Bandai Namco hat ein Datenleck bestätigt: Rund 346.000 E-Mail-Adressen von Kunden sind bei einem Angriff auf einen externen Dienstleister abgeflossen. Das teilte das Unternehmen am 28. Oktober 2026 mit. Betroffen ist nicht das Netzwerk von Bandai Namco selbst, sondern der Mailversanddienstleister YmirLink.
Nur E-Mail-Adressen und interne IDs
Laut Bandai Namco wurden ausschließlich E-Mail-Adressen und interne Kundennummern erbeutet. Passwörter, Kreditkartendaten, Namen, Anschriften und Kaufverläufe seien nicht betroffen. Berichten zufolge geht es dabei vor allem um Mitglieder der Gundam-Plattform GUNDAM base. Das Unternehmen hat den Vorfall der japanischen Datenschutzbehörde gemeldet und den eigenen Mailversand vorerst ausgesetzt. Hinweise auf einen Missbrauch der Daten gibt es nach Angaben von Bandai Namco bislang nicht.
Dienstleister als Einfallstor
YmirLink hatte den Vorfall selbst bereits am 19. Oktober öffentlich gemacht. Der Anbieter versendet E-Mails für zahlreiche Unternehmen, darunter die Bahngesellschaften JR Central, JR West und JR Kyushu, die ebenfalls mögliche Datenabflüsse melden. Das Ausmaß des Angriffs wird laut Berichten inzwischen deutlich größer eingeschätzt als zunächst angenommen: Statt rund 9 Millionen Datensätzen ist von mehr als 51 Millionen die Rede. Bandai Namco und YmirLink untersuchen den Fall weiter.
Was bedeutet das für Spieler?
Auch ohne Passwörter sind E-Mail-Adressen wertvoll für Betrüger, denn sie ermöglichen gezielte Phishing-Mails im Namen von Bandai Namco. Das Unternehmen warnt deshalb ausdrücklich vor Mails, die sich als Bandai Namco ausgeben. Eigene Mitteilungen zu dem Vorfall würden keine Links im Text enthalten. Wer sich unsicher ist, sollte Nachrichten nicht per Klick verfolgen, sondern die Seite des Anbieters direkt aufrufen.
Ob auch Kunden außerhalb Japans betroffen sind, hat Bandai Namco nicht mitgeteilt. Die Meldung reiht sich in eine Serie von Angriffen auf die Branche ein: Erst vor wenigen Tagen hatten Sony und Warhorse Studios ähnliche Vorfälle gemeldet. Anders als bei DDoS-Angriffen geht es hier um den Diebstahl von Daten, der oft erst Wochen später Folgen zeigt.
Quelle: Mitteilung von Bandai Namco Entertainment
