Eine verfluchte Puppe, eine dämonische Nonne, ein Ehepaar, das seit über einem Jahrzehnt gegen das Böse antritt: Das Conjuring-Universum ist die erfolgreichste Horror-Filmreihe der Gegenwart. Wer neu einsteigen oder alles noch einmal schauen will, stolpert allerdings schnell über ein Problem. Die Filme sind nicht in der Reihenfolge erschienen, in der ihre Geschichten spielen. Hier findest du die Conjuring-Reihenfolge nach Kinostart und chronologisch, dazu die wahren Fälle hinter den Filmen und einen Blick auf das, was jetzt kommt. Denn mit The Conjuring: Unspoken erscheint am 13. Oktober 2026 erstmals ein eigenständiges Videospiel aus dem Universum.
Was gehört zum Conjuring-Universum?
Erfunden hat das Universum Regisseur James Wan, der die ersten beiden Hauptfilme inszenierte. Produzent Peter Safran war bei allen Teilen an Bord, verliehen werden die Filme von Warner Bros. bzw. New Line Cinema. Im Kern besteht das Franchise aus drei Strängen:
- Die Hauptreihe mit vier Filmen um die Dämonologen Ed und Lorraine Warren, gespielt von Patrick Wilson und Vera Farmiga.
- Die Annabelle-Trilogie rund um die besessene Puppe aus dem ersten Film.
- Die The-Nun-Filme über den Dämon Valak, der in Conjuring 2 erstmals auftaucht.
Dazu kommt Lloronas Fluch, ein Grenzfall: Der Film ist nur über eine Nebenfigur und eine kurze Anspielung mit dem Rest verbunden, weshalb ihn manche Zählungen weglassen. Rechnet man ihn mit, umfasst das Universum Stand Oktober 2026 zehn Kinofilme. Wer die Begriffe rund um Ableger und Vorgeschichten sortieren möchte, findet in unseren Erklärungen zu Spinoffs sowie zu Sequel und Prequel den passenden Überblick, denn das Conjuring-Universum arbeitet intensiv mit beidem.
Conjuring Reihenfolge nach Erscheinen
So sind die Filme in die deutschen Kinos gekommen:
| Nr. | Film | Jahr | Regie |
|---|---|---|---|
| 1 | Conjuring – Die Heimsuchung | 2013 | James Wan |
| 2 | Annabelle | 2014 | John R. Leonetti |
| 3 | Conjuring 2 | 2016 | James Wan |
| 4 | Annabelle 2 | 2017 | David F. Sandberg |
| 5 | The Nun | 2018 | Corin Hardy |
| 6 | Lloronas Fluch | 2019 | Michael Chaves |
| 7 | Annabelle 3 | 2019 | Gary Dauberman |
| 8 | Conjuring 3: Im Bann des Teufels | 2021 | Michael Chaves |
| 9 | The Nun II | 2023 | Michael Chaves |
| 10 | Conjuring 4: Das letzte Kapitel | 2025 | Michael Chaves |
Die Release-Reihenfolge hat einen klaren Vorteil: Du erlebst das Universum so, wie es gewachsen ist. Figuren wie Annabelle oder Valak tauchen zuerst als Nebenschauplatz in einem Hauptfilm auf und bekommen erst danach ihre eigene Hintergrundgeschichte. Gerade beim ersten Durchgang sorgt das für die stärkeren Aha-Momente.
Conjuring Reihenfolge chronologisch
Ordnet man die Filme nach der Zeit, in der ihre Handlung spielt, ergibt sich ein völlig anderes Bild. Die Timeline reicht von den 1950er- bis in die 1980er-Jahre:
| Nr. | Film | Handlung spielt |
|---|---|---|
| 1 | The Nun | 1952 |
| 2 | Annabelle 2 | 1955 (Prolog 1943) |
| 3 | The Nun II | 1956 |
| 4 | Annabelle | 1967 |
| 5 | Conjuring – Die Heimsuchung | 1971 |
| 6 | Annabelle 3 | 1972 |
| 7 | Lloronas Fluch | 1973 |
| 8 | Conjuring 2 | 1977 (Prolog 1976) |
| 9 | Conjuring 3: Im Bann des Teufels | 1981 |
| 10 | Conjuring 4: Das letzte Kapitel | überwiegend 1986 |
Ein Sonderfall ist Annabelle 2: Sein Prolog spielt 1943 und ist damit streng genommen das früheste Ereignis der gesamten Reihe. Da der Hauptteil aber 1955 angesiedelt ist, steht der Film in den meisten Übersichten hinter The Nun.
Welche Reihenfolge ist die richtige?
Für den ersten Durchgang empfiehlt sich die Release-Reihenfolge. Die Prequels setzen oft voraus, dass du Annabelle oder Valak bereits kennst, und einige Wendungen funktionieren nur, wenn du weißt, wohin die Reise geht. Die chronologische Reihenfolge lohnt sich vor allem beim Rewatch, wenn du die Zusammenhänge zwischen den Strängen bewusst nachvollziehen willst.
Wer wenig Zeit hat, kann sich auch auf die vier Hauptfilme beschränken. Sie bilden eine geschlossene Geschichte um die Warrens und funktionieren ohne die Spin-offs. Umgekehrt gilt das nicht ganz: Annabelle 3 etwa lebt stark davon, dass du die Warrens und ihr Artefaktzimmer aus den Hauptfilmen kennst.
Die Hauptreihe: Ed und Lorraine Warren
Conjuring – Die Heimsuchung (2013) erzählt vom Fall der Familie Perron, die 1971 in ein abgelegenes Farmhaus in Rhode Island zieht und dort von einer dämonischen Präsenz terrorisiert wird. James Wan setzt auf klassischen Spukhaus-Horror mit langsamem Spannungsaufbau statt auf Dauerschocks. Der Film wurde zum Überraschungserfolg und legte den Grundstein für alles Weitere.
Conjuring 2 (2016) verlegt die Handlung nach England. Im Mittelpunkt steht der sogenannte Enfield-Spuk, bei dem eine alleinerziehende Mutter und ihre Kinder in einem Londoner Vorort heimgesucht werden. Hier tritt erstmals die dämonische Nonne Valak auf, die so gut ankam, dass sie ihre eigene Filmreihe erhielt.
Conjuring 3: Im Bann des Teufels (2021) ist der Ausreißer der Reihe. Statt eines Spukhauses steht ein Mordfall im Zentrum: Ein junger Mann behauptet vor Gericht, ein Dämon habe ihn zur Tat getrieben. Mit Michael Chaves übernahm erstmals ein anderer Regisseur die Hauptreihe, die Kritiken fielen deutlich verhaltener aus als bei den Vorgängern.
Conjuring 4: Das letzte Kapitel (2025) ist der Abschied von Patrick Wilson und Vera Farmiga. Der Film basiert auf dem Fall der Familie Smurl in Pennsylvania und verknüpft ihn mit der Vergangenheit der Warrens und ihrer Tochter Judy. An den Kinokassen wurde er zum Rekord: Weltweit spielte er am Startwochenende rund 194 Millionen US-Dollar ein, der bis dahin stärkste Kinostart eines Horrorfilms. Auch in Deutschland war es mit rund 1,2 Millionen Besuchern der erfolgreichste Film des Universums.
Annabelle, The Nun und Llorona: die Spin-offs
Die Annabelle-Trilogie widmet sich der Porzellanpuppe, die im ersten Conjuring-Film in der Vitrine der Warrens sitzt. Annabelle (2014) erzählt, wie die Puppe zum Gefäß des Bösen wurde, Annabelle 2 (2017) blickt noch weiter zurück auf ihre Entstehung. Annabelle 3 (2019) spielt schließlich im Haus der Warrens selbst, wo die Puppe in einer Nacht ohne Aufsicht sämtliche verfluchte Artefakte erweckt. Der erste Teil gilt als schwächster der Reihe, Teil 2 als deutlich gelungener.
The Nun (2018) und The Nun II (2023) führen in ein rumänisches Kloster der 1950er-Jahre und später nach Frankreich. Im Mittelpunkt stehen Schwester Irene und der Dämon Valak. Beide Filme setzen stärker auf Gothic-Atmosphäre und Jump Scares als die Hauptreihe, kamen beim Publikum aber gut an.
Lloronas Fluch (2019) greift eine Figur aus der lateinamerikanischen Folklore auf: die weinende Frau, die ihre Kinder ertränkt hat und nun die Kinder anderer holt. Mit dem Rest des Universums verbindet ihn vor allem Pater Perez, der bereits in Annabelle auftrat. Wer nur die zusammenhängende Geschichte verfolgen will, kann diesen Film ohne Verlust auslassen.
Die wahren Fälle hinter den Filmen
Das Marketing der Reihe setzt seit dem ersten Teil auf den Zusatz, die Filme beruhten auf wahren Begebenheiten. Tatsächlich gab es Ed und Lorraine Warren: Das Ehepaar aus Connecticut untersuchte ab den 1950er-Jahren angebliche Spukfälle und gründete eine Organisation für paranormale Forschung. Ed Warren starb 2006, Lorraine 2019. Die echte Annabelle ist übrigens keine Porzellanpuppe, sondern eine Raggedy-Ann-Stoffpuppe, die jahrelang im Okkult-Museum der Warrens ausgestellt war.
Auch die Familien Perron und Smurl, der Enfield-Spuk und der Gerichtsfall aus Conjuring 3 sind reale Vorgänge, die damals große Medienaufmerksamkeit erhielten. Wie viel davon sich tatsächlich so abgespielt hat, ist allerdings höchst umstritten. Skeptiker werfen den Warrens seit Jahrzehnten vor, Fälle ausgeschmückt oder vermarktet zu haben, und die Filme nehmen sich ohnehin große dramaturgische Freiheiten. Die Spin-offs um Valak und Llorona sind weitgehend frei erfunden.
Conjuring und Videospiele: Von Fortnite zu Unspoken
Für ein Franchise dieser Größe hat Conjuring erstaunlich lange auf ein eigenes Spiel verzichtet. Zum Start von Conjuring 4 gab es lediglich eine thematische Fortnite-Map. Wer auf Steam auf The Conjuring House aus dem Jahr 2018 stößt, sollte sich nicht täuschen lassen: Das Indie-Horrorspiel des marokkanischen Studios RYM Games hat mit der Filmreihe nichts zu tun, es teilt sich nur den Namen.
Das ändert sich mit The Conjuring: Unspoken, das am 13. Oktober 2026 exklusiv bei Netflix erscheint. Entwickelt wird es von Supermassive Games, dem britischen Studio hinter Until Dawn und The Quarry. Die Wahl liegt nahe: Kaum ein Studio hat interaktive Horrorgeschichten mit Entscheidungen und filmreifer Inszenierung so geprägt.
Im Mittelpunkt steht nicht das Ehepaar Warren, sondern die Dämonologin Francesca Noakes, die im historischen Red Lion Inn in England ermittelt. Dort wird die trauernde Familie Cooper von einem Dämon heimgesucht, der sich von Trauer nährt. Gespielt wird per Cloud-Streaming auf dem Fernseher, das Smartphone dient als Controller und verwandelt sich in typische Geisterjäger-Ausrüstung wie EMF-Messgerät, Infrarotkamera und Spirit Box. Das erinnert an Koop-Geisterjagden wie Phasmophobia, ist aber als erzählerisches Einzelspiel angelegt. Vorkenntnisse aus den Filmen braucht es laut Netflix nicht, Fans sollen aber auf einige bekannte Gesichter treffen.
Spannend ist der Ansatz vor allem, weil er Horror-Fans ohne Konsole oder Gaming-PC erreichen soll. Wie Unspoken sich in die Landschaft der Geister- und Spukspiele einfügt, ordnet unser Erklärartikel zum Horror-Genre in Videospielen ein.
Wie geht es weiter?
Obwohl Conjuring 4 als letztes Kapitel vermarktet wurde, ist das Universum noch lange nicht am Ende. Warner Bros. hat mit The Conjuring: First Communion ein Prequel für den 10. September 2027 angesetzt. Regie führt Rodrigue Huart, die jungen Ed und Lorraine Warren werden von Garrett Wareing und Amanda Fix gespielt. Patrick Wilson und Vera Farmiga sind damit nicht mehr Teil der Kinoreihe.
Parallel entwickelt HBO Max eine Conjuring-Serie, die die Geschichte der Filme fortsetzen soll. Mit Nancy Won steht eine Showrunnerin fest, Besetzung, Handlung und Starttermin sind Stand Herbst 2026 aber noch offen. Einen offiziellen Film mit dem Titel Conjuring 5 gibt es bislang nicht.
Fazit
Das Conjuring-Universum ist in gut einem Jahrzehnt von einem einzelnen Spukhausfilm zur erfolgreichsten Horror-Reihe der Gegenwart gewachsen. Wer einsteigen will, fährt mit der Release-Reihenfolge am besten und kann die Spin-offs je nach Lust ergänzen oder weglassen. Mit Unspoken, dem Prequel 2027 und der geplanten Serie wächst das Universum jetzt in mehrere Richtungen gleichzeitig. Wer nach Conjuring noch mehr Horror-Klassiker für die Saison sucht, findet in unserem Überblick zur Halloween-Reihenfolge die nächste Filmreihe, die gerade ein neues Spiel bekommen hat.
Häufige Fragen zur Conjuring-Reihe
Wie viele Conjuring-Filme gibt es?
Zum Conjuring-Universum gehören Stand Oktober 2026 zehn Kinofilme: vier Hauptfilme, drei Annabelle-Filme, zwei The-Nun-Filme und Lloronas Fluch. Ohne den nur lose verbundenen Lloronas Fluch sind es neun. Die eigentliche Conjuring-Hauptreihe besteht aus vier Filmen.
In welcher Reihenfolge sollte man die Conjuring-Filme schauen?
Für den Einstieg empfiehlt sich die Reihenfolge nach Kinostart, beginnend mit Conjuring – Die Heimsuchung (2013). Chronologisch beginnt die Handlung mit The Nun, das 1952 spielt. Diese Reihenfolge eignet sich eher für einen zweiten Durchgang.
Beruhen die Conjuring-Filme auf wahren Begebenheiten?
Die Hauptfilme basieren lose auf realen Fällen der Dämonologen Ed und Lorraine Warren. Wie viel an diesen Fällen tatsächlich übernatürlich war, ist stark umstritten, und die Filme nehmen sich große dramaturgische Freiheiten. Die Spin-offs um Valak und Llorona sind weitgehend fiktiv.
Muss man die Filme kennen, um The Conjuring: Unspoken zu spielen?
Nein. Laut Netflix ist das Spiel ohne Vorkenntnisse verständlich. Es erzählt eine eigene Geschichte um die Dämonologin Francesca Noakes, Fans sollen aber auf bekannte Gesichter aus dem Universum stoßen.
Kommt ein Conjuring 5?
Ein Film mit dem Titel Conjuring 5 ist nicht angekündigt. Als nächster Kinofilm ist das Prequel The Conjuring: First Communion für den 10. September 2027 geplant, außerdem entwickelt HBO Max eine Serie.


