Audeze Maxwell 2

Audeze Maxwell 2 im Test: High-End-Klang für Gamer, aber mit Kompromissen

Mit dem Maxwell 2 schickt Audeze den Nachfolger seines gefeierten Gaming-Headsets ins Rennen. Der US-Hersteller, mittlerweile Teil von Sony, ist bekannt für audiophile Planarmagnet-Technik jenseits klassischer Gaming-Peripherie – und genau diesen Anspruch soll das Maxwell 2 auch in der zweiten Generation einlösen. Wir haben uns das Headset genau angeschaut: was es technisch bietet, wo es sich vom Vorgänger unterscheidet und wie wir es einschätzen.

Zum Marktstart im Januar 2026 zur CES vorgestellt, ist das Maxwell 2 zunächst ohne aktive Geräuschunterdrückung erschienen – eine separate ANC-Variante wurde nachträglich angekündigt und ist mittlerweile erhältlich. Dieser Test bezieht sich ausschließlich auf das Basismodell ohne ANC, das sowohl als PlayStation- als auch als Xbox-Version erhältlich ist.

Technische Daten im Überblick

Merkmal Audeze Maxwell 2
Bauform Over-Ear, geschlossen (circumaural)
Treiber 90-mm-Planarmagnet, Fluxor-Magnetarray, Neodym-N50-Magnete
Frequenzgang 10 Hz – 50.000 Hz
Maximaler Schalldruck über 115 dB
Klirrfaktor (THD) unter 0,1 % bei 100 dB
Mikrofon Abnehmbarer Hypercardioid-Boom, interne Beamforming-Mikrofone, KI-Rauschunterdrückung
Akku Lithium-Polymer, 1.800 mAh, über 80 Stunden Laufzeit
Laden USB-C Schnellladung, ca. 25 % in 20 Minuten, volle Ladung in rund 2 Stunden
Konnektivität 2,4-GHz-Funk per USB-C-Dongle, Bluetooth 5.3, USB-C-Kabel, 3,5-mm-Klinke
Bluetooth-Funktionen Auracast, LE Audio, LDAC, AAC, SBC, Multipoint
Gewicht ca. 560 Gramm
Kompatibilität PC, Mac, PS5, PS4, Xbox Series X|S (Xbox-Version), Nintendo Switch, iOS, Android
Software Audeze App / Audeze HQ (Windows, macOS, iOS, Android)
Garantie 2 Jahre
Preis (UVP) 389 Euro (PlayStation-Version), 439 Euro (Xbox-Version)

Design und Verarbeitung

Optisch bleibt Audeze der grau-schwarzen Formsprache des ersten Maxwell treu, hat aber an mehreren Stellen nachjustiert. Das Gehäuse besteht weiterhin aus einer Kombination aus Aluminium und Federstahl, was dem Headset ein hochwertiges, fast schon tank-artiges Auftreten verleiht. Das Kopfband wurde gegenüber dem Vorgänger verbreitert und ist nun stärker belüftet, das Aufhängungssystem sorgt für eine gleichmäßigere Druckverteilung. Die Ohrpolster lassen sich austauschen, ebenso der Akku. Etwas fummelig geraten sind dagegen die Bedienelemente am Gehäuse, die recht eng beieinanderliegen.

Uns gefällt das Maxwell 2 optisch richtig gut. Die Detailverbesserungen gegenüber dem Vorgänger wirken durchdacht und zeigen, dass sich Audeze das Produkt für die zweite Generation noch einmal genau angeschaut hat, statt nur ein Facelift draufzusetzen.

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Tragekomfort

Mit rund 560 Gramm gehört das Maxwell 2 zu den schwereren Gaming-Headsets am Markt und bringt gut 70 Gramm mehr auf die Waage als sein Vorgänger. In der Praxis relativiert sich das Gewicht durch die überarbeitete Aufhängung und die größeren, weicher gepolsterten Ohrmuscheln, die auch mit Brille noch angenehm sitzen. Für sehr lange Sessions bleibt das Headset dennoch eher kräftig dimensioniert als ein Leichtgewicht.

Klangqualität

Das Herzstück bleibt der 90-mm-Planarmagnet-Treiber, ergänzt durch Audezes patentierte SLAM-Technologie, die für mehr Druck im Bassbereich sorgen soll. Der Frequenzgang von 10 Hz bis 50.000 Hz liegt deutlich über dem, was klassische dynamische Gaming-Headsets (meist 20 Hz bis 20.000 Hz) bieten – auf dem Papier beste Voraussetzungen für Detailauflösung und eine präzise Ortung von Schritten und Schüssen, wovon speziell kompetitive Shooter profitieren. Für ein geschlossenes Headset fällt zudem die Soundstage ungewöhnlich breit aus.

Die Werksabstimmung ist im Hochton stellenweise etwas spitzer geraten, was uns aber wenig stört: Genau dafür gibt es die Equalizer-Funktion in der Software. Ein Headset, das ab Werk für jeden perfekt klingt, gibt es ohnehin kaum – dafür hört jeder Mensch subjektiv unterschiedlich, hat andere Ansprüche und nutzt das Gerät in unterschiedlichen Szenarien, von Musik über Shooter bis Storygames. Insgesamt sind wir mit dem Klang des Maxwell 2 – wie schon beim Vorgänger – sehr zufrieden.

Mikrofon und Sprachqualität

Der abnehmbare Hypercardioid-Mikrofonarm arbeitet mit 16 Bit/48 kHz und einer KI-gestützten Rauschunterdrückung (FILTER-Technologie), zusätzlich sind interne Beamforming-Mikrofone für die Sprachübertragung ohne Boom-Arm verbaut. Die Sprachqualität ist klar und für Team-Kommunikation völlig ausreichend – an podcast-taugliche Studioqualität reicht sie nicht heran, was für ein Gaming-Headset dieser Preisklasse aber auch nicht der Anspruch sein dürfte.

Konnektivität und Kompatibilität

Das Maxwell 2 verbindet sich wahlweise per beiliegendem USB-C-Dongle im latenzarmen 2,4-GHz-Funkbetrieb, per Bluetooth 5.3 oder kabelgebunden über USB-C beziehungsweise 3,5-mm-Klinke. Unterstützt werden zudem Auracast, LE Audio sowie hochauflösende Codecs wie LDAC. Ein Manko bleibt: 2,4-GHz-Funk und Bluetooth lassen sich nicht gleichzeitig oder manuell umschaltbar nutzen – wer etwa parallel Spielsound und ein Smartphone-Telefonat mischen möchte, muss auf andere Lösungen ausweichen.

Bei der räumlichen Audiowiedergabe unterscheiden sich die beiden Versionen: Die Xbox-Variante setzt auf eine mitgelieferte Dolby-Atmos-Lizenz, die PlayStation-Version nutzt stattdessen Sonys eigenes Tempest-3D-Audio-System. Wie räumlicher Klang bei Gaming-Headsets grundsätzlich funktioniert, erklären wir im Ratgeber zu Dolby Atmos beim Gaming.

Akkulaufzeit und Laden

Audeze gibt für das verbaute 1.800-mAh-Akkupack eine Laufzeit von über 80 Stunden an. Die Schnellladefunktion über USB-C liefert nach rund 20 Minuten wieder etwa 25 Prozent Kapazität, eine vollständige Ladung dauert etwa zwei Stunden.

Software: Audeze App

Über die Audeze App beziehungsweise Audeze HQ (verfügbar für Windows, macOS, iOS und Android) lassen sich unter anderem ein mehrbandiger Equalizer sowie weitere Klangeinstellungen anpassen. Für uns eine sinnvolle Ergänzung, mit der sich der werksseitig teils etwas spitze Hochtonbereich gezielt nachjustieren lässt.

Preis und Verfügbarkeit

Das Audeze Maxwell 2 ist seit Anfang 2026 erhältlich. In Deutschland liegt die unverbindliche Preisempfehlung bei 389 Euro für die PlayStation-Version und 439 Euro für die Xbox-Version, die zusätzlich die Dolby-Atmos-Lizenz enthält. In den USA werden 329 US-Dollar (PlayStation) beziehungsweise 349 US-Dollar (Xbox) aufgerufen. Beide Versionen sind zudem uneingeschränkt mit PC, Mac, iOS, Android sowie Nintendo Switch kompatibel. Wer aktive Geräuschunterdrückung benötigt, muss zur separat erhältlichen ANC-Variante greifen, die mit einem Aufpreis von rund 90 Euro gehandelt wird.

Für wen lohnt sich das Maxwell 2?

Das Maxwell 2 richtet sich klar an Spielerinnen und Spieler, denen Klangqualität wichtiger ist als RGB-Beleuchtung oder ein möglichst geringes Gewicht. Besonders für kompetitive Shooter, bei denen präzise Ortung über Sieg oder Niederlage entscheiden kann, liefert der Planarmagnet-Treiber einen echten Vorteil. Wer dagegen primär Wert auf ein möglichst leichtes Headset für lange Sessions legt oder mit dem Vorgängermodell bereits zufrieden ist, das inzwischen günstiger zu haben ist, bekommt beim Maxwell 2 kein Pflicht-Upgrade, sondern eher eine Detailverbesserung mit spürbar höherem Gewicht.

Fazit

Audeze bestätigt mit dem Maxwell 2 seinen Ruf als Klangreferenz unter den Gaming-Headsets: Auflösung, Ortungsgenauigkeit und Soundstage bewegen sich auf einem Niveau, das dynamische Treiber in dieser Preisklasse kaum erreichen. Das Maxwell 2 stellt seinen Vorgänger nicht in den Schatten, ist aber eine durchaus sinnvolle Weiterentwicklung mit Vorteilen im Detail – sowohl klanglich als auch beim Tragekomfort. Das höhere Gewicht sowie das Fehlen einer gleichzeitigen Bluetooth-/2,4-GHz-Nutzung bleiben dabei reale Kompromisse.

Zum Zeitpunkt dieses Tests hat Audeze mit dem Maxwell 2 ANC bereits eine Variante mit aktiver Geräuschunterdrückung angekündigt – eine aus unserer Sicht absolut interessante Erweiterung der Serie. Offen bleibt allerdings, wie gut sich diese ANC-Lösung in der Praxis tatsächlich schlägt; das lässt sich erst mit einem eigenen Test der ANC-Version abschließend beurteilen. Diesen werden wir in Kürze nachliefern.

Unterm Strich bleibt das Audeze Maxwell 2 für uns weiterhin eines der besten Gaming-Headsets am Markt – kein Pflicht-Upgrade für Besitzer des Vorgängers, aber für alle, die audiophilen Klang und einen entsprechend hochwertigen Auftritt suchen, eine klare Empfehlung.


FAQ

Hat das Audeze Maxwell 2 aktive Geräuschunterdrückung (ANC)? Nein, das reguläre Maxwell 2 bietet keine aktive Geräuschunterdrückung. Die geschlossene Bauweise dämmt Umgebungsgeräusche jedoch passiv-mechanisch gut ab. Wer ANC benötigt, findet dieses Festure bei der separat erhältlichen Maxwell 2 ANC-Version, die Audeze im Sommer 2026 nachgereicht hat.

Wie lange hält der Akku des Maxwell 2? Audeze gibt eine Akkulaufzeit von über 80 Stunden an.

Kann ich Bluetooth und 2,4-GHz-Funk gleichzeitig nutzen? Nein, das Maxwell 2 unterstützt keine gleichzeitige oder manuell umschaltbare Nutzung beider Verbindungswege.

Was kostet das Audeze Maxwell 2? Die unverbindliche Preisempfehlung liegt in Deutschland bei 389 Euro für die PlayStation-Version und 439 Euro für die Xbox-Version.

Für welche Plattformen ist das Maxwell 2 geeignet? Beide Versionen funktionieren mit PC, Mac, iOS, Android und Nintendo Switch. Die PlayStation-Version ist zusätzlich für PS5/PS4 optimiert (Tempest 3D Audio), die Xbox-Version für Xbox Series X|S (Dolby Atmos).

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