Simsalasim

Simsalasim: Xing-Gründer startet 10-Euro-Tarif mit Flatrate

Ein neuer Mobilfunkanbieter will den deutschen Markt aufmischen: Simsalasim, gegründet von Xing-Gründer Lars Hinrichs, startet mit einem Tarif für 10 Euro im Monat. Enthalten sein soll unbegrenztes Datenvolumen ohne Drosselung, und zwar nicht nur in Deutschland, sondern in rund 100 Ländern. Der Testbetrieb läuft laut Handelsblatt in diesen Tagen an, für alle Kunden soll der Tarif in wenigen Wochen verfügbar sein.

Das steckt im Tarif

Simsalasim setzt komplett auf die eSIM, eine physische SIM-Karte gibt es nicht. Neben dem Datenvolumen in rund 100 Ländern sollen in etwa 50 Ländern auch Telefonate und SMS unbegrenzt enthalten sein. Eine wichtige Einschränkung gibt es allerdings: Das Smartphone darf nicht als Hotspot für Laptop oder Tablet genutzt werden. Angaben zu Geschwindigkeit, 5G und Vertragslaufzeit stehen noch aus.

Ein eigenes Funknetz betreibt Simsalasim nicht. In Deutschland nutzt der Anbieter Berichten zufolge das Netz von Telefónica, besser bekannt unter der Marke O2. Auch klassische Handyläden wird es nicht geben.

KI statt Callcenter

Günstig halten will Hinrichs den Preis vor allem durch ein sehr kleines Team. Nach Angaben der Bild-Zeitung arbeiten rund 25 Menschen für Simsalasim. Abrechnung, Marketing und Kundenservice sollen weitgehend von Software und KI erledigt werden. Hinrichs selbst sieht in der Branche seit Jahrzehnten kaum echte Innovation und bezeichnet sein Angebot als Angriff auf Telekom, Vodafone und viele weitere Anbieter.

Pikant ist die Vorgeschichte: Hinrichs saß mehr als zehn Jahre im Aufsichtsrat der Deutschen Telekom und schied erst im Frühjahr 2025 aus. Die Simsalasim-Gesellschaft wurde bereits im Oktober 2024 ins Handelsregister eingetragen, also noch während seiner Zeit im Aufsichtsrat. Laut Handelsblatt kommt das bei früheren Kollegen in Bonn nicht gut an.

Ob die Rechnung aufgeht, muss sich zeigen. Ein unbegrenzter Datentarif für 10 Euro liegt deutlich unter den Preisen der großen Netzbetreiber. Entscheidend dürfte sein, wie stabil Netz und Geschwindigkeit im Alltag sind und wie gut ein Kundenservice ohne Callcenter funktioniert.

Quelle: Handelsblatt, Bild, Frankfurter Allgemeine Zeitung

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