Anthropic

Claude-Modelle erklärt: Von Claude 1 bis Opus 5.5 und Fable 5.1

Aktualisiert am 10. Oktober 2026: neue Claude-5.5-Generation mit Opus 5.5, Sonnet 5.5 und Haiku 5.5, aktuelle API-Preise und Abo-Stufen.

Wer heute „Claude“ sagt, meint selten ein einziges Modell. Hinter dem Namen steckt eine ganze Familie von Sprachmodellen des US-Unternehmens Anthropic, mit Bezeichnungen wie Opus, Sonnet, Haiku und seit Juni 2026 auch Fable und Mythos. Wer da den Überblick verloren hat, ist nicht allein: Allein zwischen Ende September und Anfang Oktober 2026 hat Anthropic drei neue Modelle veröffentlicht. Dieser Artikel ordnet die komplette Modell-Landschaft ein, von den Anfängen bis zum aktuellen Stand, und wird bei jedem größeren Release aktualisiert.

Die aktuellen Claude-Modelle auf einen Blick

Stand Oktober 2026 bietet Anthropic vier allgemein verfügbare Modelle an. Alle verarbeiten Text und Bilder, verfügen über ein Kontextfenster von einer Million Tokens, können bis zu 128.000 Tokens am Stück ausgeben und haben einen verlässlichen Wissensstand bis Juni 2026.

Modell Erschienen Gedacht für API-Preis (Input/Output pro 1 Mio. Tokens)
Claude Fable 5.1 1. September 2026 besonders anspruchsvolles Reasoning, lange autonome Aufgaben 10 $ / 50 $
Claude Opus 5.5 22. September 2026 lange agentische Coding- und Wissensarbeit, empfohlener Standard 4 $ / 20 $
Claude Sonnet 5.5 28. September 2026 beste Balance aus Tempo und Leistung 2 $ / 10 $
Claude Haiku 5.5 7. Oktober 2026 hohe Volumen, schnelle Routineaufgaben ab 0,10 $ / 0,50 $

Daneben existiert mit Claude Mythos 5.1 ein Modell, das nur ausgewählten Organisationen zur Verfügung steht. Was es damit auf sich hat, erklärt der Abschnitt zur Mythos-Klasse weiter unten.

Claude vs. Anthropic: Was ist eigentlich was?

Anthropic ist das 2021 gegründete US-Unternehmen hinter der Technologie, gegründet von ehemaligen OpenAI-Mitarbeitern rund um die Geschwister Dario und Daniela Amodei. Claude ist der Name der Modellfamilie und gleichzeitig der App, über die man mit diesen Modellen arbeitet. Das Verhältnis ist vergleichbar mit OpenAI und ChatGPT, dessen Modelle wir im Überblick zu den ChatGPT-Modellen erklären. In der Claude-App oder über die API kann man je nach Abo zwischen mehreren Modellen wählen, die sich in Geschwindigkeit, Kosten und Leistung unterscheiden.

Die Modell-Historie: Von Claude 1 bis Claude 4

Der erste öffentliche Claude-Assistent erschien am 14. März 2023, zusammen mit dem schlankeren Claude Instant. Im Juli 2023 folgte Claude 2 mit einer öffentlichen Chat-Oberfläche und einem für damalige Verhältnisse großen Kontextfenster von 100.000 Tokens. Claude 2.1 verdoppelte es im November 2023 auf 200.000 Tokens und brachte erstmals System-Prompts und eine frühe Werkzeug-Nutzung mit.

Den entscheidenden Umbruch brachte Claude 3 im März 2024. Erstmals staffelte Anthropic eine Generation in drei benannte Größenklassen: Opus als leistungsstärkstes, Sonnet als ausgewogenes und Haiku als schnellstes und günstigstes Modell. Dieses Drei-Klassen-Prinzip ist bis heute das Grundgerüst der Familie geblieben, inzwischen ergänzt um eine vierte Klasse oberhalb von Opus.

Mit Claude 3.5 Sonnet (Juni 2024, überarbeitet im Oktober 2024) rückten Coding, Bildverständnis und eine erste Computer-Use-Funktion in den Fokus. Im Februar 2025 folgte Claude 3.7 Sonnet mit einem zuschaltbaren „Extended Thinking“ für gründlicheres, mehrstufiges Nachdenken, zeitgleich erschien Claude Code als Forschungsvorschau. Mit Opus 4 und Sonnet 4 startete im Mai 2025 die vierte Generation, die den Schwerpunkt auf agentisches Arbeiten legte: Modelle, die eigenständig mehrere Schritte planen, Werkzeuge nutzen und über lange Zeit an einer Aufgabe bleiben. Über Zwischenschritte wie Opus 4.1, Sonnet 4.5, Haiku 4.5 und Opus 4.6 bis 4.8 baute Anthropic diese Fähigkeiten weiter aus.

Die Claude-5-Generation: Sonnet 5 und Opus 5

Am 30. Juni 2026 erschien Claude Sonnet 5, am 24. Juli 2026 folgte Claude Opus 5. Beide brachten ein Kontextfenster von rund einer Million Tokens mit, Opus 5 zusätzlich ein standardmäßig aktiviertes „Adaptive Thinking“, bei dem das Modell selbst entscheidet, wie lange es über eine Aufgabe nachdenkt. Als kleinstes Modell blieb in dieser Phase noch Haiku 4.5 im Angebot. Die Claude-5-Modelle waren allerdings nur wenige Monate das Maß der Dinge: Im Herbst 2026 hat Anthropic die komplette Dreierreihe durch die 5.5-Generation ersetzt.

Die Claude-5.5-Generation: Opus, Sonnet und Haiku im Detail

Claude Opus 5.5

Den Anfang machte am 22. September 2026 Claude Opus 5.5. Laut Anthropic erreicht es bei den meisten Aufgaben das Niveau des deutlich teureren Fable 5.1 und ist im Betrieb rund 40 Prozent günstiger als Opus 5. Der API-Listenpreis sank von 5 auf 4 US-Dollar pro Million Input-Tokens und von 25 auf 20 US-Dollar pro Million Output-Tokens, den Rest der Ersparnis erklärt Anthropic mit effizienterer Arbeitsweise. In der eigenen Entwicklerdokumentation empfiehlt Anthropic Opus 5.5 inzwischen als Ausgangspunkt für die meisten Anwendungen. Erst wenn Opus 5.5 selbst bei höchster Denkstufe nicht reicht, soll man zu Fable 5.1 greifen.

Claude Sonnet 5.5

Sechs Tage später, am 28. September 2026, folgte Claude Sonnet 5.5. Anthropic beschreibt es als klares Upgrade gegenüber Sonnet 5: rund 30 Prozent schneller und bei den meisten Aufgaben bis zu 30 Prozent günstiger. Der Listenpreis blieb mit 2 und 10 US-Dollar pro Million Tokens gleich. Mit dem Start von Haiku 5.5 hat Anthropic zusätzlich den Preis für Cache-Lesezugriffe bei Sonnet 5.5 halbiert, was agentische Arbeit laut Anthropic um weitere rund 20 Prozent verbilligt. Sonnet 5.5 ist damit das Modell für alle, die viel mit Claude arbeiten und dabei auf Tempo achten.

Claude Haiku 5.5

Am 7. Oktober 2026 schloss Claude Haiku 5.5 die Lücke am unteren Ende und löste das über ein Jahr alte Haiku 4.5 ab. Anthropic nennt es das günstigste, schnellste und leistungsfähigste kleine Modell, das das Unternehmen bisher veröffentlicht hat. Gedacht ist Haiku 5.5 für Aufgaben mit hohem Volumen wie Zusammenfassungen, Datenbankabfragen und Klassifizierungen, für schnellen Kundensupport und als Hilfsagent, der Opus 5.5 oder Sonnet 5.5 bei Coding-Aufgaben zuarbeitet.

Neu ist das gestaffelte Preismodell: Bei Anfragen bis 100.000 Tokens kostet Haiku 5.5 nur 0,10 US-Dollar pro Million Input- und 0,50 US-Dollar pro Million Output-Tokens, bei längeren Anfragen 0,50 beziehungsweise 2,50 US-Dollar. Zum Vergleich: Haiku 4.5 lag bei 1 und 5 US-Dollar. Laut Anthropic betreffen rund 90 Prozent aller Anfragen an Haiku den günstigeren Bereich, im Schnitt sinken die Kosten um etwa 75 Prozent.

Fable 5.1 und Mythos: Die Klasse oberhalb von Opus

Am 9. Juni 2026 führte Anthropic mit Claude Fable 5 eine neue Modellklasse ein, die oberhalb von Opus angesiedelt ist. Parallel erschien Claude Mythos 5 als eingeschränkt zugängliche Variante desselben zugrunde liegenden Modells, zunächst nur für ausgewählte, vertrauenswürdige Organisationen im Rahmen des Programms „Project Glasswing“. Am 1. September 2026 folgte die Version 5.1.

Fable 5.1 und Mythos 5.1 teilen sich denselben Modellkern. Der Unterschied: Fable 5.1, die allgemein zugängliche Version, hat zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen für heikle Bereiche wie Biologie, Cybersicherheit und KI-Forschung. Mythos 5.1 bleibt ausgewählten Organisationen vorbehalten. Fable 5.1 ist weiterhin das leistungsstärkste allgemein verfügbare Claude-Modell und richtet sich an besonders anspruchsvolles Reasoning und lange autonome Arbeitsläufe. Seit Opus 5.5 in vielen Aufgaben nahezu gleichzieht, lohnt sich der Aufpreis aber vor allem dort, wo es wirklich auf die letzte Leistungsstufe ankommt.

Die Export-Kontrollen-Episode im Juni 2026

Kurz nach dem Start von Fable 5 und Mythos 5 musste Anthropic den Zugriff auf beide Modelle am 12. Juni 2026 vorübergehend sperren, um Exportkontrollen des US-Handelsministeriums einzuhalten. Am 30. Juni 2026 hob das Ministerium die Kontrollen wieder auf, ab dem 1. Juli 2026 stellte Anthropic den Zugriff wieder her. Die offizielle Stellungnahme des Unternehmens findet sich auf anthropic.com.

Namensgebung im Vergleich

Anthropic ist nicht der einzige Anbieter, der seine Generationen in benannte Varianten aufteilt. OpenAI nutzt seit GPT-5.6 Eigennamen wie Luna, Sol und Astra, Google ordnet seine Gemini-Modelle nach Größenklassen wie Pro und Flash. Der Trend ist überall ähnlich: ein besonders starkes Flaggschiff, ein schnelleres Alltagsmodell und ein günstiges Einstiegsmodell. Bei Claude kommt mit Fable und Mythos eine zusätzliche Klasse oberhalb des Flaggschiffs hinzu. Eine Besonderheit der 5.5-Generation: Anthropic hat alle drei Standardklassen innerhalb von gut zwei Wochen erneuert, statt sie wie bisher über Monate zu verteilen.

Mehr als nur Chat: Claude Code, MCP und Agenten

Neben der Chat-Funktion hat sich Claude zu einer Plattform für agentisches Arbeiten entwickelt. Claude Code, seit Februar 2025 verfügbar, liest komplette Codebasen, schreibt Dateien, führt Befehle aus und verwaltet Git-Workflows weitgehend selbstständig. Das Model Context Protocol (MCP), ein offener Standard, verbindet Claude mit externen Werkzeugen und Datenquellen, vom Projektmanagement-Tool bis zur Entwicklungsumgebung. In der Claude-App kann man Aufgaben inzwischen an Claude übergeben und planen lassen, Präsentationen, Dokumente und Designs erstellen oder Claude über Erweiterungen im Browser und in Microsoft 365 arbeiten lassen. Welche dieser Funktionen enthalten sind, hängt vom Abo ab.

Claude-Abos im Überblick

Welche Modelle man in der App nutzen kann, hängt vom Plan ab. Die Struktur im Oktober 2026 (Preise laut Anthropic in US-Dollar, zuzüglich Steuern):

  • Free (0 $): Sonnet und Haiku, Chat im Web, auf dem Desktop und mobil, Websuche, Dateien erstellen und Artefakte. Kein Zugriff auf Opus und Fable, Nutzungslimits gelten.
  • Pro (17 $/Monat bei jährlicher, 20 $ bei monatlicher Abrechnung): mindestens fünfmal so viel Nutzung wie Free, Opus, Claude Code, Projekte, Research sowie Claude in Chrome und Microsoft 365. Fable ist nur über zusätzlich bezahltes Nutzungsguthaben erreichbar.
  • Max (ab 100 $/Monat, Stufen 5x und 20x): fünf- oder zwanzigmal so viel Nutzung wie Pro, höhere Ausgabelimits und Vorrang bei hoher Auslastung. Fable ist enthalten und kann bis zu 50 Prozent der wöchentlichen Limits nutzen. Neu seit 7. Oktober 2026: monatlich 100 beziehungsweise 200 US-Dollar API-Guthaben für eigene Anwendungen.
  • Team: für Gruppen mit Standard- und Premium-Plätzen, zentraler Abrechnung und Admin-Funktionen. Seit Oktober 2026 ebenfalls mit monatlichem API-Guthaben.
  • Enterprise (20 $ pro Platz und Monat plus Nutzung zu API-Tarifen): mit SSO, SCIM, Audit-Logs und eigenen Regeln zur Datenaufbewahrung.

Alle kostenpflichtigen Pläne teilen sich einen Nutzungspool: Chats, Claude Code und weitere Funktionen zählen gemeinsam gegen dasselbe Limit, das sich in einem rollierenden Fünf-Stunden-Fenster zurücksetzt, dazu kommen wöchentliche Obergrenzen.

Datenschutz und Serverstandort

Für Nutzer in Deutschland und der EU ist auch relevant, wie Daten verarbeitet werden. In den Plänen Free, Pro und Max lässt sich die Nutzung von Chats für das Modelltraining in den Einstellungen abschalten (Opt-out). Für die geschäftliche Nutzung über API, Team und Enterprise bietet Anthropic einen Auftragsverarbeitungsvertrag auf Basis der EU-Standardvertragsklauseln an und schließt das Training mit Kundendaten aus. Wer Claude-Modelle mit Datenverarbeitung in der EU betreiben will, kann sie zudem über Cloud-Plattformen wie AWS Bedrock oder Google Vertex AI mit europäischen Regionen nutzen.

Was bedeutet das für Gamer und Content Creator?

Auch für die Gaming-Welt ist die Modellentwicklung relevant. Entwicklerinnen und Entwickler binden Claude über MCP-Server an Engines wie Unreal oder Godot an, um Skripte zu schreiben oder Szenen per Texteingabe zu bearbeiten, wie wir es auch im Artikel zur Game Engine einordnen. Besonders die günstigen Modelle wie Haiku 5.5 machen solche Anwendungen in großem Maßstab bezahlbar, etwa für Dialogsysteme oder KI-gestützte NPCs. Auch die KI-Synchronisation in Videospielen profitiert von denselben Fortschritten bei Sprachverständnis und Kontext. Der kreative Kern eines Spiels bleibt dabei aber Sache der menschlichen Entwicklerinnen und Entwickler.

Häufig gestellte Fragen zu den Claude-Modellen

Welches Claude-Modell ist aktuell das neueste?
Das neueste Modell ist Claude Haiku 5.5 vom 7. Oktober 2026. Es vervollständigt die 5.5-Generation nach Opus 5.5 (22. September) und Sonnet 5.5 (28. September).

Welches Claude-Modell ist aktuell das beste?
Das leistungsstärkste allgemein verfügbare Modell ist Claude Fable 5.1. Anthropic selbst empfiehlt für die meisten Aufgaben aber Opus 5.5, das bei vielen Arbeiten fast gleichauf liegt und deutlich günstiger ist. Für schnelle Alltagsaufgaben reicht Sonnet 5.5.

Was ist der Unterschied zwischen Claude Fable 5.1 und Claude Mythos 5.1?
Beide basieren auf demselben Modellkern. Fable 5.1 ist allgemein zugänglich und hat zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen für Bereiche wie Biologie, Cybersicherheit und KI-Forschung. Mythos 5.1 steht nur ausgewählten Organisationen über Project Glasswing zur Verfügung.

Ist Claude kostenlos nutzbar?
Ja. Der Free-Plan bietet Zugriff auf Sonnet und Haiku mit Nutzungslimits. Für Opus, Claude Code und höhere Limits braucht man mindestens den Pro-Plan, Fable ist erst im Max-Plan regulär enthalten.

Was kostet Claude über die API?
Pro Million Tokens kostet Haiku 5.5 ab 0,10 US-Dollar (Input) und 0,50 US-Dollar (Output), Sonnet 5.5 2 und 10 US-Dollar, Opus 5.5 4 und 20 US-Dollar und Fable 5.1 10 und 50 US-Dollar.

Was geschah im Juni 2026 mit Claude Fable und Mythos?
Wegen Exportkontrollen des US-Handelsministeriums sperrte Anthropic den Zugriff am 12. Juni 2026 vorübergehend. Die Kontrollen wurden am 30. Juni aufgehoben, ab dem 1. Juli 2026 war der Zugriff wieder möglich.

Wird dieser Artikel aktualisiert, wenn neue Claude-Modelle erscheinen?
Ja. Der Artikel wird bei neuen Claude-Modellen und bei Änderungen an den Abo-Stufen aktualisiert, zuletzt am 10. Oktober 2026.

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