 2026)

Wie sich diese Geräte in den Rhythmus der Konsolenzyklen einfügen, erklärt der Artikel zu den Konsolengenerationen. Die Konkurrenz beschreiben der Artikel zu den Sega-Konsolen und das Porträt der Sega-Geschichte sowie die Artikel zur PlayStation-Geschichte und zur Xbox-Geschichte.

Heimkonsolen im Überblick

Famicom und NES (1983): Der Neustart nach dem Crash

Das Family Computer, kurz Famicom, erschien im Juli 1983 in Japan. Es arbeitete mit 8-Bit-Technik und Steckmodulen, den Cartridges. In den USA kam die Konsole 1985 als Nintendo Entertainment System auf den Markt, in Europa folgte sie 1986 und 1987. Nintendo gab dem Gerät bewusst ein Design, das an Videorekorder erinnerte, weil der Markt nach dem Videospiel-Crash von 1983 skeptisch war. Zum Marktstart gehörten der Roboter R.O.B. und die Lichtpistole Zapper.

Prägend waren Super Mario Bros. und The Legend of Zelda sowie Nintendos strenge Lizenzpolitik gegenüber externen Entwicklern, wie im Artikel zu First-Party und Third-Party beschrieben. Insgesamt wurden rund 62 Millionen Geräte verkauft. In Japan gab es zusätzlich das Famicom Disk System (1986) mit Disketten, das im Westen nie erschien.

Super Nintendo (1990): 16 Bit und Mode 7

Das Super Famicom erschien im November 1990 in Japan, das SNES 1991 in den USA und im April 1992 in Europa. Die Konsole bot 16-Bit-Grafik, mehr Farben und den Effekt Mode 7, mit dem sich Flächen drehen und skalieren ließen, etwa bei F-Zero und Super Mario Kart. Spezialchips in den Modulen, etwa der Super FX, ermöglichten sogar einfache 3D-Grafik. Mit 49,1 Millionen Geräten verkaufte sich das SNES gut, blieb aber in einigen Märkten hinter der Konkurrenz von Sega zurück, siehe Sega-Konsolen.

Nintendo 64 (1996): Der Einstieg in 3D

Der Nintendo 64 erschien im Juni 1996 in Japan und im März 1997 in Europa. Nintendo blieb bei Steckmodulen, obwohl die Konkurrenz von Sony mit der PlayStation auf CDs setzte. Module luden schneller, boten aber weniger Speicher und waren teurer in der Herstellung. Das Gerät hatte vier Controller-Anschlüsse ab Werk, einen Analogstick, optional das Rumble Pak für Vibration, und Spiele wie Super Mario 64, GoldenEye 007 und The Legend of Zelda: Ocarina of Time. Der N64 wurde etwa 32,9 Millionen Mal verkauft, deutlich weniger als die PlayStation. Der geplante Erweiterungsbaustein 64DD blieb auf Japan beschränkt.

GameCube (2001): Mini-Discs und Kompaktheit

Der GameCube kam im September 2001 in Japan und im Mai 2002 in Europa auf den Markt. Er nutzte erstmals optische Datenträger, allerdings proprietäre Mini-Discs im Format von 8 Zentimetern. Das kompakte Gerät mit Tragegriff bot leistungsfähige Technik, der Controller mit seinen versetzten Tasten ist bis heute beliebt. Über den Game Boy Player ließen sich Game-Boy-Advance-Spiele auf dem Fernseher spielen. Mit 21,74 Millionen Geräten verkaufte er sich deutlich schlechter als die PlayStation 2, Titel wie Metroid Prime, The Wind Waker und Super Smash Bros. Melee gelten dennoch als Klassiker.

Wii (2006): Bewegung statt Rechenleistung

Die Wii setzte ab November 2006 bewusst nicht auf Grafik, sondern auf Bedienung. Die Wii-Fernbedienung erkannte Bewegungen und zeigte per Infrarot auf den Bildschirm, dazu kamen der Nunchuk-Zusatzstick und ab 2007 das Balance Board. Spiele wie Wii Sports und Wii Fit sprachen Menschen an, die bis dahin keine Konsole besaßen. Mit rund 101,6 Millionen Geräten war die Wii der größte Erfolg der Firma auf dem Heimkonsolenmarkt. Frühe Modelle spielten zusätzlich GameCube-Spiele ab, mehr dazu im Beitrag zur Abwärtskompatibilität.

Wii U (2012): Ein Tablet als Controller

Die Wii U erschien im November 2012 als erste Nintendo-Konsole mit HD-Grafik. Ihr Kernstück war das GamePad, ein Controller mit Touchscreen. Viele Kunden hielten das Gerät jedoch für ein Zubehör zur Wii, der Name trug zur Verwirrung bei. Mit rund 13,6 Millionen verkauften Geräten war die Wii U Nintendos größter Konsolenflop. Ihre besten Spiele wie Mario Kart 8 oder Splatoon kamen später für die Switch heraus, siehe Remaster und Remake. Ende März 2023 stellte Nintendo den Kauf neuer Spiele im eShop für Wii U und 3DS ein.

Handhelds im Überblick

Game & Watch (1980): Der Vorläufer

Der Ingenieur Gunpei Yokoi entwickelte die Game & Watch, kleine Taschengeräte mit einem einzelnen LCD-Spiel und Uhr. Bis 1991 wurden rund 43 Millionen Stück verkauft. Sie waren keine Konsolen mit Wechselmodulen, gelten aber als Ursprung von Nintendos Handheld-Geschäft. Das Steuerkreuz, das Yokoi 1982 für die Donkey-Kong-Version entwickelte, wurde später zum Standard aller Nintendo-Controller.

Game Boy, Game Boy Color und Game Boy Advance

Der Game Boy erschien im April 1989 in Japan und im September 1990 in Europa. Er hatte ein kleines Schwarz-Weiß-Display mit grünlichem Bild, war aber robust, günstig und sparsam im Akkuverbrauch. Mit dem mitgelieferten Tetris erreichte er Spieler jeden Alters, Pokémon ab 1996 prägte die Reihe endgültig. 1998 folgte der Game Boy Color mit Farbdisplay, der weiterhin die alten Spiele abspielte. Der Game Boy Advance (2001) bot 32-Bit-Technik und ein größeres Display und lief ebenfalls mit älteren Modulen. Game Boy und Game Boy Color kamen zusammen auf rund 119 Millionen verkaufte Geräte, der Advance auf etwa 82 Millionen.

Virtual Boy (1995): Das größte Fiasko

Der Virtual Boy sollte 3D-Spiele in die Wohnzimmer bringen. Das Gerät wurde auf einem Tisch aufgestellt, man blickte in ein Okular. Das Display zeigte nur Rottöne auf Schwarz, längeres Spielen führte zu Kopfschmerzen und Augenermüdung. Nach weniger als einem Jahr und deutlich unter einer Million Verkäufen stellte Nintendo das System ein. Es gilt bis heute als größter kommerzieller Misserfolg der Firma.

Nintendo DS (2004): Zwei Bildschirme

Der Nintendo DS erschien im November 2004 in den USA und im März 2005 in Europa. Ein zweiter Bildschirm mit Touchscreen, Mikrofon und WLAN eröffneten neue Spielideen. Modelle wie der DS Lite (2006) und der DSi (2008 in Japan) machten das Gerät kleiner und ergänzten Kamera und Download-Shop. Der DS hat ein Modulfach für Game-Boy-Advance-Spiele, was frühe Modelle abwärtskompatibel machte. Mit 154,02 Millionen Geräten ist er nach Nintendos eigener Zählung das zweiterfolgreichste Nintendo-Gerät nach der Switch und der meistverkaufte reine Handheld.

Nintendo 3DS (2011): 3D ohne Brille

Der Nintendo 3DS kam im Februar 2011 in Japan und im März 2011 in Europa auf den Markt. Das Oberdisplay zeigte 3D-Bilder ohne Brille, dazu gab es den Datenaustausch StreetPass. Der Start verlief schwach, weshalb Nintendo den Preis nur fünf Monate nach Erscheinen deutlich senkte. Es folgten 3DS XL, 2DS und die New-Nintendo-3DS-Modelle. Insgesamt wurden rund 76 Millionen Geräte der 3DS-Familie verkauft. 3DS-Spiele lassen sich auf keiner Nachfolgekonsole abspielen.

Die Switch-Familie: Ein Gerät für zwei Welten

Die Nintendo Switch erschien am 3. März 2017 und vereinte Heimkonsole und Handheld. Das Gerät lässt sich in eine Dockingstation stecken und am Fernseher spielen oder mitnehmen. Die abnehmbaren Joy-Con-Controller machen Mehrspieler-Sessions ohne Zubehör möglich. Startspiel war The Legend of Zelda: Breath of the Wild, das den Open-World-Gedanken neu ausrichtete. Bis Ende Juni 2026 wurden rund 156,59 Millionen Geräte verkauft, damit ist sie nach Nintendos Angaben die meistverkaufte Nintendo-Konsole.

Modell Start Display Besonderheit
Switch März 2017 6,2 Zoll LCD, 720p Hybridbetrieb, Dock, abnehmbare Joy-Con
Switch Lite Sept. 2019 5,5 Zoll LCD Nur Handheld, fest verbaute Controller, kein TV-Ausgang
Switch OLED Okt. 2021 7 Zoll OLED Kräftigere Farben, Standfuß, 64 GB Speicher
Switch 2 Juni 2025 7,9 Zoll LCD, 1080p, 120 Hz, HDR Stärkerer Nvidia-Chip, 256 GB Speicher, magnetische Joy-Con 2

Die Switch Lite ist ein reiner Handheld und deutlich günstiger, kann aber nicht am Fernseher betrieben werden. Die OLED-Variante hat das bessere Display, aber dieselbe Leistung wie das Ursprungsmodell. Für die Switch bot Nintendo außerdem den Online-Dienst Nintendo Switch Online (seit 2018) und die Figuren amiibo, deren Funktionsweise der Beitrag zu Toys-to-Life erklärt.

Nintendo Switch 2 (2025)

Die Switch 2 erschien am 5. Juni 2025. Ihre Eckdaten: ein 7,9 Zoll großes LCD mit Full-HD-Auflösung und bis zu 120 Hertz, ein maßgeschneiderter Nvidia-Chip mit 12 Gigabyte Arbeitsspeicher und 256 Gigabyte internem Speicher, dazu eine Dockingstation mit 4K-Ausgabe. Die Joy-Con 2 haften magnetisch und lassen sich als Maus nutzen, eine C-Taste öffnet den Sprachchat GameChat. Die Switch 2 ist mit den meisten Switch-Spielen kompatibel. Hintergründe zur Bildtechnik liefern die Beiträge zu HDR im Gaming und variablen Bildwiederholraten. Alle Details zur Hardware finden sich im Artikel zur Nintendo Switch 2.

Zum Start kostete die Konsole in Deutschland 469,99 Euro, im Bundle mit Mario Kart World 509,99 Euro. Bis Ende Juni 2026 hat Nintendo 23,68 Millionen Geräte abgesetzt und damit den GameCube überholt. Berichten zufolge steigt der Preis zum 1. September 2026 auf 499,99 Euro, aktuelle Angaben stehen beim Händler. Wie die Konkurrenz aufgestellt ist, zeigt der Vergleich Xbox Series X vs. PlayStation 5.

Was alle Nintendo-Konsolen verbindet

Über Jahrzehnte haben sich einige Prinzipien gehalten. Nintendo verfolgt seit Gunpei Yokoi die Idee vom „seitlichen Denken mit ausgereifter Technik“: Statt die stärkste Hardware zu bauen, setzt die Firma auf günstige, bewährte Bauteile und neue Bedienkonzepte, etwa Touchscreen, Bewegungssteuerung oder das Hybrid-Prinzip. Zweitens verbindet Nintendo Hardware und Software eng miteinander. Eigene Spiele wie Mario, Zelda und Pokémon erscheinen fast ausschließlich auf Nintendo-Geräten, siehe Exklusivtitel erklärt. Wie sich solche Reihen entwickeln, zeigt der Überblick zur Franchise-Geschichte.

Abwärtskompatibilität bei Nintendo

Gerät Spielt ab
Game Boy Color Game-Boy-Spiele
Game Boy Advance Game-Boy- und Game-Boy-Color-Spiele
Nintendo DS (bis DS Lite) Game-Boy-Advance-Spiele
Nintendo 3DS DS-Spiele
Wii (frühe Modelle) GameCube-Spiele
Wii U Wii-Spiele
Switch 2 Die meisten Switch-Spiele

Die Switch selbst spielt keine Spiele früherer Konsolen ab, ältere Titel gibt es hier über Nintendo Switch Online. Nintendo hat also nicht bei jeder Generation an der Kompatibilität festgehalten.

Nintendos größte Flops

Der Virtual Boy (1995) und die Wii U (2012) gelten als schwächste Konsolen, weil Marketing und Konzept die Kundschaft nicht überzeugten. Auch der GameCube blieb hinter den Erwartungen. Auffällig ist, dass Nintendo nach jedem Rückschlag mit einer mutigen Neuerung zurückkam: Auf den Virtual Boy folgte der Game Boy Advance, auf die Wii U die Switch. Was solche Wendepunkte für das Unternehmen bedeutet haben, schildert das Porträt Nintendo Geschichte.

Häufige Fragen zu Nintendo-Konsolen

Wie viele Nintendo-Konsolen gibt es?

Bis zur Switch 2 hat Nintendo acht Heim- und Hybridkonsolen veröffentlicht: Famicom/NES, SNES, Nintendo 64, GameCube, Wii, Wii U, Switch und Switch 2. Dazu kommen die Handhelds Game Boy, Game Boy Color, Game Boy Advance, DS und 3DS sowie der Virtual Boy.

Welche Nintendo-Konsole hat sich am besten verkauft?

Die erste Nintendo Switch mit 156,59 Millionen verkauften Geräten (Stand 30. Juni 2026) vor dem Nintendo DS mit 154,02 Millionen. Von der Switch 2 wurden bis dahin 23,68 Millionen Geräte abgesetzt.

Was ist der Unterschied zwischen Switch, Switch Lite, Switch OLED und Switch 2?

Die Switch ist die Hybridkonsole mit Dock. Die Switch Lite ist ein reiner Handheld ohne TV-Ausgang, die Switch OLED hat ein besseres Display. Die Switch 2 ist ein Nachfolger mit größerem 120-Hertz-Display, stärkerem Chip und mehr Speicher.

Kann die Switch 2 alte Switch-Spiele abspielen?

Die Switch 2 spielt die meisten Switch-Spiele ab. Einige Titel laufen nur mit Einschränkungen, zum Teil gibt es verbesserte Fassungen für die Switch 2. Spiele früherer Konsolen wie Wii U oder 3DS laufen nicht.

Was war Nintendos größter Flop?

Kommerziell der Virtual Boy von 1995, der mit weniger als einer Million verkauften Geräten nach wenigen Monaten eingestellt wurde. Unter den klassischen Heimkonsolen verkaufte sich die Wii U mit rund 13,6 Millionen Geräten am schlechtesten.

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