Kein Studio hat die Vorstellung von Open-World-Rollenspielen so geprägt wie Bethesda Game Studios. Mit Reihen wie The Elder Scrolls und Fallout schuf das Studio aus Maryland Welten, die Spieler über Jahrzehnte hinweg immer wieder zurückholen – Skyrim erscheint bis heute regelmäßig auf neuen Plattformen. Dieser Artikel zeichnet die Geschichte des Studios nach, von den Anfängen bis zur Gegenwart unter Microsoft.
Die Gründung: Von Bethesda Softworks zu Bethesda Game Studios
Bethesda Softworks wurde 1986 von Christopher Weaver in Maryland gegründet, zunächst mit Sportspielen und Lizenztiteln wie Terminator-Adaptionen. Den Grundstein für die spätere Identität des Studios legte 1994 The Elder Scrolls: Arena, der erste Teil einer Reihe, die das Studio bis heute prägt. Der Begriff „Bethesda Game Studios“ als eigenständige interne Entwicklungsmarke etablierte sich offiziell erst mit Morrowind im Jahr 2002 – zur Abgrenzung vom Mutterunternehmen Bethesda Softworks, das fortan als Publisher fungierte.
ZeniMax Media und die Konsolidierung
1999 gründeten Robert A. Altman und Christopher Weaver ZeniMax Media als Holding-Gesellschaft, unter deren Dach Bethesda Game Studios seither operiert. Diese Struktur erlaubte es dem Unternehmen, über die Jahre weitere Studios wie id Software, Arkane Studios und Tango Gameworks unter ein gemeinsames Dach zu bringen, auch wenn Bethesda Game Studios selbst stets der Kern für die hauseigenen Open-World-RPGs blieb.
Der Durchbruch: Morrowind und Oblivion
Morrowind (2002) brachte The Elder Scrolls erstmals einem breiten Publikum nahe, auch dank der gleichzeitigen Veröffentlichung für die Original-Xbox. Mit The Elder Scrolls IV: Oblivion (2006) gelang dann der endgültige Mainstream-Durchbruch: eine vollständig offene Welt, ein KI-System für Nicht-Spieler-Charaktere, das für seine Zeit als revolutionär galt, und eine Zugänglichkeit, die das Genre des Western-RPGs einem deutlich größeren Publikum öffnete als zuvor.
Fallout: Eine zweite Säule entsteht
2007 erwarb Bethesda die Rechte an der Fallout-Reihe von Interplay und übertrug die postapokalyptische Marke 2008 mit Fallout 3 in die eigene Open-World-Formel – mit durchschlagendem Erfolg. Fallout 4 (2015) baute das Crafting- und Siedlungssystem weiter aus. Mit Fallout 76 (2018) wagte sich das Studio erstmals an ein durchgehend Live-Service-Format mit Online-Multiplayer – ein holpriger Start mit technischen Problemen, der sich aber über Jahre kontinuierlicher Updates zu einem stabilen, respektierten Titel entwickelte.
Skyrim: Das Spiel, das nie aufhört zu erscheinen
The Elder Scrolls V: Skyrim (2011) wurde zu einem der kulturell einflussreichsten Spiele überhaupt und längst zu einem popkulturellen Running Gag, weil es seitdem auf praktisch jeder neuen Plattform erneut veröffentlicht wurde. Der kommerzielle und kulturelle Erfolg von Skyrim sicherte Bethesda Game Studios über ein Jahrzehnt kreative Unabhängigkeit und finanzielle Stabilität, während gleichzeitig die Erwartungen an einen echten Nachfolger stetig wuchsen.
Die Microsoft-Übernahme und Starfield
2021 übernahm Microsoft ZeniMax Media für rund 7,5 Milliarden US-Dollar und machte Bethesda Game Studios damit zu einem First-Party-Studio unter dem Xbox-Dach. Mit Starfield (2023) lieferte das Team danach seine erste komplett neue Marke seit 25 Jahren ab – ein Weltraum-RPG, das von Anfang an als Konsolen-exklusiv für Xbox sowie als Day-One-Titel im Game Pass positioniert wurde, was die veränderte strategische Rolle des Studios innerhalb von Microsofts Veröffentlichungsstrategie deutlich machte. Die Übernahme brachte aber auch Schattenseiten mit sich: 2024 schloss Microsoft mehrere Schwesterstudios im ZeniMax-Verbund, darunter Arkane Austin und Tango Gameworks – ein Einschnitt, der Teil der größeren Welle an Studioschließungen in der Branche jener Jahre war.
Ausblick: The Elder Scrolls VI
Der mit Abstand am sehnlichsten erwartete kommende Titel des Studios ist The Elder Scrolls VI, offiziell angekündigt, aber bislang ohne konkretes Erscheinungsdatum. Bis zur Veröffentlichung dürfte Skyrim seinen inoffiziellen Status als Spiel, das auf jeder erdenklichen Plattform neu erscheint, wohl weiter verteidigen.
Häufig gestellte Fragen zu Bethesda Game Studios
Ist Bethesda Game Studios dasselbe wie Bethesda Softworks?
Nein. Bethesda Softworks ist der Publisher, Bethesda Game Studios das interne Entwicklerteam, das unter anderem The Elder Scrolls, Fallout und Starfield herstellt. Beide gehören zu ZeniMax Media, das wiederum seit 2021 zu Microsoft gehört.
Welche Spiele hat Bethesda Game Studios entwickelt?
Zu den wichtigsten Titeln zählen The Elder Scrolls (ab Arena, 1994), Fallout 3, Fallout 4, Fallout 76 und Starfield. Frühere Fallout-Teile (1 und 2) sowie Spin-offs wie Fallout: New Vegas stammen dagegen von anderen Studios, auch wenn Bethesda die Marke als Publisher betreute.
Gehört Bethesda jetzt zu Microsoft?
Ja. Seit der Übernahme von ZeniMax Media im Jahr 2021 ist Bethesda Game Studios ein First-Party-Studio unter dem Xbox-Dach von Microsoft.
