Alien

Das Alien-Universum: Alle Filme von 1979 bis heute im Überblick

Es gibt Filmmonster, und es gibt den Xenomorph. Seit 1979 jagt das Wesen aus der Feder von H.R. Giger über die Leinwand – durch die engen Korridore eines Frachtschiffs, durch eine verlassene Kolonie, durch ein Gefängnis am Ende des Universums und schließlich zurück zu den Fragen, woher es eigentlich kommt. Kaum eine Filmreihe hat so viele große Regisseure verschlissen: Ridley Scott, James Cameron, David Fincher, Jean-Pierre Jeunet, später Fede Álvarez und Noah Hawley. Jeder hat dem Franchise seinen eigenen Stempel aufgedrückt, und genau deshalb fühlt sich kein Alien-Film an wie der andere.

Das macht die Reihe spannend, aber auch unübersichtlich. Zwei Prequels, zwei Crossover mit dem Predator, ein Interquel und seit 2025 eine eigene Serie – da darf man schon mal fragen, in welcher Reihenfolge man das alles eigentlich schauen soll. Dieser Artikel sortiert das Alien-Universum nach Erscheinungsjahr und nach Handlungszeit und geht dann Film für Film durch die Reihe – mit einer ehrlichen Einschätzung, was jeder Teil kann und was nicht.

Alle Alien-Filme in der Reihenfolge

Hier findest du alle Filme des Alien-Universums auf einen Blick, dazu die Serie Alien: Earth. Die beiden AvP-Crossover sind mit aufgeführt, stehen aber – wie beim Predator – in einer Grauzone des offiziellen Kanons.

Reihenfolge nach Erscheinungsjahr

# Titel Jahr Regie Art
1 Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt 1979 Ridley Scott Film
2 Aliens – Die Rückkehr 1986 James Cameron Film
3 Alien 3 1992 David Fincher Film
4 Alien – Die Wiedergeburt 1997 Jean-Pierre Jeunet Film
5 Alien vs. Predator 2004 Paul W.S. Anderson Crossover
6 Aliens vs. Predator 2 2007 Colin & Greg Strause Crossover
7 Prometheus – Dunkle Zeichen 2012 Ridley Scott Prequel
8 Alien: Covenant 2017 Ridley Scott Prequel
9 Alien: Romulus 2024 Fede Álvarez Interquel
10 Alien: Earth (Staffel 1) 2025 Noah Hawley (Showrunner) Serie

Chronologische Reihenfolge der Handlung

Wer die Geschichte in der Reihenfolge der Ereignisse erleben möchte, beginnt nicht bei Ripley, sondern Jahrzehnte vor ihr – bei den Ingenieuren und dem Androiden David:

# Titel Handlungszeit
1 Prometheus – Dunkle Zeichen 2089 bis 2093
2 Alien: Covenant 2104
3 Alien: Earth 2120
4 Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt 2122
5 Alien: Romulus 2142
6 Aliens – Die Rückkehr 2179
7 Alien 3 2179
8 Alien – Die Wiedergeburt 2379

Hinweis zu den AvP-Filmen: Alien vs. Predator und Aliens vs. Predator 2 spielen in der Gegenwart des Jahres 2004 und wären damit chronologisch die frühesten Kapitel. Seit Prometheus und Alien: Covenant eine völlig andere Entstehungsgeschichte des Xenomorphs erzählen, lassen sich die beiden Crossover aber nicht mehr widerspruchsfrei in die Zeitlinie einordnen. Die meisten Fans behandeln sie deshalb als eigenen Seitenarm.

Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (1979)

Ridley Scotts zweiter Kinofilm ist im Kern ein Haunted-House-Film – nur dass das Haus ein Raumfrachter ist und das Gespenst sehr real. Die siebenköpfige Crew der Nostromo wird aus dem Kälteschlaf geweckt, weil der Bordcomputer ein Signal von einem unbekannten Mond empfangen hat. Dort finden sie ein abgestürztes Schiff, eine versteinerte Kreatur und eine Kammer voller Eier. Was dann passiert, gehört zu den bekanntesten Szenen der Filmgeschichte: Kane, gespielt von John Hurt, sitzt beim Essen, hustet, krampft – und dann bricht etwas aus seiner Brust.

Die Wirkung dieses Films speist sich aus Geduld. Scott lässt sich fast eine Stunde Zeit, bevor das Wesen überhaupt richtig in Erscheinung tritt. Er zeigt uns die Nostromo als dreckigen, verschwitzten Arbeitsplatz, auf dem sich müde Arbeiter über Bonuszahlungen streiten. Das ist kein glänzendes Star-Trek-Schiff, das ist ein fliegender Container, und genau diese Bodenständigkeit macht den Horror so glaubwürdig. Gigers Design tut sein Übriges: Der Xenomorph ist biomechanisch, sexuell aufgeladen und so fremdartig, dass das Gehirn ihn nie ganz zu fassen bekommt. Scott zeigt ihn meist nur in Fragmenten, im Schatten, im Flackern eines Notlichts.

Und dann ist da Sigourney Weaver als Ellen Ripley. Damals war es alles andere als selbstverständlich, dass die Figur, die überlebt, eine Frau ist, die nicht gerettet werden muss. Ripley ist pragmatisch, regelkonform und am Ende die Einzige, die klar denkt. Dazu kommt mit Ash, gespielt von Ian Holm, der erste Android der Reihe – und mit ihm das Motiv, das sich durch das gesamte Franchise ziehen wird: Die eigentliche Bedrohung ist nicht nur das Monster, sondern der Konzern, der es haben will. „Crew entbehrlich" – kaum eine Zeile fasst das Verhältnis von Weyland-Yutani zu seinen Angestellten besser zusammen.

Alien hat den Sci-Fi-Horror nicht erfunden, aber er hat ihn definiert. Fast fünf Jahrzehnte später gibt es keinen Film des Genres, der sich nicht an ihm messen lassen muss. 10/10

Aliens – Die Rückkehr (1986)

Wie macht man eine Fortsetzung zu einem Film, der schon perfekt ist? James Cameron hat darauf eine brillante Antwort gefunden: Man macht einfach einen anderen Film. Wo Alien Horror ist, ist Aliens Kriegsfilm. Wo es in Teil eins ein einziges Wesen gab, gibt es jetzt Hunderte. Der deutsche Untertitel trifft es gut – aber die eigentliche Rückkehr ist die von Ripley zu sich selbst.

57 Jahre treibt sie nach den Ereignissen auf der Nostromo im Kälteschlaf durchs All. Als man sie findet, ist ihre Tochter gestorben, ihre Geschichte glaubt niemand, und auf LV-426, dem Mond aus dem ersten Film, lebt inzwischen eine Kolonie. Als der Kontakt zu Hadley's Hope abbricht, fliegt Ripley mit einem Trupp Colonial Marines zurück. Die Marines sind laut, großspurig, schwer bewaffnet – und völlig überfordert. Cameron baut Figuren wie Hudson, Vasquez und Hicks so schnell und so lebendig auf, dass jeder Verlust sitzt.

Das emotionale Zentrum ist aber Newt, das kleine Mädchen, das als einzige Kolonistin überlebt hat. Durch sie bekommt Ripley etwas, das sie in Teil eins nicht hatte: jemanden, für den sie kämpft. Das Finale ist ein Duell zweier Mütter, Ripley im Power Loader gegen die Alien-Königin, die Cameron damit ganz nebenbei in die Mythologie eingeführt hat. Lance Henriksen als Android Bishop wiederum dreht das Motiv aus Teil eins elegant um: Hier ist der Synthetische vertrauenswürdig, der Mensch vom Konzern das Problem.

Aliens gilt vielen als der bessere Film, anderen als der schlechtere Alien-Film – beides lässt sich begründen. Unbestritten ist, dass er Actionkino in einer Weise geprägt hat, die bis heute in Filmen, Comics und Videospielen nachhallt. Ohne die Colonial Marines gäbe es halbe Shooter-Genres nicht. Sigourney Weaver bekam für die Rolle sogar eine Oscar-Nominierung als beste Hauptdarstellerin, was für einen Sci-Fi-Actionfilm der 80er bemerkenswert ist. 9/10

Alien 3 (1992)

Alien 3 beginnt mit einem Schlag in die Magengrube: Hicks und Newt, die beiden Figuren, die man am Ende von Aliens ins Herz geschlossen hatte, sterben noch im Vorspann bei der Bruchlandung der Rettungskapsel. Viele Fans haben dem Film das nie verziehen. Und man kann es verstehen – alles, was Ripley in Teil zwei erkämpft hat, wird mit einem Federstrich ausgelöscht.

Ripley strandet auf Fiorina 161, einem heruntergekommenen Gefängnisplaneten, auf dem eine Handvoll Schwerverbrecher einen eigenen, apokalyptisch-religiösen Glauben gefunden hat. Keine Waffen, keine Marines, kaum Technik. Ein einzelnes Alien, das diesmal aus einem Tier hervorgeht, macht Jagd auf die Insassen. Das ist ein bewusster Schritt zurück zum Minimalismus des Originals – und in seinen besten Momenten funktioniert das auch. Die rostigen Gänge, die kahlgeschorenen Köpfe, die Trostlosigkeit dieses Ortes haben eine eigene, bedrückende Qualität.

Das Problem ist die Produktion. David Fincher gab hier sein Kinodebüt, und das Studio hat ihm das Leben zur Hölle gemacht: Drehbuchänderungen während des Drehs, Eingriffe in den Schnitt, ein Film, zu dem sich der Regisseur später praktisch nicht mehr bekannte. Das sieht man. Die Kinofassung wirkt zerfahren, die Figuren bleiben austauschbar. Die 2003 veröffentlichte Assembly Cut kommt Finchers Vision deutlich näher und ist die Fassung, die man schauen sollte.

Was bleibt, ist ein Ende von echter Konsequenz. Ripley trägt eine Königin in sich und entscheidet sich für den Sprung in die Flammen, statt sich Weyland-Yutani auszuliefern. Als Abschluss einer Trilogie ist das mutig, düster und auf seine Art würdig. Als Film ist Alien 3 ein faszinierender Scherbenhaufen. 6,5/10

Alien – Die Wiedergeburt (1997)

Ripley ist tot – also klont man sie eben. 200 Jahre nach Alien 3 züchtet das Militär an Bord des Forschungsschiffs Auriga aus Blutproben eine neue Ripley, um an die Königin in ihr heranzukommen. Heraus kommt Klon Nummer acht: stärker, kälter, mit Säure im Blut und einer seltsamen Verbindung zu den Aliens. Sigourney Weaver spielt diese neue Ripley sichtbar mit Vergnügen, irgendwo zwischen Raubtier und Mensch, und das ist das Interessanteste am ganzen Film.

Das Drehbuch stammt von Joss Whedon, die Regie von Jean-Pierre Jeunet, der kurz zuvor mit Delicatessen und Die Stadt der verlorenen Kinder Aufsehen erregt hatte. Auf dem Papier eine spannende Kombination. Im Ergebnis beißen sich Whedons flapsige Söldner-Dialoge und Jeunets grotesker, fast comichafter Bildstil mit allem, wofür die Reihe bis dahin stand. Winona Ryder als Androidin Call, Ron Perlman als grobschlächtiger Schmuggler – die Besetzung ist bunt, die Figuren bleiben Karikaturen.

Es gibt starke Momente: die Unterwasserjagd durch die überflutete Kombüse etwa oder die verstörende Szene, in der Ripley die missglückten Klone eins bis sieben findet. Aber spätestens mit dem Newborn, einem Mensch-Alien-Hybriden mit traurigen Augen, kippt der Film ins Absurde. Die Wiedergeburt ist der Teil, in dem das Franchise zum ersten Mal nicht mehr wusste, was es eigentlich erzählen will. Danach war die Kinoreihe erst einmal auf Eis. 5,5/10

Alien vs. Predator (2004) und Aliens vs. Predator 2 (2007)

Die beiden Crossover-Filme haben wir bereits ausführlich in unserem Artikel über das Predator-Universum mit allen Filmen besprochen, deshalb hier nur das Wichtigste aus Alien-Sicht. Die Saat dafür wurde schon 1990 gelegt, als in Predator 2 ein Xenomorph-Schädel in der Trophäensammlung eines Yautja auftauchte. Comics und Videospiele griffen die Idee begeistert auf, bis Paul W.S. Anderson sie 2004 auf die Leinwand brachte.

Alien vs. Predator verlegt die Handlung in eine uralte Pyramide unter dem antarktischen Eis, in der Yautja seit Jahrhunderten Xenomorphen als Beute für ihre Initiationsjagden heranzüchten. Aus Alien-Sicht ist vor allem Lance Henriksen als Charles Bishop Weyland interessant – der Gründer des späteren Konzerns, gespielt vom Darsteller des Androiden Bishop. Das PG-13-Rating nimmt dem Xenomorph allerdings einen Großteil seines Schreckens. 7,5/10

Aliens vs. Predator 2 schließt unmittelbar an und lässt einen Alien-Predator-Hybriden auf eine amerikanische Kleinstadt los. Das R-Rating ist zurück, die Qualität leider nicht: Die Figuren sind egal, und große Teile des Films sind so dunkel, dass man schlicht nicht erkennt, was passiert. 6/10

Prometheus – Dunkle Zeichen (2012)

30 Jahre nach seinem Original kehrte Ridley Scott ins Universum zurück – und machte bewusst keinen klassischen Alien-Film. Prometheus fragt nicht, wie man das Monster tötet, sondern woher wir kommen. Im Jahr 2089 entdecken die Archäologen Elizabeth Shaw und Charlie Holloway identische Sternenkarten in Höhlenmalereien verschiedener antiker Kulturen. Sie deuten sie als Einladung unserer Schöpfer. Der greise Konzernchef Peter Weyland finanziert die Expedition zum Mond LV-223, denn er hat eigene Pläne: Er will seinen Schöpfern begegnen, um dem Tod zu entkommen.

Die Bilder sind überwältigend. Der Prolog mit dem Ingenieur am Wasserfall, die riesigen Hallen des fremden Schiffes, die Pyramide mit dem gigantischen Kopf – Scott hat nichts von seinem visuellen Gespür verloren. Und er hat Michael Fassbender. Dessen Android David ist die Entdeckung des Films: höflich, neugierig, kindlich und abgrundtief unheimlich. Er schaut sich Lawrence von Arabien an, färbt sich die Haare wie Peter O'Toole und vergiftet ganz nebenbei ein Crewmitglied, einfach um zu sehen, was passiert.

Leider sind die Menschen um ihn herum das genaue Gegenteil: Wissenschaftler, die einen fremden Planeten ohne Helm betreten, eine schlangenartige Kreatur streicheln wollen und vor einem umstürzenden, ringförmigen Raumschiff in gerader Linie weglaufen, statt zur Seite. Das Drehbuch wirft mehr Fragen auf, als es beantworten will, und das war sicher Absicht. Aber es wirkt oft nicht mysteriös, sondern schlicht unfertig. Prometheus ist ein großartig aussehender, ideenreicher und frustrierender Film, der im Rückblick mehr Freunde gefunden hat als bei seinem Start. 7/10

Alien: Covenant (2017)

Covenant ist der Versuch, zwei Filme in einem unterzubringen: die philosophische Fortsetzung von Prometheus und den klassischen Alien-Horror, den viele Fans dort vermisst hatten. Das Kolonieschiff Covenant ist mit 2.000 Siedlern im Kälteschlaf unterwegs nach Origae-6, als ein Unfall die Crew weckt. Ein aufgefangenes Signal führt sie auf einen scheinbar paradiesischen, näher gelegenen Planeten. Dort wartet David.

Und wieder ist Michael Fassbender das Beste am Film, diesmal gleich doppelt: als David und als dessen Nachfolgemodell Walter, der bewusst ohne Davids Kreativität und Eigenwillen gebaut wurde. Die Szenen zwischen den beiden, bis hin zum berühmten Flötenunterricht, sind großes, unbequemes Kino. Covenant verrät außerdem die zentrale Wendung des Prequel-Strangs: David hat die Ingenieure ausgelöscht und in seinem Labor jahrelang an einer perfekten Kreatur gearbeitet. Der Xenomorph ist in dieser Lesart kein uraltes Raubtier, sondern das Werk einer Maschine, die ihre eigenen Schöpfer verachtet.

Genau diese Idee spaltet die Fangemeinde bis heute. Viele empfinden es als Entzauberung, dass das größte Mysterium des Kinos plötzlich eine Laborarbeit ist. Und der Horror-Anteil fällt enttäuschend aus: Die Crew handelt erneut ohne jede Vorsicht, die CGI-Xenomorphe erreichen nie die physische Präsenz des Originals, und Katherine Waterston als Daniels hat kaum Gelegenheit, aus Ripleys Schatten zu treten. Das Ende ist bitter und konsequent, aber die geplante Fortsetzung kam nie. 6/10

Alien: Romulus (2024)

Nach Covenant schien das Kino-Franchise festgefahren – bis Fede Álvarez, bekannt durch das Evil-Dead-Remake und Don't Breathe, einen Film vorlegte, der ganz bewusst zurück zu den Wurzeln geht. Romulus spielt im Jahr 2142, also genau zwischen Alien und Aliens, und erzählt die Geschichte einer Gruppe junger Kolonisten auf der ewig dunklen Minenwelt Jackson's Star. Weyland-Yutani hat Rain Carradines Arbeitsvertrag einseitig verlängert, ein Entkommen scheint unmöglich. Da entdecken sie eine verlassene Raumstation im Orbit, deren Kälteschlafkapseln ihr Ticket in die Freiheit sein könnten.

Was folgt, ist straffer, handgemachter Horror mit echten Kulissen, animatronischen Facehuggern und einer Spannungskurve, die kaum Luft zum Atmen lässt. Cailee Spaeny als Rain und vor allem David Jonsson als ihr synthetischer Bruder Andy tragen den Film. Die Beziehung der beiden, und wie ein Software-Update Andy von einem Moment auf den nächsten zu jemand anderem macht, ist das emotionale Herz von Romulus. Die Szene in der Schwerelosigkeit mit dem Säureblut gehört zu den besten Ideen, die die Reihe seit Jahrzehnten hatte.

Kritik gibt es trotzdem. Romulus zitiert seine Vorgänger fast schon zwanghaft: Dialogzeilen, Einstellungen, ganze Situationen stammen aus Alien und Aliens. Und die digitale Wiederbelebung von Ian Holms Gesicht für den Androiden Rook ist technisch holprig und ethisch zumindest diskussionswürdig. Das Finale mit einer neuen Hybrid-Kreatur wiederum ist die stärkste Verbindung zu Prometheus und teilt das Publikum ähnlich wie der Newborn damals. Trotzdem: Romulus hat bewiesen, dass der Xenomorph im Kino wieder funktioniert. Der Film spielte weltweit rund 350 Millionen US-Dollar ein und war für einen Oscar für die besten visuellen Effekte nominiert. 8/10

Alien: Earth (2025) – die erste Serie

Mit Alien: Earth hat das Franchise 2025 zum ersten Mal den Sprung ins Serienformat gewagt. Showrunner ist Noah Hawley, der mit Fargo und Legion bereits bewiesen hat, dass er bekannte Vorlagen eigenwillig weiterdenken kann. In Deutschland lief die erste Staffel mit acht Folgen exklusiv bei Disney+.

Die Serie spielt im Jahr 2120, zwei Jahre vor dem ersten Film, und zum ersten Mal auf der Erde selbst. Die Welt wird von fünf Konzernen regiert, Weyland-Yutani ist nur einer davon. Der Tech-Konzern Prodigy hat einen Weg gefunden, das Bewusstsein todkranker Kinder in synthetische Körper zu übertragen. Die erste dieser Hybriden nennt sich Wendy – und als ein Forschungsschiff von Weyland-Yutani mitten in Prodigys Stadt abstürzt, wird sie mit ihren „Lost Boys" zur Rettungsmission geschickt. An Bord: der Xenomorph und eine ganze Reihe weiterer, völlig neuer Kreaturen.

Hawley erweitert das Universum mutig. Die Peter-Pan-Motive, die Frage, was einen Menschen ausmacht, und das Augen-Wesen aus der Schiffsfracht gehören zum Originellsten, was das Franchise seit Langem hervorgebracht hat. Nicht jeder Handlungsstrang wird dabei zu Ende gedacht, und in der zweiten Hälfte verliert die Staffel an Tempo. Die Serie wurde im November 2025 um eine zweite Staffel verlängert, die derzeit in London gedreht wird. 7,5/10

Wie geht es mit Alien weiter?

Das Franchise ist so lebendig wie lange nicht, aber auch so unübersichtlich. Ein Stand von September 2026:

Alien: Romulus 2: Die Fortsetzung mit Rain und Andy hat grünes Licht, steckt aber fest. Fede Álvarez hat die Regie abgegeben und ist nur noch als Produzent an Bord, ein neuer Regisseur ist nicht offiziell bestätigt, und zwischenzeitlich wurde sogar über ein Aus spekuliert. Das Studio hat dem widersprochen – ein Starttermin existiert aber nicht.

Ridley Scotts neuer Alien-Film: Scott hat angekündigt, zurück ins Franchise zu gehen und dort anzuknüpfen, wo Covenant aufgehört hat. Im Mittelpunkt soll erneut Michael Fassbenders David stehen. Wie sich das mit Romulus 2 verträgt, ist offen.

Alien: Earth Staffel 2: Die Dreharbeiten laufen, mit Peter Dinklage als prominentem Neuzugang. Ein Starttermin steht noch aus, realistisch ist frühestens 2027.

Und auch bei den Spielen tut sich etwas: Alien: Isolation 2 wurde im Juni 2026 offiziell vorgestellt und war auf der Gamescom erstmals anspielbar. Alle Spiele des Franchise stellen wir in unserem Überblick über die Alien-Videospiele vor.

Die Reihe im Überblick

Kaum ein Franchise hat sich so oft neu erfunden wie Alien. Ein Haunted-House-Film im All, ein Kriegsfilm, ein Gefängnisdrama, eine groteske Klonsatire, zwei Monster-Crossover, eine philosophische Schöpfungsgeschichte und schließlich eine Rückbesinnung auf die Wurzeln. Das Ergebnis ist eine Reihe mit zwei der besten Genrefilme aller Zeiten am Anfang und einem langen, holprigen Weg danach. Dass Romulus und Alien: Earth das Monster wieder ernst nehmen, ist die beste Nachricht seit Jahren.

Titel Jahr Regie Wertung
Alien 1979 Ridley Scott 10/10
Aliens – Die Rückkehr 1986 James Cameron 9/10
Alien 3 1992 David Fincher 6,5/10
Alien – Die Wiedergeburt 1997 Jean-Pierre Jeunet 5,5/10
Alien vs. Predator 2004 Paul W.S. Anderson 7,5/10
Aliens vs. Predator 2 2007 Colin & Greg Strause 6/10
Prometheus – Dunkle Zeichen 2012 Ridley Scott 7/10
Alien: Covenant 2017 Ridley Scott 6/10
Alien: Romulus 2024 Fede Álvarez 8/10
Alien: Earth (Staffel 1) 2025 Noah Hawley 7,5/10

Häufige Fragen zum Alien-Franchise

Wie viele Alien-Filme gibt es?

Es gibt sieben Filme der Hauptreihe: Alien (1979), Aliens – Die Rückkehr (1986), Alien 3 (1992), Alien – Die Wiedergeburt (1997), Prometheus (2012), Alien: Covenant (2017) und Alien: Romulus (2024). Rechnet man die beiden Crossover Alien vs. Predator (2004) und Aliens vs. Predator 2 (2007) dazu, sind es neun. Außerdem gibt es seit 2025 die Serie Alien: Earth.

In welcher Reihenfolge sollte man die Alien-Filme schauen?

Für die meisten ist die Reihenfolge nach Erscheinungsjahr die beste Wahl, weil die Prequels viele Anspielungen enthalten, die erst mit Kenntnis des Originals wirken. Chronologisch nach Handlung lautet die Reihenfolge: Prometheus (2093), Alien: Covenant (2104), Alien: Earth (2120), Alien (2122), Alien: Romulus (2142), Aliens (2179), Alien 3 (2179) und Alien – Die Wiedergeburt (2379).

Was ist die beste Reihenfolge für Einsteiger?

Starte mit Alien (1979) und Aliens (1986) – die beiden Klassiker zeigen am besten, was das Franchise ausmacht. Danach bietet sich Alien: Romulus an, der zeitlich genau dazwischen spielt und sich wie ein moderner Bonus-Film zu den beiden anfühlt. Wer dann noch Lust hat, schaut Prometheus und Covenant für die Hintergründe.

Gehören Prometheus und Alien: Covenant zur Alien-Reihe?

Ja. Beide Filme stammen von Ridley Scott und sind offizielle Prequels, die vor dem ersten Alien spielen. Prometheus zeigt den Xenomorph noch nicht in seiner bekannten Form, erzählt aber die Vorgeschichte der Ingenieure. Covenant verbindet diesen Strang mit dem klassischen Alien und klärt, wie das Wesen entstanden ist.

Sind die Alien-vs.-Predator-Filme Kanon?

Offiziell wurden die beiden AvP-Filme nie aus dem Kanon gestrichen, sie passen aber seit Prometheus und Covenant nicht mehr widerspruchsfrei in die Zeitlinie. Die meisten Fans behandeln sie als eigenständigen Seitenarm. Mehr dazu findest du in unserem Überblick über das Predator-Universum.

Wo spielt Alien: Romulus in der Zeitlinie?

Alien: Romulus spielt im Jahr 2142 und damit genau zwischen Alien (2122) und Aliens (2179). Der Film knüpft direkt an die Ereignisse auf der Nostromo an und ist ohne Vorwissen verständlich, entfaltet seine volle Wirkung aber erst, wenn man die beiden ersten Filme kennt.

Gibt es Alien-Videospiele?

Ja, und zwar eine ganze Menge – einen vollständigen Überblick findest du in unserem Artikel über alle Alien-Spiele von 1982 bis heute. Der beste Titel ist Alien: Isolation (2014) von Creative Assembly, ein Survival-Horror-Spiel, das die Atmosphäre des ersten Films nahezu perfekt einfängt. Weitere Titel sind Aliens: Colonial Marines (2013), Aliens: Fireteam Elite (2021), Aliens: Dark Descent (2023) und das VR-Spiel Alien: Rogue Incursion (2024). Die Fortsetzung Alien: Isolation 2 wurde 2026 für PS5, Xbox Series X/S, Nintendo Switch 2 und PC angekündigt, ein Termin steht noch aus. Wer mehr über das Genre wissen will, findet in unserem Artikel zum Horror-Genre in Videospielen einen Überblick.

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