Nach der Schließung von BioWare ist die Zukunft von Dragon Age offener denn je. Mark Darrah, langjähriger Executive Producer der Rollenspielreihe, hält es inzwischen für möglich, dass EA die Marke verkauft – statt sie dauerhaft ruhen zu lassen. Seine Einschätzung teilte er auf seinem YouTube-Kanal Mark Darrah on Games.
EA vor der Wahl: verkaufen oder einlagern
EA hatte am 21. Oktober 2026 im Zuge eines größeren Umbaus das Aus für das kanadische Studio verkündet. Rund 400 Stellen fallen konzernweit weg, etwa 50 davon bei BioWare. Auch die frühe Entwicklung am nächsten Mass Effect wurde eingestellt. Die Rechte an Dragon Age, Mass Effect und Jade Empire liegen weiterhin vollständig bei EA, da BioWare eine hundertprozentige Tochter war.
Genau darin sieht Darrah einen möglichen Wendepunkt. Da intern niemand mehr an den Reihen arbeite, könne ein Verkauf für EA attraktiver werden. Ebenso gut sei aber denkbar, dass der Publisher die Marken schlicht im Archiv verschwinden lässt. Schnell werde eine Entscheidung ohnehin nicht fallen: Aktuell befinde sich EA im Sparmodus. Erst wenn der Konzern wieder stärker auf Einnahmen setze, würde ein Verkauf der Lizenzen laut Darrah wahrscheinlicher.
Leichter Kurswechsel gegenüber dem Sommer
Bemerkenswert ist der Ton. Noch im Juli 2026 hatte Darrah Dragon Age bei EA praktisch abgeschrieben und dem Konzern vorgeworfen, eher wie ein Finanzinvestor zu agieren als wie ein Spielehersteller. Daran ändert sich im Kern nichts: Unter dem Dach von EA rechnet er weiterhin nicht mit neuen Teilen. Neu ist die Perspektive, dass die Reihe bei einem anderen Rechteinhaber weiterleben könnte.
Darrah war von 1997 bis 2021 bei BioWare und prägte Dragon Age über mehrere Teile hinweg. Zuletzt äußerte er sich auch ausführlich dazu, wie wechselnde Vorgaben von EA die Entwicklung von Dragon Age: The Veilguard belastet hätten – das Spiel war im Herbst 2024 erschienen und blieb hinter den Erwartungen vieler Fans zurück.
Was bedeutet das für Fans?
Kurzfristig erst einmal nichts. Einen Käufer nennt Darrah nicht, und EA hat keinerlei Verkaufsabsichten angekündigt. Ein neuer Eigentümer wäre zudem keine Garantie für bessere Spiele, würde aber neue Teile überhaupt erst wieder möglich machen. Gleiches gilt für Mass Effect, für das sich Fans nach dem BioWare-Aus bereits per Petition starkmachen. Bis klar ist, ob EA die Rechte abgibt oder behält, bleiben beide Reihen damit vorerst auf Eis.
Quelle: Mark Darrah on Games (YouTube)
