Warum musste BioWare schließen? Der Bloomberg-Journalist Jason Schreier liefert dazu eine Antwort: EA soll sich bei der Planung zwischen dem nächsten Mass Effect und einem neuen Star Wars Battlefront entschieden haben – und das Star-Wars-Projekt gewählt haben. Schreier beruft sich auf Quellen mit Einblick in die Strategie von EA und BioWare. Eine offizielle Stellungnahme des Konzerns gibt es dazu nicht.
Zwei teure Spiele, ein Budget
Laut Schreier hatte EA in seiner Planung zwei Sci-Fi-Actionspiele, die jeweils mehrere hundert Millionen Dollar gekostet hätten: das neue Mass Effect und Star Wars Battlefront 3. EA habe sich für die vermeintlich weniger riskante Wette entschieden. Bemerkenswert dabei: Battlefront 3 soll von DICE und Respawn entwickelt werden, aber noch nicht einmal in die eigentliche Entwicklung gegangen sein. Das Projekt sei aus Gesprächen mit Lucasfilm vor einigen Monaten entstanden, nachdem das Interesse an Battlefront 2 wieder gestiegen war. Zuvor hatten andere Medien berichtet, das Spiel sei bei beiden Studios bereits in Arbeit.
Mass Effect war früh dran, aber klein besetzt
Am neuen Mass Effect arbeiteten Schreier zufolge nur rund 50 BioWare-Mitarbeiter, und es befand sich in einer relativ frühen Phase. Um es fertigzustellen, hätte es ein deutlich größeres Team oder externe Hilfe gebraucht. Viel Zeit sei verloren gegangen, weil Entwickler anderthalb bis zwei Jahre bei Dragon Age: The Veilguard aushalfen. Dazu kam die Bilanz des Studios mit Mass Effect: Andromeda, Anthem und Veilguard, die hinter den Erwartungen blieben.
Hintergrund ist auch die Finanzlage des Konzerns: EA gehört nach einer milliardenschweren Übernahme durch ein Investorenkonsortium inzwischen Investoren und trägt Schulden von rund 18 Milliarden US-Dollar. Schreier nennt die Entscheidung für Battlefront 3 den wichtigsten, aber nicht den einzigen Grund für das Aus. Spekulationen über politische Motive weist er zurück: Es gehe um Geld.
Was bedeutet das für Fans?
Schreier zufolge behalten große Publisher die Rechte an bekannten Marken meist, falls sie später nützlich werden. Das dämpft Hoffnungen auf einen schnellen Verkauf, über den zuletzt Mark Darrah spekuliert hatte. Die #SaveMassEffect-Petition nähert sich inzwischen 300.000 Unterschriften. Weiter in Arbeit bleibt die Mass-Effect-Serie bei Amazon.
Laut Bericht verlor zudem Laura Miele, eine wichtige Fürsprecherin von BioWare, an Einfluss. Mehr Gewicht bekamen David Tinson und Cam Weber, die aus dem Sportbereich von EA kommen. Wer die Hintergründe nachlesen will, findet sie in unseren Übersichten zur Mass-Effect-Reihe und zu BioWare.
Quelle: Bericht von Jason Schreier (Bloomberg)
